Musberger Kneipen
: Erinnerungen an Disco und an große Feiern

Die Ausstellung „Scho wieder verhockt“ vor zwei Jahren über die Vergangenheit der Musberger Gastroszene war ein Hit. Jetzt kommt sie zu den einstigen Stammgästen ins Seniorenzentrum.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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Erinnerungsecke zum Gasthaus Sonne mit Originaltisch und Wappen. Hier kann unter anderem Karten gespielt werden.

TUK

Anfang des 20. Jahrhunderts war viel geboten in Musberg. Stumme Zeugen aus frühere Zeit sind etwa ein paar Masten, die zu einem Schlepplift für Skifahrer gehörten. Piz Mus war ein Begriff in der ganzen Region, aber auch viele Ausflügler zog es in die grüne Umgebung von Musberg, zumal es einige Jahre sogar eine Zuganbindung des Ortes gab. Entsprechend viele Lokale, Kneipen und Restaurants gab es damals dort auch, zum Teil mit einer Jahrhundertelangen Vergangenheit, andere für die Jugend der 1960er und 1970er Jahre, die da zeitweise der dörflichen Enge entfliehen konnten. Auch für das Vereinswesen von Musberg waren sie von großer Bedeutung.

Einige junge Menschen vom Theater- und Kulturverein Musberg haben vor zwei Jahren die mühselige Arbeit auf sich genommen, die Geschichte dieser Gastronomien mit möglichst viel historischem Material wieder aufleben zu lassen und haben dies in der Ausstellung „Verhockt scho wieder“ gezeigt.

Das Museum kommt zu den Menschen

Jetzt gibt es die Fortsetzung „Nomol verhockt“, und zwar im Musberger Seniorenzentrum Sonnenhalde. Die Ausstellung geht also dahin, wo noch etliche leben, die einst gerne diese Lokalitäten besucht haben, die aber gesundheitlich nicht mehr so einfach in der Lage sind, diese Ausstellung zu besuchen. Ein vielversprechender museumspädagogischer Ansatz in der Museumsarbeit. Auch das Filderstadt-Museum geht derzeit anlässlich seiner 1970er-Jahre-Ausstellung mit einem Koffer voller Exponate zu den Senioren vor Ort, denen der Weg ins Museum selbst zu beschwerlich ist.

„Das Seniorenzentrum Sonnenhalde ist auf uns zugekommen, ob wir die Ausstellung nicht einmal dort ausstellen könnten“, so Markus Heinle, einer der Ausstellungsmacher: „Dem sind wir gerne nachgekommen.“ Im Vergleich zur Ausstellung vor zwei Jahren sind nun drei neue Tafeln dazugekommen. Doch hier bieten sich noch ganz andere Möglichkeiten. „Wir können hier mit den Heimbewohnern biografische Erinnerungsarbeit machen und dazu verschiedene Aktivitäten anbieten“, sagt Heinle. Dazu gehören drei sogenannte interaktive Ecken speziell zu den Gaststätten Sonne, Schmohl und Eselsmühle. „Der Charakter der Ausstellung geht also noch in eine andere Richtung und wird hier von den Mitarbeitern des Hauses mit begleitet und vorbereitet.“ Die Ausstellung wird am 3. Oktober in der Sonnenhalde eröffnet.

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