„Man landete schnell im KZ“: Vergessene Heldinnen: Ausstellung ehrt Frauen im NS-Widerstand

Im Zentrum der Ausstellung im Ludwigsburger Staatsarchiv stehen die Lebensbilder von Widerstandskämpferinnen.
Michael Aumüller- Wanderausstellung im Staatsarchiv Ludwigsburg ehrt Frauen im NS-Widerstand.
- Anlass ist der 80. Jahrestag des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944.
- Gezeigt werden vielfältige Lebensbilder, ergänzt durch Dokumente aus Wiedergutmachungsakten.
- Beispiel Martha Schwartz: Flugblätter 1938, Verhaftung, Tod 1939 in München – Kinder erhielten 1956 Entschädigung.
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 8.30 bis 18 Uhr, Sonderöffnungen an drei Terminen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Martha Schwartz schleust 1938 aus ihrer Heimatstadt Basel in ihrer Handtasche versteckt Flugblätter nach Lörrach. Wenige Tage später wird über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich abgestimmt, die Flugblätter werben dagegen. Beim Versuch, sie auf dem für eine NS-Kundgebung hergerichteten Werderplatz fallen zu lassen, wird sie beobachtet. Sie landet im Gerichtsgefängnis von Lörrach. Mit ihrem Mann und ihren vier Kindern kann sie nur über Briefe in Kontakt bleiben. Martha Schwartz stirbt 1939 in der Psychiatrischen Universitätsklinik München, ihr Leichnam kommt nie in der Schweiz an. Ihr Mann verfällt daraufhin dem Alkohol und stirbt nur fünf Jahre später. 1956 erhalten ihre Kinder eine Entschädigung von 20.000 Franken aus deutschen Zahlungen.
Es ist eine von vielen Geschichten über Frauen, die sich gegen die nationalsozialistische Diktatur auflehnten – und lange kaum beachtet wurden. Zum 80. Jahrestag des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 stellt die Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ den mutigen Einsatz von Frauen in Deutschland zwischen 1933 und 1945 in den Mittelpunkt der Erinnerung. Die daraus hervorgegangene Wanderausstellung wird bis 17. Dezember 2026 im Staatsarchiv Ludwigsburg präsentiert.

An der zweiten Station können sich Besucher viele weitere Biographien und Interviews von Zeitzeuginnen ansehen.
Michael Aumüller„In der Ausstellung werden Sie sehen, dass seine Meinung frei zu äußern, an seinem Glauben festzuhalten gefährlich – widerständig – wurde. Man landete schnell im Gefängnis, im KZ; viele wurden dafür auch umgebracht“, sagte Michael Aumüller, Leiter des Staatsarchivs Ludwigsburg, am Donnerstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung. „Lassen Sie uns alles daransetzen, dass wir nicht nochmals auf den Mut und Widerstand anderer angewiesen sind.“
Im Zentrum der Ausstellung: Lebensbilder von Widerstandskämpferinnen. „Sie zeigen die gesamte soziale Breite und weltanschauliche Vielfalt des Widerstands gegen das NS-Regime“, so die Beschreibung der Ausstellung. Zugleich werde erstmals eine Vielzahl von Frauen gewürdigt, die wegen ihres Einsatzes von der nationalsozialistischen Unrechtsjustiz verfolgt worden sind. Ergänzt wird die Ausstellung mit Dokumenten aus dem Staatsarchiv. Oft sind es Unterlagen aus Wiedergutmachungsakten.
Staatsarchiv Ludwigsburg
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag von 8.30 bis 18 Uhr, Sonderöffnung am 17.10., 28.11. und 12.12., jeweils von 10.30 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Archiv liegt in der Arsenalstraße 3 in Ludwigsburg.