Klimalehrpfad in Herrenberg
: Farben machen den Klimawandel sichtbar

Die Treppe am Bahnhof Herrenberg wird die erste Station des geplanten Klimalehrpfads. „Warming Stripes“ übersetzen Temperaturdaten in eine leicht verständliche Farbfolge.
Von
Wolfgang Berger
Herrenberg
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Die Treppe von der Unterführung am Herrenberger Bahnhof wurde vor Kurzem neu angestrichen – in den Farben der sogenannten „Warming Stripes“.

Die Treppe von der Unterführung am Herrenberger Bahnhof wurde vor Kurzem neu angestrichen – in den Farben der sogenannten „Warming Stripes“.

Stadtverwaltung Herrenberg
  • Am Bahnhof Herrenberg zeigt eine Treppe „Warming Stripes“ und macht Erwärmung sichtbar.
  • Die Stadt schafft damit die erste Station eines Klimalehrpfads im Rahmen der Klimaanpassung.
  • Gestaltet sind nur die senkrechten Flächen – die Trittflächen bleiben unverändert und rutschfest.
  • Die Streifen stehen für Jahresmitteltemperaturen: Blau markiert kühlere, Rot wärmere Jahre.
  • Laut Land nahm Hitze zu: mehr als 38 Tage über 30 Grad, zugleich 45 Prozent weniger Regen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Treppe von der Bahnhofsunterführung zur Ammertalbahn hat in der vergangenen Woche einen neuen Anstrich erhalten: Die Sichtflächen der Stufen wurden in den Farben der sogenannten „Warming Stripes“ gestaltet. Damit entstand am Herrenberger Bahnhof die erste Station des Klimalehrpfads, den die Stadt im Rahmen ihrer Klimaanpassungsstrategie entwickelt. Weitere Stationen sollen im kommenden Jahr im Stadtgebiet folgen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Die „Warming Stripes“ des Klimaforschers Ed Hawkins übersetzen Temperaturdaten in eine leicht verständliche Farbfolge. Jeder Streifen steht für die Durchschnittstemperatur eines Jahres. Blaue Farbtöne kennzeichnen kühlere, rote Farbtöne wärmere Jahre. Je näher die Darstellung an die Gegenwart rückt, desto stärker dominieren die roten Streifen. So wird die langfristige Erwärmung unmittelbar sichtbar.

Keine Gefahr bei Nässe oder Glätte

Mit der neuen Gestaltung wird die Treppenanlage am Bahnhof zu einem Ort, an dem Klimaveränderungen im Alltag sichtbar werden. Wer die Treppe nutzt, begegnet dem Thema nicht erst in einer Broschüre oder bei einer Veranstaltung, sondern direkt auf dem Weg durch die Stadt.

Gestaltet wurden ausschließlich die senkrechten Sichtflächen der Treppenstufen, die Trittflächen blieben unverändert. Die Farbgestaltung habe damit keinen Einfluss auf die Rutschfestigkeit der Stufen und stelle auch bei Nässe oder Glätte kein Sicherheitsrisiko dar.

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Mehr heiße Tage und längere Trockenphasen

„Wie deutlich sich der Klimawandel inzwischen zeigt, macht der Sommer 2026 sichtbar“, schreibt die Stadtverwaltung. Laut Angaben des Staatsministeriums Baden-Württemberg wurden im Flächenmittel landesweit an mehr als 38 Tagen Temperaturen von über 30 Grad Celsius erreicht.

Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2003 waren es durchschnittlich 24 heiße Tage. Gleichzeitig war der Sommer außergewöhnlich trocken – von Juni bis August fiel 45 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. „Hitze und Trockenheit belasten Menschen, Tiere, Pflanzen und den Wasserhaushalt zunehmend“, so die Stadtverwaltung.