Humor im Kreis Böblingen
: Die Zeitdiebe vom S-Bahnhof Goldberg

Wer klaut denn bitte Bahnhofsuhren? Wir haben da ein paar Vermutungen. Ein Beitrag aus den „Bonbons“, der wöchentlichen Humorkolumne dieser Zeitung.
Von
Eddie Langner
Sindelfingen
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S-Bahn Haltestelle Goldberg

Uhr-Sünde am S-Bahnhalt Goldberg: Sämtliche Bahnhofsuhren wurden geklaut (Archivbild).

Peter-Michael Petsch
  • Serie von Diebstählen: Bahnhofsuhren in Nellmersbach, Höfingen und am Goldberg verschwinden.
  • Die blauen Uhren wiegen etwa 18 Kilo und hängen in 2,5 Metern Höhe – sie wurden abmontiert.
  • Polizei ermittelt, Details zum Tathergang sind offen; Bahn verweist auf zuständige Behörden.
  • Funktion nur am DB-Netz: Nutzen der gestohlenen Uhren gilt als fraglich.
  • Motive bleiben unklar, im Raum stehen humorvoll skizzierte Spekulationen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine mysteriöse Diebstahlserie beschäftigt derzeit die Polizei. Irgendwer hat es auf Bahnhofsuhren abgesehen. In Nellmersbach im Rems-Murr-Kreis, in Höfingen und am Sindelfinger Goldberg sind zuletzt die blau umrandeten Zeitmesser mit den weißen Zifferblättern abmontiert und geklaut worden.

Waren in allen Fällen dieselben Täter am Werk? Wie haben diese frechen Uhrensöhne es angestellt, die 18 Kilogramm schweren und auf zweieinhalb Metern Höhe aufgehängten Geräte unbehelligt abzuschrauben? Und: Was bitteschön fängt man denn mit Zeitanzeigern in Autoreifengröße an, die laut der Deutschen Bahn überhaupt nur dann funktionieren, wenn sie ans betriebseigene Netz angeschlossen sind?

Im Verdacht stehen größenwahnsinnige Modellbahner, genervte Bahnreisende und sogar Wladimir Putin

Antworten auf all diese Fragen gibt es vorerst nicht. „Die Ermittlungen zum Tathergang liegen bei den zuständigen Behörden“, sagt ein Bahnsprecher. Ihm und dem Pressesprecher der Bundespolizei sind wir mit unseren Nachfragen vermutlich ziemlich auf den Zeiger gegangen. Aber so eine Uhren-Diebstahlserie ist nun mal eine spannende Geschichte. Einfach zeitlos.

Blick in Richtung Böblingen: Die Uhren sind verschwunden.

Blick in Richtung Böblingen: Nach Uhren sucht man hier vergebens.

Eddie Langner

Wer mag dieses U(h)r-Verbrechen nur begangen haben? Waren es Modelleisenbahner mit Größenwahn, die sich im heimischen Garten ein Bahnhofspanorama im 1:1-Maßstab nachbauen wollen? Oder war es ein Racheakt genervter Bahnreisender? Bei all der Zeit, die die Deutsche Bahn uns schon durch Verspätungen, Streckensperrungen und Zugausfälle gestohlen hat, dachte sich vielleicht jemand, es ist an der Zeit, sich ein wenig davon zurückzuholen.

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War es ein Angriff auf deutsche Pünktlichkeit?

Apropos gestohlene Zeit: Darüber schrieb einst Michael Ende in seinem Roman „Momo“. Vielleicht sollte die Bahn mal checken, ob auf ihren Überwachungskameras ein paar verdächtige graue Herren zu sehen sind.

Womöglich sind wir mit unserer U(h)rsachenforschung aber auch auf einem völlig falschen Gleis. Schließlich handelt es sich hier doch in gewisser Weise um Anschläge auf die Infrastruktur. Da denkt man in diesen Tagen ganz schnell an Russland. Hat etwa Wladimir Putin selbst seine Zeige(r)finger im Spiel? Soll dieser Angriff auf deutsche Pünktlichkeit dafür sorgen, dass wir zu spät zur Arbeit kommen und somit schließlich unsere Wirtschaftskraft das Zeitliche segnet?

Nun, das erscheint uns dann doch eher unwahrscheinlich – zumal die Bahn das mit der Sabotage unseres Zeitmanagements doch auch ganz gut ohne Hilfe aus Moskau hinbekommt.