Rummel immer noch groß: VfB-Oma: „Erst war mir’s peinlich, aber jetzt nimmer“

VfB-Fan durch und durch: Angelika Brendle-Arndt
privatEin kurzer Clip aus dem Mai 2022 hat Angelika Brendle-Arndt im Schwabenländle – zumindest unter VfB-Fans – bekannt gemacht. Der Club aus Cannstatt hatte sich durch ein Last-Minute-Tor von Wataru Endo gegen den 1. FC Köln gerade in einem Herzschlagfinale in der ersten Liga gehalten, die Frau aus Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) war sichtlich beseelt, als ihr ein Passant im Vorbeigehen vor dem Stadion zuraunte: Dann steigt ihr halt nächstes Jahr ab. Ihre Retourkutsche, die die SWR-Kamera einfing („Ha, du bisch ein bleeder Hund!“), machte anschließend die Runde.
Seitdem genießt die 70-Jährige unter VfB-Fans so etwas wie Kultstatus. „Erst war mir die Szene peinlich, aber jetzt nimmer“, sagt sie heute. Mit ihrer Meinung zu ihrem Herzensclub aus Cannstatt hält sie selten hinter dem Berg. Das mag einem gefallen, oder halt auch nicht. Brendle-Arndt ist das reichlich egal. Sie redet wie ihr der Mund, sie würde vermutlich von der „Gosch“ reden, gewachsen ist – immer in breitestem Schwäbisch.
Keine Selfies mit Bayern-Fans
Das kommt an bei vielen. Diesen Eindruck bekommt man zwangsläufig, wenn man sieht, wie die Rentnerin teils vor den Heimspielen in der MHP-Arena umringt wird. Ständig will jemand ein Foto machen, manchmal muss die VfB-Oma sogar ein Autogramm schreiben. Sie genieße das, sagt Brendle-Arndt. Was die Selfies angeht, hat Angelika Brendle-Arndt eine simple Regel: „keine in Bayern-Trikots“. Ansonsten posiert sie immer gerne für Fotos mit anderen Fans.

Angelika Brendle-Arndt mit VfB-Stadionsprecher Holger Laser.
Foto: privatDenn die Bayern, die kann sie so gar nicht leiden. Wenn alle anderen unbedingt ins Stadion wollen, bleibt Angelika Brendle-Arndt daheim. „Sonst reg ich mich zu arg auf“, sagt sie. Auch dem Supercup an diesem Samstag (20.30 Uhr/MHP-Arena) will sie fernbleiben.
Eine typische Szene rund um ein VfB-Heimspiel beschreibt sie so: „Ich find’ das irgendwie nett, wenn da eine Gruppe junger Leut’ steht, die tuscheln dann – und mein Mann sagt: Jetzt kommt glei’ einer.“ Und dann kommt einer aus der Gruppe auf das Ehepaar zu. Die Frage lautet dann meistens erst einmal: „Dürfen wir was fragen?“ Weil Brendle-Arndt weiß, was folgt, sagt sie immer direkt: „Ja, ich bin’s!“
„Wir sind VfB’ler durch und durch“
Angelika Brendle-Arndt war als Kind mit ihrem Vater zum ersten Mal beim VfB – und wie viele nach ihr Feuer und Flamme. Sie hat Meisterschaften, Pokalsiege, Auf- und Abstiege miterlebt. Seit 25 Jahren hat sie ihren Mitgliedsausweis. „Wir sind VfB’ler durch und durch“, sagt sie. Mit „wir“ meint sie ihren zweiten Ehemann und den Rest der VfB-begeisterten Familie, mit dem sie die Leidenschaft teilt und gemeinsam auf der Gegengerade sitzt.
Natürlich gibt es Begegnungen mit anderen VfB-Fans, die ihr mehr in Erinnerung geblieben sind als andere. Beispiel gefällig? „Einer ist mal auf mich zugekommen und hat gesagt: Wegen Ihnen sind wir beim VfB eingetreten“, sagt die 70-Jährige.