Waldenbuch plant Solarpark Sonnenstrom direkt zum Ritter-Werk

Mögliche Kombi: Freiflächensolarenergie und Landwirtschaft Foto: imago/Harry Koerber

Gemeinderat Waldenbuch einstimmig für Photovoltaik-Plangebiet in der „Reißhalde“ – 7,1 Hektar zusammen mit Dettenhausen

Einstimmig beschloss der Gemeinderat Waldenbuch in seiner jüngsten Sitzung, dass städtische Flächen für den geplanten „Solarpark Reißhalde“ eingebracht werden sollen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende, Leon Kolb, gab die Stimmung im Gremium wieder: „Wir stehen nach wie vor dahinter.“ Auf insgesamt 7,1 Hektar soll die gemeinsame Freiflächenphotovoltaikanlage auf den Gemarkungen von Waldenbuch und Dettenhausen mit einem möglichen jährlichen Stromertrag von 6300 MWh (Megawattstunden) entstehen.

 

Bereits im Februar des vergangenen Jahres beschloss der Waldenbucher Gemeinderat den Bebauungsplan für den Solarpark Reißhalde“. Geplant war damals eine Gesamtfläche von 17 Hektar, zwölf davon und damit der größere Teil im Eigentum der Gemeinde Dettenhausen. Nachdem ein Jahr später auch der Gemeinderat Dettenhausen der Beteiligung am Bebauungsplan „Solarpark Reißhalde“ zustimmte, gründete sich dort die Bürgerinitiative „Pro-Naturpark-Schönbuch“ mit dem Ziel, gegen diese Beteiligung einen Bürgerentscheid zu erreichen. Da Hauptargument: die Fläche liege mitten im Naturpark Schönbuch.

Daraufhin erfolgten intensive Abstimmungsgespräche zwischen der Stadt Waldenbuch und der Gemeinde Dettenhausen sowie zwischen der Gemeinde Dettenhausen und der Bürgerinitiative. Gemeinsam mit der WEBW Neue Energie GmbH und der Ritter Regenerativ GmbH, die neben der Stadt Waldenbuch zur Projektgesellschaft gehören, wurde eine sogenannte „optimierte Variante“ erarbeitet, bei der sich Dettenhausen nur mit 2,1 Hektar am Solarpark beteiligt und die übrige Fläche bis auf Weiteres der Landwirtschaft vorbehalten bleibt.

Vor wenigen Wochen fand eine gemeinsame Bürgerinformationsversammlung zum Thema in Dettenhausen statt. Gleichzeitig erklärte die Bürgerinitiative „Pro-Naturpark-Schönbuch“ auf einen Bürgerentscheid in Dettenhausen zu verzichten, falls nur die optimiere Variante weiterverfolgt würde. Bereits im Vorfeld hatte man ausreichend Unterschriften dafür gesammelt. In der optimierten Variante sind, von den zur Verfügung stehen 7,1 Hektar 6,3 Hektar für Solaranlagen und der Rest für Nebenanlagen vorgesehen. Der produzierte Strom – 6300 MWh entsprechen dem Bedarf von rund 2500 Zwei-Personen-Haushalten – soll über eine Direktleitung an die Alfred Ritter GmbH & Co. KG geliefert werden. Über den Netzanschlusspunkt am Werk kann überschüssiger Strom aber auch ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Mit dem jetzt gefassten Beschluss wird die Stadt Waldenbuch ermächtigt, die Vertragsverhandlungen zur Gründung einer Betreibergesellschaft mit der WEBW Neue Energie GmbH und der Ritter Regenerativ GmbH und einen Pachtvertrag für das städtische Grundstück zu führen, was beides anschließend vom Gemeinderat genehmigt werden muss. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich auch die Gemeinde Dettenhausen an der Projektgesellschaft beteiligt und ebenso eine noch zu prüfende Form der Bürgerbeteiligung möglich ist.

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