Sicherheit am Solitudeplatz
: „Froh, nicht in Ludwigsburg zu wohnen“: Solitudeplatz schadet Ansehen der Stadt

Immer mehr Anrainer melden sich öffentlich zu Wort und schildern von den teils kriminellen Zuständen auf dem Solitudeplatz. Auch die Mieter werden nun in die Pflicht genommen.
Von
Julian Meier
Ludwigsburg
Jetzt in der App anhören

Der Solitudeplatz liegt in direkter Nähe zum Ludwigsburger Bahnhof und dient als Verbindung zum dahinter liegenden Schulquartier.

Werner Kuhnle

Die Debatte um den Solitudeplatz in Ludwigsburg reißt nicht ab: Nachdem die Stadt bereits Sofortmaßnahmen angekündigt hatte, meldet sich nun der nächste Anrainer zu Wort. Die Inhaber der Notarkanzlei FST beschreiben in einem Brief an Oberbürgermeister Matthias Knecht mit eindringlichen Worten, wie schlimm es ihrer Meinung nach um den Platz bestellt ist.

Zuvor hatten sich bereits denticus-Geschäftsführer Evangelos Gimoussiakakis und Immobilienunternehmer Jürgen Pflugfelder an den OB gewandt; dazu hatte die FDP-Fraktion im Gemeinderat einen Antrag eingebracht, in dem sie ein umfassendes Sicherheitskonzept forderte. Die Notare Anna Fessler, Heike Stößer und Holger Thomma knüpften nun daran an und boten sich für ein Gespräch mit der Stadtverwaltung an.

Der Polizei sind die Hände gebunden

Die überwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen der Notarkanzlei werden demnach auf dem Solitudeplatz immer häufiger „Opfer verbaler, teils sexuell anzüglicher Belästigungen“. Personen würden sich Zugang zur Tiefgarage der Kanzlei verschaffen und dort ihre Drogen aufbewahren. Andere würden an die Scheiben des benachbarten Friseursalons hämmern und sich provozierend vor der Eingangstür postieren. Die Polizei könne aber nichts tun, solange keine Straftat vorläge.

Von ihren Kunden seien die Notare schon auf die Situation am Solitudeplatz angesprochen worden: „Etliche Mandanten haben uns schon gesagt, sie seien froh, ländlicher zu wohnen und nicht mitten in diesem Moloch Ludwigsburg. Das ist sehr schade – diesen Eindruck hat weder die Stadt Ludwigsburg noch der Solitudeplatz verdient.“

Mieter werden gebeten, Beschädigungen sofort anzuzeigen

Auch die Einrichtung eines „Garten der Religionen“ würde ihrer Ansicht nach nichts an der Situation verändern. Die Stadtverwaltung plant, den Solitudeplatz zu einem Begegnungsort für die unterschiedlichen Religionen zu machen. „Wenn dieser Plan umgesetzt werden soll, müssten unseres Erachtens zunächst Maßnahmen ergriffen werden, damit der Platz wieder dem Sicherheitsempfinden eines durchschnittlichen Bürgers genügt“, schreiben die drei Notare.

Derweil hat sich das Immobilienunternehmen Pflugfelder an seine Mieter in der Solitudestraße gewandt. Die Polizei habe ausdrücklich empfohlen, „jegliche Beschädigungen oder Belästigungen sofort zur Anzeige zu bringen“. Nur wenn eine ausreichende Zahl an Meldungen vorliege, könnten weitergehende Schritte wie eine Videoüberwachung auf dem Platz geprüft und umgesetzt werden.

StZ Kreis Ludwigsburg
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Ludwigsburg und dem Kreis im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.