Böblingen
: Müll an Altkleider-Containern: „Sieht hier aus wie im Saustall“

Die Stadt Böblingen verbannt wegen zunehmender Vermüllung Altkleider-Container von öffentlichen Standorten im Stadtgebiet. Die Reaktionen im Netz sind gespalten.
Von
Rebecca Baumann
Böblingen
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Müll am Kleidercontainer: ARCHIV - 05.05.2025, Sachsen, Leipzig: Aufgerissene Müllsäcke und wild umhergeworfene Kleidung liegen vor einem Altkleidercontainer. Die zunehmende Entsorgung von Müll in diesen Containern anstelle von Altkleidern stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. (zu dpa: «Müll statt Mode: Altkleidersammlung wird unrentabel») Foto: Jan Woitas/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Müllberge rund im Altkleider-Container sind keine Seltenheit. Die Stadt Böblingen nimmt sich des Problems nun an.

Jan Woitas/dpa
  • Böblingen baut ab Anfang Juli alle Altkleidercontainer im öffentlichen Raum ab.
  • Ziel ist ein besseres Stadtbild, zudem sinken Reinigungs- und Entsorgungskosten.
  • In Netzkommentaren Kritik an Maßnahme und an Vermüllern – Sorge vor Müllverlagerung.
  • Stadt verweist auf Wertstoffhöfe für Altkleider, doch fehlende Mobilität erschwert dies.
  • Beispiele aus Sindelfingen: Beleuchtung an Müll-Hotspots und Verlagerung von Standorten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Säcke mit stinkendem Restmüll, verstreut herumliegende Altkleider, Berge von Sperrmüll: Altkleider-Container sind oft kein schöner Anblick. Die Stadt Böblingen nimmt sich des Müllproblems nun an: Von Anfang Juli an werden die im öffentlichen Raum aufgestellten Altkleidercontainer abgebaut, berichtet die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

Damit soll nicht nur das Stadtbild verbessert, sondern auch Geld gespart werden. „Die regelmäßige Beseitigung illegaler Müllablagerungen sowie die Reinigung der Standorte verursachen erhebliche zusätzliche Reinigungs- und Entsorgungskosten“, heißt es darin weiter.

Netzreaktionen: „Dann liegt der Müll eben woanders“

In den sozialen Netzwerken regt sich Unmut - einerseits gegen die Maßnahme der Stadt, andererseits aber auch gegen die Müllverursacher selbst. „Es sieht hier mittlerweile aus wie im Saustall, egal ob Stadt oder Land“, schreibt jemand auf Facebook.

Dass Container-Standorte oft unansehnlich sind, hat auch eine andere Nutzerin beobachtet, die prinzipiell sogar Container hatte bei sich aufstellen wollen - es sich dann aber anders überlegt hat. „Ich wollte auf meinem Grundstück auch welche aufstellen, weil ich es prinzipiell eine gute Sache finde, hab mir dann aber mal paar Standorte angeschaut, als ich die Müllberge dort sah, habe ich mich gegen die Container entschieden.“

„Mich nervt es langsam, dass die Mehrheit wegen Menschen, die sich nicht benehmen können, abgestraft wird!!!“, macht eine Nutzerin ihrem Ärger Luft.

Wohin mit den Altkleidern?

„Und nun? In Müll darfst es auch nicht tun! Die Straßen damit kleistern?“, fragt eine Nutzerin sarkastisch. Darauf hat die Stadt Böblingen eine Antwort: Auf den Wertstoffhöfen könne man seine Altkleider weiterhin fachgerecht entsorgen.

Eine Alternative, die nicht für jedermann so einfach umzusetzen sein dürfte. „Wir sind nicht mobil und gesundheitlich eingeschränkt, was sollen wir da machen?“, heißt es in einem Post.

Ein anderer Nutzer befürchtet eine bloße Verlagerung des wilden Mülls und weist auf einen besonders geplagten, illegalen Müllabladeplatz hin. „Dann liegt der Müll eben woanders. Eine wirkliche Lösung wird das nicht sein“, schreibt er. „Mittlerweile unglaublich, was hier in der Gegend an wildem Müll abgeladen wird. Am Wanderparkplatz oberhalb der Diezenhalde zur B464 ist es ganz schlimm. Da wird vom Bauschutt bis zur Waschmaschine alles abgeladen!“

Testweise ist an der Rudolf-Harbig-Straße eine Containerbeleuchtung installiert worden.

Testweise ist an der Rudolf-Harbig-Straße eine Containerbeleuchtung installiert worden.

Stadt Sindelfingen

Eine ähnliche Befürchtung hat eine andere Nutzerin: „Dann wird es eben vor die Glascontainer gelegt!!“ Sie liegt damit womöglich nicht ganz falsch. In Sindelfingen beispielsweise hatte es erst Anfang des Jahres große Probleme mit an Glascontainer-Standorten abgelegtem, wildem Müll gegeben

Als Reaktion hatte die Stadt an den beiden Müll-Hotspots Hohenzollernstraße/ Freibadparkplatz und Rudolf-Harbig-Straße Lichtmasten und Bewegungsmelder installiert und außerdem besonders belastete Containerstandorte verlegt oder aufgelöst.

Alternativen zur Abgabe gebrauchter Kleidung

Auch für Menschen, die wirklich nur gut erhaltene Kleidung abgeben möchten, stellt die aktuelle Situation ein Problem dar. „Ich ziehe momentan um und möchte meine Altkleidersäcke in die Altkleidercontainer schmeißen und sie sind so zugemüllt mit Kleidern oder Restmüll oder werden nicht regelmäßig abgeholt. Ich finde es einfach schade, weil ich hab echt tolle Klamotten, die noch Leute tragen können, und möchte da eine Spende machen und ich kann’s einfach nicht rein werfen, weil alles voll ist“, berichtet eine Nutzerin frustriert von ihrem Versuch, ihre Altkleider einzuwerfen. Eine andere Nutzerin hat da einen Tipp: „Ich habe meine tragbaren Kleidungsstücke ins Sozialkaufhaus gebracht.“

Ob die Entfernung der Altkleidercontainer in Böblingen nun helfen wird, das Problem mit dem wilden Müll einzudämmen? Das wird wahrscheinlich nur die Zeit zeigen. Nicht jeder ist allerdings zuversichtlich. „So lange Müll so teuer ist und Sperrmüll nur auf Bestellung geht, wird diese Vermüllung in und um Böblingen weiter gehen“, meint ein Nutzer.

Ein anderer nimmt das ganze lieber mit Humor: „Solange die Kehrwoche nicht abgeschafft wird.“

StZ Kreis Böblingen
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