Medizin im Kreis Esslingen: Medius Klinik Kirchheim ermöglicht psychiatrische Behandlung auch Zuhause

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Stuttgarter ZeitungDie Nachfrage nach psychiatrischer Behandlung steigt seit Jahren – nicht zuletzt auch als Folge der Corona-Pandemie. Die Medius Kliniken reagieren darauf und erweitern zum 1. Januar 2026 ihr Angebot in der medizinischen Versorgung von Betroffenen.
Die Klinik in Kirchheim verfügt dann über fünf sogenannte stationsäquivalente Behandlungsplätze, kurz „StäB“ genant. Der etwas sperrige Name steht für ein besonderes Konzept: Die Patienten erhalten die gleiche psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung wie während eines stationären Aufenthalts, jedoch im eigenen häuslichen Umfeld, erläutern die Medius Kliniken in einer Mitteilung.

Die Medius Klinik Kirchheim erweitert ihr Angebot in der psychiatrischen Versorgung.
Foto: Ines RudelMedius Klinik Kirchheim: Mobiles Team bringt Klinikstandards ins Wohnzimmer
Ein mobiles multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen, Sozialarbeitenden und Therapeuten besucht die Patienten zu Hause und arbeitet nach denselben Qualitäts- und Dokumentationsstandards wie auf einer Klinikstation. Voraussetzung für die Behandlung in den eigenen vier Wänden ist unter anderem ein Wohnumfeld, das vertrauliche Gespräche ermöglicht, sowie die Zustimmung der Mitbewohner.
„Für uns ist es enorm wichtig, neue Versorgungsmodelle voranzutreiben, um die Einwohner im Landkreis auch zukünftig optimal zu versorgen“, macht Jörg Sagasser, der Geschäftsführer Medizin der Medius Kliniken, deutlich. Denn dem steigenden Hilfebedarf im Bereich psychischer Erkrankungen stehe nur eine begrenzte Anzahl an Klinikbetten gegenüber. Mehr stationäre Plätze zu schaffen, sei ein schwieriger Prozess und in der Regel nicht kurzfristig umsetzbar.
Die „StäB“-Plätze der Medius Klinik Kirchheim ermöglichen es, Patienten zu behandeln, ohne sie aus ihrem Alltag herauszureißen. Besonders für Menschen mit familiären Verpflichtungen, stabilen sozialen Bindungen oder Hemmungen gegenüber einem Klinikaufenthalt kann die aufsuchende Behandlung eine Versorgungslücke schließen. „Fünf Plätze sind ein erster wichtiger und richtungsweisender Schritt“, sagt Christian Jacob, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. „Die Medius Kliniken setzen damit ein Zeichen, dass psychische Gesundheit mehrdimensionale Lösungen braucht.“