OB-Wahl in Leonberg
: Dafür wollen sich die fünf Kandidaten stark machen

Die OB-Wahl in Leonberg steht kurz bevor. Was steht auf den Agenden der fünf Bewerberinnen und Bewerber? Hier gibt es eine Zusammenfassung einiger zentraler Punkte.
Von
Marius Venturini
Stuttgart
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Dieses Quintett bewirbt sich um den Leonberger OB-Sessel im Rathaus (von links unten im Uhrzeigersinn): Willi Alfred Erich Matthias Kerler, Tobias Degode, Marion Beck, Marisa Betzler und Josefa von Hohenzollern.

Simon Granville

Die Zielgerade im Leonberger OB-Wahlkampf ist fast absolviert. An diesem Sonntag, 28. September, entscheidet sich möglicherweise schon, wer die neue Rathauschefin oder der neue Rathauschef wird – oder ob es zwei Wochen später zu einer Stichwahl der beiden Personen kommt, die beim ersten Urnengang die meisten Stimmen erhalten haben.

Fünf Bewerberinnen und Bewerber ringen um das OB-Amt in Leonberg. Ihre Positionen sind ähnlich, sofern sie sich auf einen „richtigen“ Wahlkampf eingelassen haben. Nachzulesen ist dies auch auf der neutralen Internetseite www.ob-wahl-leonberg.de, die das Leonberger Ehepaar Marita und Michael Raschke ins Leben gerufen hat. Zusammengefasst gibt es hier einige der dort angesprochenen zentralen Standpunkte:

Tobias Degode

Der von CDU und Freien Wählern unterstützte 38-Jährige hat sich Folgendes vorgenommen:

  • Stärkung von Altstadt und Carl-Schmincke-Straße mit Gastronomie, Kultur, Handel und Aufenthaltsqualität
  • Bessere Nutzung von Flächen durch Nachverdichtung und schnellen Ausbau von geplanten Gewerbegebieten
  • Gesundheitscampus aus Krankenhaus, kommunalem Medizinischem Versorgungszentrum und weiteren Angeboten – entwickelt mit der Ärzteschaft vor Ort
  • Ganzheitliches Verkehrskonzept für Auto, Rad, Bus und Fußgänger – Steuerung der Verkehrsströme durch einen „digitalen Zwilling“
  • Dringendste Schäden an Schulen sofort beheben, gleichzeitig digitaler Ausbau sowie Neubau der Warmbronner Grundschule
  • Sicherheit für Eltern, einen guten Kita-Platz zu bekommen. Dafür sollen Fachkräfte gewonnen werden, etwa durch beitragsfreie Plätze für Kinder der Erziehenden
  • OB-Wahl in Leonberg: Für wen führt der Weg am Ende ins Rathaus?

    Foto: Simon Granville

    Marion Beck

    Die 55-Jährige wird von der Grünen- und der SALZ-Fraktion unterstützt. Ihre Standpunkte in Kürze:

  • Lebendige Innenstadt, Nahversorgung in den Teilorten stärken, Grünflächen – die Lebensqualität soll wachsen
  • Rahmenbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen verbessern, Nachverdichtung und Modernisierung bestehender Gewerbeflächen
  • Zentraler Gesundheitscampus als große Chance, Erhaltung bestehender Strukturen, Krankenhaus stärken
  • Modernes Parkleitsystem, optimierte Ampelschaltungen und digitales Verkehrsmanagement
  • Gute und moderne Ausstattung der Schulen, klare Prioritätslisten
  • Verlässliche Kita-Plätze für alle Familien, bedarfsgerechter Ausbau von Betreuungsplätzen, Entlastung der Eltern durch faire Kostenverteilung
  • Josefa von Hohenzollern

    Die 51-Jährige ist als Erste Bürgermeisterin Leonbergs derzeit von ihrer Tätigkeit freigestellt. Sie geht als unabhängige Bewerberin mit folgenden Themen ins OB-Rennen:

  • Lebendige Innenstadt, neues Postareal, attraktive Geschäfte und ein moderner Marktplatz
  • Unbürokratische Ansiedlungshilfe für Unternehmen, Entwicklung moderner Gewerbeflächen
  • Gesundheitscampus nur, wenn er das Krankenhaus stärkt und Synergien schafft, nicht wenn er Abteilungen schwächt oder verlagert.
  • Digitale Steuerung des Verkehrs, „grüne Welle“, besseres Baustellenmanagement
  • Priorisierung von Schulsanierungen gemeinsam mit Stadt- und Schulvertretern, Priorität haben die Schulen mit dem größten Sanierungsstau
  • Konsequenter Ausbau von Kita-Plätzen, Einbindung von Tagesmüttern und flexibler Betreuungsmodelle; gestaffelte Modelle gegen steigende Gebühren
  • Marisa Betzler

    34 Jahre alt ist Marisa Betzler, ebenfalls unabhängige Kandidatin. Sie hat sich dies hier vorgenommen:

  • Eine Stadt mit kurzen Wegen, bezahlbarem Wohnraum und attraktiven Arbeitsplätzen. Stadtteile sollen ihre Identität bewahren und durch gute Rad-, Bus- und Fußwege angebunden bleiben.
  • Vorausschauende Wirtschaftsstrategie, weniger Bürokratie für kleine und mittlere Unternehmen, attraktive Gewerbeflächen für zukunftsorientierte Branchen
  • Gesundheitscampus als große Chance, wenn er das bestehende Krankenhaus ergänzt statt schwächt
  • Entlastung der Innenstadt von Durchgangsverkehr – mehr sichere Rad- und Fußwege sowie Park & Ride-Angebote und digitale Systeme
  • Schulsanierungen mit Sicherheitsrelevanz und Platzmangel haben Priorität
  • Ausreichend bezahlbare Kita-Plätze, bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher
  • Willi Alfred Erich Matthias Kerler

    Als Ur-Leonberger könnte man den 57-jährigen unabhängigen Kandidaten bezeichnen. Er hat sich Folgendes vorgenommen:

  • Deutliche Verbesserung beim ÖPNV in die Teilorte. Grund- und Nahversorgung muss gewährleistet sein.
  • Effizientere Strukturen mit langfristigem Kostendämpfungsprogramm, gezielte Nutzung von Fördermitteln
  • In Sachen Krankenhausproblematik hält er sich zurück: Die Situation müsse zuerst geklärt werden.
  • Überarbeitung des öffentlichen Nahverkehrs in Leonberg
  • Vorrangig ist die Sicherheit der Schulen in jeglicher Hinsicht zu gewährleisten.
  • Bedarfsgerechte Kita-Plätze vorhalten, eventuell selbst Personal qualifizieren
  • Antworten auf weitere Fragen, zum Beispiel zu Bürgerbeteiligung, Umweltschutz und kulturellem Leben in Leonberg, gibt es auf www.ob-wahl-leonberg.de.

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