Maybachfest in Leonberg: Klare Botschaft: „Gemeinsam sind wir stärker“
Die Stimmung in der Maybachstraße ist entspannt an diesem letzten Sommerferiensamstag. Die Sonne scheint, Musik tönt aus den Boxen, es riecht nach Essen – und mittendrin viele Familien mit Kindern, die sichtlich Spaß haben. „Genau so soll es sein“, sagt Dennis Maurizio vom Leonberger Unternehmen Nevo Services zufrieden und verteilt Luftballons und Bälle an zwei kleine Jungs.
Bereits zum dritten Mal haben die ansässigen Gewerbetreibenden das Maybachfest auf die Beine gestellt. Ein Fest für Groß und Klein, mit dem klaren Fokus auf Familien. Die Idee dafür hatten Dennis Maurizio und seine Mitstreiter vor ein paar Jahren, als klar war, dass es das Eltinger Straßenfest so nicht mehr geben wird. „Da ist wirklich eine jahrzehntealte Institution weggestorben“, sagt Dennis Maurizio. Etwas Neues sollte her. „Uns war von Anfang an wichtig, ein Fest vor allem für Kinder und Jugendliche anzubieten“, erzählt Dennis Maurizio.

Die Händler in der Maybachstraße stecken viel Herzblut in das Fest. Unsere Botschaft: Gemeinsam sind wir stark“, erklären Dennis Maurizio und Claudia Seufert.
Foto: Simon GranvilleEntsprechend ist auch das Angebot an diesem Tag gestaltet: Es gibt eine Hüpfburg zum Toben und einen Bobbycar-Parcours, ein Clown formt aus bunten Ballons lustige Figuren und schminkt den Kindern die Gesichter. Auf der Showbühne werden den Tag über kurzweilige Interviews mit den Gewerbetreibenden geführt, der Zauberer zeigt seine Tricks, die Kindergarde und die Garde Renningen sind mit dabei, die junge Leonberger Sängerin Livia-Sophie Schöninger und die Band „Stadtkind“ sind für die musikalische Unterhaltung zuständig. Und als die „Siesta Dancers“ vom Leonberger Jugendcafé Siesta dem Publikum ordentlich einheizen, dröhnen die Bässe durch die Maybachstraße.
Das Konzept des Familienfestes scheint aufzugehen: Die Bierbänke sind gut belegt, viele Besucher verbinden das Mittagessen mit guter Unterhaltung. Am Stand der Fußballer vom SV Leonberg/Eltingen läuft der Grill auf Hochtouren, es gibt Grillhähnchen und Pizza, die SKV Rutesheim lockt mit Kuchen und bunten Muffins. Tim und Roman Essig von der Perouser Destillerie Brand No. 17 haben ihre mobile Bar dabei. Nebenan am Wagen von Franziska Weiler gibt es feine Tartes und Törtchen, Macarons und viele andere Leckereien. Die Konditorin betreibt in Wimsheim die Patisserie Süßstoff. Sie ist bereits das zweite Mal beim Maybachfest dabei.
Tage der offenen Türe sind abgedroschen
Die Organisatoren haben die Gastronomie bewusst ausgelagert, denn der Aufwand ist groß. „Und gerade für die Vereine ist es eine tolle Gelegenheit, ihre Kassen aufzubessern“, sagt Claudia Seufert. Sie ist Bereichsleiterin bei Pro Vitess, war von Anfang an mit Herzblut bei der Organisation des Maybachfestes dabei. Mit dem Fest wolle man ein Zeichen setzen: „Wir möchten zeigen: gemeinsam sind wir stärker.“
Früher habe jedes Unternehmen seinen eigenen Tag der offenen Tür gehabt. Viel Aufwand, wenig Gewinn. Und außerdem: „Das ist inzwischen ziemlich abgedroschen. Da kommen immer dieselben.“ Mit dem Maybachfest hingegen ließen sich zwei Dinge miteinander verbinden: „Wir machen das Fest für unsere Kunden und für die Familien in der Stadt.“ Der gesellschaftliche Aspekt spielt eine große Rolle.
Die Händler machen keinen Profit
Dass in so einer Veranstaltung viel Zeit und Arbeit steckt, liegt auf der Hand. Ist nach dem Fest also schon wieder vor dem Fest? „So ähnlich“, sagt Claudia Seufert und lacht. „Im Oktober geht’s dann wieder los. Es wird aber einfacher mit den Jahren.“ Und der Erfolg gibt ihnen recht, es gibt viel Lob und Zuspruch. Bleibt die Frage: lohnt sich das Maybachfest denn für die Gewerbetreibenden finanziell? „Nein, wir zahlen drauf. Zum Glück haben wir Sponsoren, die uns unterstützen“, sagt Dennis Maurizio.
Denn alle Angebote – von der Verpflegung abgesehen – sind für die Besucher kostenfrei. „Es war aber auch nie unsere Intention, etwas an dem Fest zu verdienen“, erklärt Dennis Maurizio. „Wir zeigen uns und sind ansprechbar. Darum geht es.“ Und am Ende zähle für die Veranstalter vor allem eins: Viele glückliche Kindergesichter.







