Zugunglück in Riedlingen
: Gedenken an die Opfer ein Jahr nach der Katastrophe

Drei Kerzen, ein Feldgottesdienst und bewegende Worte: Wie Angehörige, Retter und Bürger in Riedlingen ein Jahr nach dem Zugunglück Trost suchen.
Von
dpa
Riedlingen

Das Unglück ist nun ein Jahr her.

Bernd Weißbrod/dpa
  • In Riedlingen gedachten rund 150 Menschen der Opfer eines Zugunglücks bei einem Feldgottesdienst.
  • Angehörige, Einsatzkräfte, Bürger und Bahnspitze nahmen teil – auch die Landesverkehrsministerin.
  • Im Zentrum standen Trost und die Frage nach dem Weiterleben; drei Kerzen für die Toten wurden entzündet.
  • Der Regionalzug entgleiste nach drei Minuten Fahrt; drei Menschen starben, 36 wurden verletzt.
  • Der Bericht nennt Starkregen mit Hangrutsch als Ursache: Schlamm lag auf den Gleisen, der Zug entgleiste.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Jahr nach dem schweren Zugunglück in Riedlingen haben rund 150 Menschen in einem Feldgottesdienst der Opfer gedacht. An dem ökumenischen Gedenkgottesdienst rund 250 Meter von der Unglücksstelle entfernt nahmen Angehörige der Opfer, ranghohe Vertreter der Deutschen Bahn, Bürger der Stadt sowie Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei teil. Auch die Verkehrsministerin des Landes Baden-Württemberg, Nicole Razavi (CDU), war anwesend.

Beim Gottesdienst stand nach Informationen des evangelischen Kirchenbezirks Biberach die Frage im Mittelpunkt, wie Menschen nach einem Ereignis weiterleben können, das ihr Leben dauerhaft verändert hat. Im Gedenken an die Toten wurden drei Kerzen entzündet sowie eine Kerze für alle Verletzten und Helfer.

Drei Minuten nach Abfahrt entgleist

Der Regionalzug entgleiste am 27. Juli 2025. Eine 70 Jahre alte Reisende, der 32 Jahre alte Lokführer und ein 36 Jahre alter Bahn-Auszubildender starben. 36 Passagiere wurden nach offiziellen Angaben verletzt, fünf von ihnen schwer. Der Zug war auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm. Drei Minuten nach der Abfahrt in Riedlingen entgleiste er.

Blumen und Kerzen stehen auf einer Brücke an der Stelle, an dem es zu dem Zugunglück gekommen war.

Stefan Puchner/dpa

Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn hat inzwischen ihren Unfallbericht veröffentlicht. Demnach wurde der Unfall durch einen Hangrutsch infolge von Starkregen ausgelöst.

Starkregen setzte Hang in Bewegung

Dem Bericht zufolge zog vor dem Unglück eine Gewitterfront über Oberschwaben. Innerhalb einer Stunde fielen am Unglücksort rund 28 Liter Regen. Weil der Boden bereits gesättigt war, kam es zu einem Hangrutsch. Schlamm und Erdreich gelangten auch auf die Gleise. Die Regionalbahn aus Richtung Sigmaringen fuhr demnach mit etwa 150 Kilometern pro Stunde in den Hangrutsch hinein. Dadurch sei der vordere Triebwagen entgleist und wegen der hohen Geschwindigkeit den Hang hinaufgeschoben worden. Auch die anderen Triebwagen entgleisten.