Delegation aus Böblingen in Spanien
: Inspektionsreise zur Schönbuchbahn

Der Prototyp der neuen Züge für die Strecke zwischen Dettenhausen und Böblingen ist fertig. Im Werk des Herstellers CAF im spanischen Saragossa hat sich eine Delegation vom Zweckverband Schönbuchbahn den Leichttriebwagen angeschaut.
Von
Kathrin Haasis
Stuttgart
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  • Schnittig: die neue Schönbuchbahn

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  • Beide Daumen hoch: der Landrat Roland Bernhard ist zumindest als einer der ersten Besucher im Zug.

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  • Großzügig und komfortabel: der Innenraum des Schönbuchbahn

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  • In der Fabrik in Saragossa werden an dem Prototypen noch Tests durchgeführt.

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  • Vom Lokführerstand aus betrachtet: CAF baut auch Straßenbahnen für andere europäische Großstädte.

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  • Dieses Display ist für den Lokführer gedacht.

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  • Die Delegation aus Böblingen und und dem Kreis Tübingen: Kreisräte und Vertreter des Zweckverbandes Schönbuchbahn waren in Spanien.

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  • Hier fehlt noch die Verschalung für die Technik

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  • Ein weiterer Blick in den Innenraum.

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  • Ein Erinnerungsfoto mit dem Zug: Bürgermeister Wolfgang Lahl aus Weil im Schönbuch wird gleich doppelt abgelichtet.

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  • Gerhard Ferstl, CAF-Projektmanager: „Es handelt sich um ein ganz neues Zugkonzept mit Potenzial: Dieses leichte Nahverkehrstriebfahrzeug kann alte Dieselfahrzeuge ablösen. Es ist beschleunigungsstark, hat ein geringes Gewicht, geringen Energiebedarf, einen geringen Verschleiß der Infrastruktur und reduzierte Geräuschemissionen. Und es ist umweltverträglich.“

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  • Roland Mundle, Kreisrat (Grüne): „Ich finde das Konzept sehr überzeugend. Das Konzept ist so gut, deshalb ist es fast schade, dass die Fahrt von Dettenhausen nach Böblingen so kurz ist. Mir gefällt zum Beispiel, dass die Sitze nach den Fenstern ausgerichtet sind und jeder freie Sicht hat. Zu sehen, wie in dem Werk alles in Handarbeit gefertigt wird, hat mich sehr beeindruckt.“

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  • Walter Gerstner, Geschäftsführer vom Zweckverband Schönbuchbahn: „Die Reise hat sich wirklich gelohnt. Vor Ort konnten wir die Komplexität sehen, die in der Entwicklung und im Bau eines Zuges steckt. Jede Stadt, jede Strecke hat ja ihre Besonderheit, die ein spezielles Fahrzeug braucht. Die neue Schönbuchbahn kommt gut rüber, die Aufgaben Funktion und Komfort wurden ziemlich gut erfüllt.“

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  • Brigitte Ostmeyer (Die Linke): „Die neue Bahn wirkt komfortabler, luftiger, größer und sehr bequem. Ich bin erstaunt, wie viel Platz die Fahrgäste haben. Was mir sehr gefällt: Im Abstellbereich für Fahrräder hat es keine Klappsitze wie in der S-Bahn. Wenn dort jemand sitzt, ist es immer ungeschickt. Ich freue mich schon auf die Züge, denn ich fahre viel mit der Schönbuchbahn.“

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  • Thomas Sprißler (Freie Wähler): „Die Reise hat sich wirklich gelohnt. Vor Ort konnten wir die Komplexität sehen, die in der Entwicklung und im Bau eines Zuges steckt. Jede Stadt, jede Strecke hat ja ihre Besonderheit, die ein spezielles Fahrzeug braucht. Die neue Schönbuchbahn kommt gut rüber, die Aufgaben Funktion und Komfort wurden ziemlich gut erfüllt.“

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Saragossa - Tobias Brenner ist am schnellsten: Der SPD-Kreisrat aus Herrenberg stellt sich als Erster auf die Position des Lokführers und lächelt selig. Aber Roland Bernhard holt ihn kurz danach ein. Zwei Daumen reckt der Böblinger Landrat in die Höhe und signalisiert durch die Frontscheibe der neuen Schönbuchbahn seine Begeisterung. Im Werk des Herstellers CAF in Saragossa wird der Zug behandelt, als wäre er ein Star. Alle Mitglieder einer Delegation vom Zweckverband der Verbindung zwischen Dettenhausen im Kreis Tübingen und Böblingen zücken ihre Handys für Selfies mit dem Prototypen. Wolfgang Lahl, der Bürgermeister von Weil im Schönbuch, lässt sich – ebenfalls recht selig lächelnd – von zwei Mitreisenden vor der Bahn ablichten.

Von der Planung zum Produkt

„Bislang waren es immer nur Pläne, jetzt kann man das Ergebnis sehen“, erklärt der Landrat die Inspektionsreise nach Spanien. Für die Schönbuchbahn hat der Zweckverband keinen Zug von der Stange gekauft, sondern ein eigenes Modell mit den Experten von CAF entwickelt. „Die Leichttriebwagen haben eine Pionierfunktion“, sagt Roland Bernhard. Denn sie sind eine Mischung aus einem Regionalzug und einer S-Bahn und wie für die Nebenstrecken geschaffen, die Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wiederbeleben will. Während ein Regionalzug einen langen Bremsweg hat, muss die Schönbuchbahn beispielsweise so schnell bremsen können wie eine Straßenbahn, gleichzeitig aber auch mit 100 Kilometern pro Stunde viel schneller fahren können.

Dass die dreigliedrigen Züge in Handarbeit hergestellt werden, sehen die Delegationsmitglieder in Saragossa. An Straßenbahnen für Utrecht und Oslo wird dort gerade auch gearbeitet. Aus Stahl entsteht der Rohkasten; das Dach, in dem später die gesamte Elektrik und Technik untergebracht wird, ist aus Aluminium gegossen. Neun Züge hat der Zweckverband für die Schönbuchbahn bestellt, einer kostet 5,6 Millionen Euro. Sie werden im zweiten Halbjahr 2021 ausgeliefert. Wenn sie auf der Schiene sind, übernimmt Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, was CAF ausgeschrieben bedeutet, auch die Instandhaltung der Fahrzeuge. Und Roland Bernhard hat in Spanien schon eine Nachbestellung in Aussicht gestellt.

Waggons wirken einladend

„Nobel, richtig nobel“, schwärmt der Freie-Wähler-Kreisrat Wilfried Dölker, nachdem er den Innenraum begutachtet hat. Die Sitze sind extra breit, wie in der ersten Klasse, ihre Bezüge besonders strapazierfähig und leicht austauschbar. Bei den Türen hat es genug Raum für Fahrräder, es gibt keinen Wald aus Haltestangen. Die Waggons verfügen über 94 Sitzplätze und Platz für 212 Passagiere. Während der 23 Minuten dauernden Fahrt können sie sich ins WLAN einloggen oder ihr Telefon an einer der Steckdosen laden. „Die Bahn ist wirklich gelungen“, findet Bürgermeister Wolfgang Lahl. Er hofft nur, dass die Fahrgäste nach der langen Bauzeit dann wieder auf die Schienen zurückkehren.

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