Neue Masche in Leonberg
: Seniorin abgelenkt – Geldbeutel weg und vom Konto bedient

In Leonberg wurde eine 88-Jährige in ihrer Wohnung bestohlen. Ein Unbekannter nutzte ihre Hilfsbereitschaft mit einer speziellen Bitte aus. Die Polizei warnt. Auch in Böblingen wurde eine Seniorin perfide überrumpelt.
Von
Roland Böckeler
Leonberg
ARCHIV - 06.03.2018, Baden-Württemberg, Mühlacker: Eine Seniorin telefoniert mit ihrem Smartphone. (zu dpa «Fallzahlen bei Telefonbetrug 2023 auf ähnlichem Niveau wie Vorjahr») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Leonbergerin ist abgelenkt und bestohlen worden: Während sie in seinem Auftrag telefonierte, steckte ein Unbekannter ihren Geldbeutel ein.

dpa
  • Zwei Seniorinnen wurden Opfer von Trickdieben in Leonberg und Böblingen.
  • Leonberg: Ein Mann bat in betreutem Wohnen um ein Telefonat – der Geldbeutel verschwand.
  • Die Polizei warnt vor Ablenkungsmanövern und rät, niemand Unbekannten in die Wohnung zu lassen.
  • Beschreibung Leonberg: Mann 60–70, kurzhaarig, 1,75 m groß, schlank; Hinweise an das Revier Leonberg.
  • Böblingen: Anrufer gab sich als Bankmitarbeiter aus, erbeutete Daten und Karte – Schaden in Tausenderhöhe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine Seniorin aus Leonberg ist von einem Unbekannten zu Hause besucht, abgelenkt und bestohlen worden. Wie das zuständige Polizeipräsidium Ludwigsburg mitteilt, hat sich der Vorfall am vorigen Sonntag ereignet. Ein Mann hatte gegen 12 Uhr bei der 88-jährigen Frau geklingelt, die in betreutem Wohnen in Leonberg lebt. Der Unbekannte verwickelte die Seniorin in ein Gespräch und brachte sie dazu, ihn in ihre Wohnung zu lassen. Dort sollte sie für ihn ein Telefonat führen, weil sein Handy nicht funktioniere. Die 88-Jährige war hilfsbereit und wählte die angegebene Nummer, erreichte aber niemanden und teilte das dem Mann mit – der sich daraufhin verabschiedete und die Wohnung verließ. Erst später stellte sich heraus, dass der Unbekannte offenbar den Geldbeutel der Rentnerin entwendete, während sein Opfer durch das Telefonat abgelenkt war. Der genaue Wert des Diebesguts ist noch nicht geklärt.

Ist diese Form der Ablenkung eine neue betrügerische Masche? Eine Sprecherin der Polizei sagt: „Das kommt mir auch relativ neu vor.“ Grundsätzlich gehe es den Kriminellen immer darum, ihre potenziellen Opfer zu überrumpeln. Im Gespräch mit vielen Informationen, oft verbunden mit Zeitdruck, werde versucht, dass die Menschen nicht überlegt reagieren oder zum Nachdenken kommen. Es gehe um Ablenkung der Opfer, um sie dann bestehlen zu können oder zu unüberlegtem Handeln zu bewegen. Darum, so die Polizei: Nie eine unbekannte Person in die Wohnung lassen.

Bei dem Tatverdächtigen in Leonberg soll es sich um einen zwischen 60 und 70 Jahre alten Mann mit kurzen Haaren handeln. Er wird als 1,75 Meter groß und schlank beschrieben. Hinweise nimmt das Polizeirevier Leonberg unter Telefon 07152 /605-0 oder per E-Mail an leonberg.prev@polizei.bwl.de entgegen.

Ein bekanntes betrügerisches Vorgehen wurde nur einen Tag später, am Montag, in Böblingen zum Fall für die Polizei. Hier wurde eine 86-Jährige das Opfer. Sie hatte einen Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters bekommen, dem es durch geschickte Gesprächsführung gelang, die Zugangsdaten zum Konto der Seniorin zu erlangen. Wenig später klingelte ein Mann bei der 86-Jährigen, der sich ebenfalls als Bankmitarbeiter ausgab und auf das Telefonat Bezug nahm. Er müsse die Bankkarte der Seniorin überprüfen, da aktuell so viele Verbrecher unterwegs seien. Die 86-Jährige schenkte dem Mann Glauben und händigte ihre Karte aus, worauf der Mann ging. Es folgten eine Bargeldabhebung sowie mehrere Überweisungen. Der Schaden für die Frau: mehrere tausend Euro. In diesem Fall liegt der Polizei keine Beschreibung des vermeintlichen Bankmitarbeiters vor.