Entscheidung in Herrenberg
: Stadt gibt Holzhäusern den Vorzug

Jetzt ist es offiziell: Herrenberg will bei kommunalen Bauvorhaben Rohstoffe verwenden, die nachwachsen. Doch das ist weniger selbstverständlich, als man meinen sollte.
Von
Käthe Ruess
Stuttgart
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Soll in Herrenberg öfter zu sehen sein: Gebäude aus Holz

Stefanie Schlecht/Archiv

Den Grundsatzbeschluss gab es schon lange: Im Jahr 2020 hatte der Herrenberger Gemeinderat beschlossen, dass bei künftigen kommunalen Bauvorhaben energiearme Baustoffe und nachwachsende Rohstoffe, insbesondere Holz, bevorzugt verwendet werden soll. Dies ist so auch im Klimafahrplan verankert. Und nun, nach der jüngsten Sitzung des Gemeinderats können Taten folgen. Was allerdings weniger selbstverständlich ist, als man meinen sollte.

Vor allem die CDU hat Bedenken

Erst nach intensiven Diskussionen mit acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen verabschiedete der Gemeinderat die „Leitlinie Holzbau“, die die Standards für den Grundsatzbeschluss definiert. Insbesondere die CDU äußerte Bedenken, dass dadurch Investoren und Projektentwickler abschrecken könne und zu einer höheren Belastung in der Verwaltung führe.

In der Leitlinie sind Zielvorgaben für die Verwendung von Holz bei allen städtischen Bauvorhaben, die nicht bereits in der Umsetzung sind, definiert. Sie sollen auch bei stadtplanerischen Maßnahmen sowie im Grundstücksverkehr berücksichtigt werden. Außerdem sind Ausführungen zur Treibhausbilanzierung für verschiedene Gebäudetypen enthalten. Zudem werden neben Bestimmungen zur Regionalität und nachhaltiger Forstwirtschaft auch Ausnahmen und Abweichungen formuliert, damit spezifische Projektanforderungen berücksichtigt werden können. Die Entscheidung über solche Einzelfälle wie zum Beispiel eine nachgewiesene wirtschaftliche Unzumutbarkeit obliegt dann dem Gemeinderat.

Offensive Pilotkommune

Die Leitlinie, die in vier Jahren evaluiert werden soll, ist das Ergebnis des Projekts „Holzbauinitiative Herrenberg“, mit dem sich die Gäustadt im Rahmen der Holzbauoffensive Baden-Württemberg 2021 als eine von 18 Pilotkommunen ausgewählt und gefördert wurde. Unterstützung bekam die Stadtverwaltung und dabei speziell die federführende Stabstelle Klima- und Umweltschutz durch das Öko-Zentrum NRW.

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