Ein 56 Meter hoher Turm ist der neue Blickfang der südfranzösischen Stadt Arles. Der Bau des Architekten Frank Gehry vollendet eines der größten privaten Kunst- und Kulturprojekte Europas: Luma Arles.
Das neue Wahrzeichen der südfranzösischen Stadt Arles, entworfen vom Architekten Frank Gehry – klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie!
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Van Gogh faszinierte in Arles das provenzalische Licht und das Kalkstein-Gebirge der nahen Alpilles – beides hat angeblich Frank Gehry zu seiner Architektur inspiriert.
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Der 56 Meter hohe Turm von „Luma Arles“ erinnert aber vor allem an eine zerknautschte Blechbüchse, die ein Riese in der südfranzösischen Landschaft abgestellt hat – die rechteckigen Fensterausschübe in der zerklüfteten Fassade aus Aluminiumquadern sind raumhoch.
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Der Gehry-Turm ist eine unübersehbare Landmarke, die das Antlitz von Arles verändert. Im Vordergrund das römische Amphitheater. Auf dessen zylindrische Form spielt Gehry mit der Sockel-Rotunde seines Towers an.
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Von der historischen Altstadt aus ist der exaltierte Gehry-Turm angeblich nicht zu sehen, jenseits der alten Stadtmauer gerät der zerklüftete Tower aber zwangsläufig in den Blick.
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Der Turm ist ein Zwitterwesen – vorne, zur Stadt gewandt, zerknittert und zerdetscht, der rückwärtige Baukörper, der als Versorgungschacht dient, dagegen brav und geradlinig, mit Alpilles-Kalkstein verkleidet.
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Die Touristen dürften die Alu-Seite als Fotomotiv bevorzugen. Und auf mehr Touristen hofft die Stadt, in der die rechtsextreme Partei Rassemblement National im Mai 2019 bei den Europawahlen 32 Prozent erzielte.
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Kunst im Park darf nicht fehlen.
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Der Eingang zum Turm
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Im Tower selbst befinden sich vor allem Verwaltungsräume, im gläsernen Sockel breitet die Fondation Luma ein hochkarätiges Kunstprogramm aus, basierend auf der Sammlung der Familie Hoffmann, erweitert um viele neue Produktionen von etwa Carsten Höller oder Ólafur Elíasson.
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Eine spektakuläre Wendeltreppe schraubt sich nach oben.
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Die „Isometric Slides“ von Carsten Höller
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Maja Hoffmann, hier mit Präsident Emmanuel Macron, ließ seit Ankauf des SNCF-Geländes 2008 die sechs historischen Lokomotiv-Werkstätten stückweise von der Architektin Anabelle Selldorf (Selldorf Architects, New York) zu Ausstellungs- und Bühnenräumlichkeiten, Ateliers und Gastronomie umwandeln.
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Blick auf das umgebende Gelände. Elf Hektar groß ist der sogenannte Parc des Ateliers. Hier wurden früher in Industriehallen die Loks der SNCF repariert
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Heute sind die alten Industriehallen nicht nur für die Kunst und ihre Produzenten da. Zu „Luma Arles“ gehört auch ein Design- und Forschungslabor, das neue ökologische Materialien erforscht.
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150 Millionen Euro soll das Gebäude gekostet haben – eine offizielle Zahl gibt es aber nicht. Man kann davon ausgehen, dass der Bilbao-Effekt auch in Arles funktionieren wird.
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Arles - Vincent van Gogh ließ sich in Arles nieder, verzaubert vom provenzalischen Licht. Dessen Poesie will, so scheint es, auch der kanadisch-amerikanische Architekt Frank Gehry mit dem Turmbau zu fassen bekommen, der jetzt eines der größten privaten Kunst- und Kulturprojekte Europas vollendet: Luma Arles. Was sich am Rand der historischen Altstadt 56 Meter hoch in den südfranzösischen Himmel schraubt, gleicht jedoch vielmehr einer ramponierten Blechdose – als hätte ein Riese mit seinen Pranken eine ausgetrunkene Alu-Büchse ein wenig kräftig angepackt.
Anleihen beim Amphitheater
Der Tower ist ein Zwitterwesen: zerknittert und zerdetscht die der Stadt zugewandte Fassade aus 11 000 Aluminiumquadern; die irisierend-unregelmäßige Platten-Tektonik treibt mit dem Licht ihre Spiegel-Spiele. Den Kalkstein des nahen Gebirgszugs der Alpilles verbaute Gehry geradlinig-kubisch auf der Rückseite. Der zylinderförmige Sockel des Turms zitiert das römische Amphitheater von Arles und ist der eigentliche Ausstellungsort.
Schweizer Milliardärin als Mäzenin
Bei der Kunst wird eher geklotzt als gekleckert, das gilt für den gesamten elf Hektar großen Kulturkomplex von Luma Arles. Mit Künstlerresidenzen, Ateliers, Ausstellungshallen, Park und Gastronomie setzt sich die Milliardärin und Miterbin des Schweizer Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche, Maja Hoffmann, auf einem stillgelegten Werksgelände der SNCF ein Denkmal. Van Gogh fand in Arles kein Glück, hier begannen seine Wahnvorstellungen.