Streit mit VfB-Fans
: Linken-Politikerin Akbulut soll wegen Flaschenwurf Strafe zahlen

Der Streit mit VfB-Fans kommt die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut offenbar teuer zu stehen. Doch sie wehrt sich. Kommt es jetzt zum Prozess?
Von
Eberhard Wein
Stuttgart
Ein VfB-Fan warf Gökay Akbulut eine Bierdose an den Kopf.

Ein VfB-Fan warf Gökay Akbulut eine Bierdose an den Kopf.

IMAGO/dts Nachrichtenagentur/Sportfoto Rudel
  • Gegen Gökay Akbulut liegt ein Strafbefehl über 120 Tagessätze à 430 Euro vor.
  • Ihr wird versuchte gefährliche Körperverletzung und Beleidigung in zwei Fällen vorgeworfen.
  • Sie legte Einspruch gegen die Höhe der Tagessätze ein – eine schriftliche Entscheidung gilt als wahrscheinlich.
  • Der Vorfall ereignete sich in einem IC zwischen Heidelberg und Stuttgart; es gab Streit mit VfB-Fans.
  • Ein Fan akzeptierte einen Strafbefehl: ausgestreckter Mittelfinger und Wurf einer Bierdose auf Akbulut.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut soll nach einem Streit mit VfB-Fans in einem Intercity der Deutschen Bahn (DB) im Januar 2025 eine Strafe von mehr als 50.000 Euro bezahlen. Das Amtsgericht Stuttgart bestätigte einen Bericht des „Mannheimer Morgen“, wonach es einen Strafbefehl über 120 Tagessätze zu je 430 Euro gegen die Linken-Politikerin erlassen habe, das sind 51.600 Euro. Sie würde damit als vorbestraft gelten.

Allerdings ist der Strafbefehl noch nicht rechtskräftig. Der Sprecher des Amtsgerichts, Matthias Buchen, erklärte, die Beschuldigte habe Einspruch eingelegt – allerdings nicht gegen den Strafbefehl insgesamt, sondern lediglich gegen die Höhe der Tagessätze. Sie richten sich nach dem jeweiligen Einkommen. Er rechne deshalb nicht mit einer öffentlichen Hauptverhandlung. In solchen Fällen sehe das Gesetz eine Entscheidung „im schriftlichen Verfahren durch Beschluss vor“.

Immunität im Juni 2025 aufgehoben

Akbulut hatte damals den Vorfall selbst öffentlich gemacht und Anzeige erstattet. Auf ihrer Instagram-Seite erklärte sie, sie sei im Zug zwischen Heidelberg und Mannheim angegriffen, rassistisch beleidigt und sexuell belästigt worden. Kurz darauf berichteten Mitreisende jedoch gegenüber unserer Zeitung, die Aggression sei von Akbulut selbst ausgegangen. Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Abgeordnete auf. Im Juni 2025 hob der Bundestag ihre Immunität auf und erlaubte damit ein Strafverfahren.

Der Strafbefehl laute auf versuchte gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung, jeweils in zwei tateinheitlichen Fällen, sagte Buchen unserer Zeitung. Laut der Staatsanwaltschaft soll Akbulut am Abend des 25. Januar 2025 in einem IC von Heidelberg nach Stuttgart mit mehreren Fußballfans in einen verbalen politischen Streit geraten sein. In dessen Verlauf soll sie begonnen haben, die Personen mit ihrem Handy zu filmen. Auch habe sie mehrere Personen beleidigt,  zwei stellten Strafantrag. Sie soll dann im weiteren Verlauf eine Weinflasche in Richtung zweier Personen geworfen, diese jedoch knapp verfehlt haben.

Offenbar hatten die VfB-Fans AfD-Parolen gerufen. Gegen einen der Männer wurde mittlerweile ebenfalls ein Strafbefehl verhängt. Er soll der Abgeordneten den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt und ihr eine Bierdose an den Kopf geworfen haben. Mit 100 Tagessätzen kam er etwas günstiger davon. Seinen Strafbefehl habe er akzeptiert, hieß es. Er ist mittlerweile rechtskräftig.

StZ Kompakt - Der Abend
Montag - Samstag um 17.00 Uhr
Die wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht - mit unserem Newsletter gewinnen Sie abends schnell den Überblick über das Tagesgeschehen.