Leitplanken im Weg: Ärgernis nach Straßensanierung: plötzlich erschwerte Zufahrt zu Feldern

Die Einfahrt in diesen Feldweg an der Landesstraße 1107 ist nicht mehr möglich.
Martin Kalb- Nach Sanierung der L1107 kritisieren Gemeinderäte erschwerte Zufahrten zu Feldern.
- RP reduzierte Einmündungen zur Verkehrssicherheit, sagte später Nachbesserungen zu.
- Durchgezogene Mittellinie und Leitplanken blockieren Feldwege – Umwege für Landwirte.
- Traktoren haben Probleme an Einfahrten, Bauausführung wurde als mangelhaft kritisiert.
- Stadt bestätigt Mängel und meldet Zusagen des RPs für weitere Nachbesserungen bis Ende November.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit der dringenden Bitte, die Belange der Landwirtschaft gegenüber dem Regierungspräsidium (RP) Stuttgart „mit Nachdruck“ zu vertreten, wandte sich Claus Stöckle (CDU) im Bietigheim-Bissinger Gemeinderat an die Stadtverwaltung. Grund ist die Situation an der frisch sanierten Landesstraße 1107 vom Ortsausgang Bietigheim Richtung Löchgau, welche die Bewirtschaftung der Obstwiesen und Äcker erschwere. Das sei gerade während der Ernte ein großes Thema, ergänzte seine Fraktionskollegin Eva Jahnke aus Sicht der Landwirte.
Die Aufregung währt schon einige Zeit. Laut Stöckle gab es viele Gespräche und Schriftverkehr. Das RP hatte argumentiert, dass es auf dem rund zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Ortsausgang Bietigheim und dem Waldhof 18 Anschlüsse von Erschließungswegen gebe, was deutlich zu viel sei. Deswegen waren Einmündungen mit dem Argument, die Verkehrssicherheit zu verbessern, zurückgebaut worden. Später hatte das RP zugesagt, einige der Einfahrten wieder herzustellen.
Ruhe ist damit nicht eingekehrt, im Gegenteil. Jahnke sagte, bei der Vorstellung der Pläne sei der Eindruck erweckt worden, es gehe nur um den Asphalt. Doch: „Es kam alles ganz anders.“ Jahnke und Stöckle führten an, dass aufgrund der durchgezogenen Mittellinie die Straße nicht mehr von einem Feldweg zum anderen gequert werden könne, ohne sich verkehrswidrig zu verhalten. An immerhin einer Stelle sei die Linie inzwischen unterbrochen worden. Einige Feldwege seien durch die Leitplanke unpassierbar gemacht worden, so die weitere Kritik. Radfahrer und Fußgänger würden jetzt darüber klettern, um weiterzukommen, sagte Stöckle.
Große Umwege für Landwirte
Für die Landwirte bedeute das große Umwege, sagte Jahnke. Die Grundstücke würden dadurch auch ihren Wert verlieren. „Das darf nicht das Ergebnis einer Straßensanierung sein“, sagte sie. Ein wichtiger Punkt sei auch, dass die Landwirte jetzt große Probleme hätten, mit ihren Traktoren und Anhängern rein oder raus zu fahren ohne Leitpfosten umzureißen oder in die Abwasserrinne zu geraten, erklärte Stöckle. Er bemängelte auch die Bauausführung. „Hier wird einfach nicht sorgfältig gearbeitet.“ Als Beispiel nannte er, dass Abwasserschächte zu hoch lagen und wieder entfernt und neu eingebaut werden mussten.
Das Projekt sei mit guten Absichten gestartet worden, aber was herausgekommen ist, „ist ein Desaster“, lautete das Fazit von Eva Jahnke. Sie forderte, die Höchstgeschwindigkeit herabzusetzen. Diese beträgt allerdings nur noch 70 nach zuvor 80 Stundenkilometern.
Weitere Nachbesserungen zugesagt
Von der Stadtverwaltung gab es Unterstützung. Vieles sei „nicht rühmlich und nicht gut“ gelaufen, sagte Baubürgermeister Michael Wolf. Mit Blick auf die Leitplanke sagte er, das sei „fast sinnentleert“. Doch die Stadt habe keinen Zugriff auf die landeseigenen Grundstücke an der Straße.
Es habe bereits Termine vor Ort gegeben, nicht akzeptable Maßnahmen seien zurückgenommen worden, erklärte Wolf. Er habe die Zusage des RPs auf weitere Nachbesserungen. Einige seien bis Ende November zugesagt, erklärte OB Jürgen Kessing. Dann müsse man weiter schauen.
