Carsten Schneider
: Launige Absage: Badischer Politiker will Schwäbisch nicht fördern

Badischer Lokalpatriotismus ist unveräußerlich – aber spendabel. Der CDU-Landtagsabgeordnete Schneider verschenkt lieber Wein, als Schwäbisch zu fördern.
Von
Ulrike Bäuerlein
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Carsten Schneider Schwäbischer Dialekt

Die Anfrage seines Parteikollegen, in den „Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V.“ einzutreten, lehnte Carsten Schneider mit einem Augenzwinkern und einer Spende zur Entschädigung ab.

Johanna Voß/dpa/Sebastian Gollnow
  • CDU-Politiker Carsten Schneider lehnt den Beitritt zum „Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V.“ ab.
  • Begründung: Als Kurpfälzer sei eine Mitgliedschaft in einem Schwaben-Verein unvereinbar.
  • Er spendete stattdessen in Höhe eines Jahresbeitrags – mit einem augenzwinkernden Schreiben.
  • Zusätzlich schickte er zwei Flaschen Riesling und kommentierte: „Wir können zwar kein Schwäbisch, dafür Riesling.“
  • Die Einladung kam von Parteikollege Stephan Neher, Oberbürgermeister von Rottenburg am Neckar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dass auf einen neu gewählten Landtagsabgeordneten allerlei Einladungen und Begehrlichkeiten einprasseln, ist nichts Ungewöhnliches. Mit diesem Ansinnen aber hatte der CDU-Abgeordnete Bastian Schneider, gerade zum Vorsitzenden des Landtags-Innenausschusses gewählt, dennoch nicht gerechnet: Sein Parteikollege Stephan Neher, Oberbürgermeister von Rottenburg am Neckar, lud ihn offiziell zum Beitritt in den „Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V.“ ein, dessen Vorsitzender Neher ist.

Für Schneider, bekennender Kurpfälzer und Direktabgeordneter des Wahlkreises Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis), kam das allerdings nicht infrage. Zwar pflegt der promovierte Jurist und Richter statt eines satten woinemerischen Zungenschlags meist ein kultiviertes Hochdeutsch. Unter dieser unverfänglichen Sprachoberfläche aber scheinen die landsmannschaftlichen Grenzen scharf gezogen.

Für Nordbadener Mitgliedschaft in Schwaben-Verein unmöglich

Mit Hinweis auf die Unvereinbarkeit einer Mitgliedschaft mit seiner nordbadischen Herkunft und der Gefahr, in der Kurpfalz andernfalls „in Acht und Bann“ geschlagen zu werden, wies Schneider das Ansinnen zurück.

Damit die Absage nicht als später Nachhall des Landshuter Erbfolgekriegs zwischen Kurpfalz und Württemberg missverstanden wird, bewies der 36-Jährige zugleich Geschmeidigkeit und guten Willen. „In Anerkennung Ihrer wertvollen Arbeit und zum Nachweis des Umstands, dass ich kein Schwabe bin, habe ich mir gestattet, Ihrem Verein eine Spende in Höhe eines Jahresbeitrags zukommen zu lassen“, heißt es in seinem Antwortschreiben.

Schneider: „Können kein Schwäbisch, aber Riesling“

Dem Brief nach Rottenburg packte Schneider zudem zwei Flaschen Riesling der Winzergenossenschaft Schriesheim bei. Seine Botschaft: „Wir können hier zwar kein Schwäbisch, dafür aber Riesling.“

StZ Kompakt - Der Abend
Montag - Samstag um 17.00 Uhr
Die wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht - mit unserem Newsletter gewinnen Sie abends schnell den Überblick über das Tagesgeschehen.