Ehrenamtskarte für Ludwigsburg
: Warum gibt’s Ermäßigung eigentlich nur für Studenten und Senioren?

Die Ehrenamtskarte gewährt ihren Inhabern Nachlass auf unterschiedliche Veranstaltungen. Die CDU möchte das Konzept jetzt auch im Landkreis umsetzen.
Von
Kathrin Klette
Ludwigsburg
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Die Ehrenamtskarte dient als Anerkennung für engagierte Bürgerinnen und Bürger.

dpa

Was haben Rentner, Studierende und engagierte Ehrenamtler gemeinsam? Sie alle bekommen ab und zu ermäßigten Eintritt zu Veranstaltungen und bestimmten Einrichtungen. Ganz genau, auch Ehrenamtliche – zumindest dort, wo es eine sogenannte Ehrenamtskarte gibt. Im Landkreis Ludwigsburg gibt es sie bislang nicht. Die CDU im Kreistag möchte das ändern und hat die Einführung der Ehrenamtskarte beantragt. Nur kurze Zeit, nachdem im Landkreis ein umfangreiches Sparpaket auf den Weg gebracht wurde, das auch mehrere Vereine direkt oder indirekt treffen wird.

In vielen anderen Bundesländern gibt es diese Ehrenamtskarten schon seit vielen Jahren. Sie werden an Menschen vergeben, die sich ehrenamtlich beispielsweise in Vereinen, bei Hilfsorganisationen oder im Katastrophenschutz einsetzen. Beim Vorlegen der Karte erhalten sie einen Nachlass bei einer Vielzahl von Einrichtungen und Angeboten – und das nicht nur in ihrem eigenen Landkreis, sondern in ihrem gesamten Bundesland.

Das können Museen sein oder Hallenbäder, manchmal aber auch Bäcker, Eisdielen und andere – je nachdem, ob deren Träger und Betreiber sich beteiligen. Denn das Konzept basiert auf Freiwilligkeit, Veranstalter und Dienstleister müssen sich aktiv dazu entscheiden, den Nachlass anzubieten.

In Ulm und Freiburg ein Erfolg

In Baden-Württemberg ist das Konzept noch jung. In den Modellregionen Calw, Ostalbkreis, Freiburg und Ulm sei die Karte aber seit 2023 erfolgreich erprobt worden, sagt Lukas Tietze, Sprecher der Kreis-CDU. „Innerhalb kurzer Zeit wurden dort über 8000 Karten ausgegeben.“ Der Landkreis Ludwigsburg soll sich nach dem Wunsch der Kreis-CDU jetzt anschließen.

Auffallend ist der Zeitpunkt des Antrags: Schließlich wird die Diskussion über die Ehrenamtskarte im Kreistag voraussichtlich mit der über den Haushaltsplan zusammenfallen. In diesem werden sich haufenweise Einsparungen finden, die der Kreistag vor den Ferien genehmigt hat und von denen unter anderem Schulen und auch diverse Vereine und Verbände betroffen sind, entweder direkt durch Kürzungen oder indirekt zum Beispiel durch höhere Raummieten.

CDU-Kandidat Lukas Tietze (rechts) will dem Ehrenamt helfen – im März ist Landtagswahl.

Foto: Andreas Essig

Kein „Trostpflaster“, sondern „Wertschätzung des Ehrenamts“

Für Steffen Schassberger, Sprecher des DRK im Kreis Ludwigsburg, ist das aber kein Widerspruch. Man müsse beides für sich genommen betrachten. „Mit der Ehrenamtskarte wird der Einzelne wertgeschätzt, und es kommt direkt bei den Helfern an“, sagt er. „Falls das kommt, wäre das eine nette Anerkennung, über die wir uns freuen würden.“

Auch Lukas Tietze möchte die Ehrenamtskarte keinesfalls als „Trostpflaster“ verstanden wissen. Die Ehrenamtskarte solle ein zusätzlicher Baustein sein, um zu zeigen, dass das Ehrenamt im Landkreis wertgeschätzt werde. Hinzu kommt, dass die Personalkosten, die für die Einführung und Abwicklung der Ehrenamtskarte erforderlich sind, vom Land gefördert werden. Es fallen also kaum Kosten für den klammen Landkreis an.

Da die Ehrenamtskarte in Baden-Württemberg noch sehr jung ist, ist die Liste der Angebote noch nicht sehr lang. Da sind einerseits die Ermäßigungen in den bereits teilnehmenden Kommunen, andererseits mehrere Einrichtungen, die dem Land gehören. Im Staatstheater Stuttgart gibt es beispielsweise 50 Prozent Nachlass bei allen Vorstellungen von Montag bis Donnerstag. „Jetzt geht es darum, das Projekt bekannter zu machen, damit sich noch mehr Einrichtungen daran beteiligen“, so Tietze.

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