Tarifrunde in der Metallbranche: Metallarbeitgeber warnen: „Sehenden Auges in die Katastrophe“

Die Südwestmetall befürchtet weiteren Arbeitsplatzverlust in der Region (Symbolbild).
dpa- Metallarbeitgeber warnen vor Jobabbau in Baden-Württemberg – Tarifrunde startet kritisch.
- IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt, Südwestmetall nennt das „realitätsfremd“.
- Viele M+E-Firmen erwarten rote Zahlen oder sehr niedrige Renditen im Jahr 2025.
- Im Juni gingen 5400 Jobs in der M+E-Industrie in Baden-Württemberg verloren.
- Erste Verhandlungsrunde mit der IG Metall ist für den 7. Oktober anberaumt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der baden-württembergischen Industrie gehen Monat für Monat Tausende Jobs verloren – und es könnte noch viel schlimmer kommen: Die Metallarbeitgeber in den Regionen Ludwigsburg und Rems-Murr warnen zu Beginn der Tarifrunde eindringlich vor einer weiteren Verschärfung des Jobabbaus im Land.
„Wir befinden uns in einer historisch einmaligen Krisensituation“, sagte nun Hanno Höhn, stellvertretender Bezirksgruppenvorsitzender der Bezirksgruppe Ludwigsburg-Rems-Murr des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. Für die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie (M+E) stehe deshalb mehr denn je das Thema „Kosten senken“ im Mittelpunkt, da nur dadurch der Erhalt der industriellen Strukturen erreicht werden könne: „Wir müssen es schaffen, dass unsere Unternehmen wieder wettbewerbsfähig produzieren können und somit möglichst viele Arbeitsplätze im Land erhalten bleiben.“
Baden-Württemberg ist stark betroffen
Vor diesem Hintergrund bereite die aktuelle Lohnforderung der IG Metall der Südwestmetall große Sorge, so Höhn: „5 Prozent mehr Entgelt sind in der jetzigen Lage realitätsfremd und völlig überzogen.“ Wenn bundesweit 25 Prozent aller M+E-Firmen für das Jahr 2025 rote Zahlen melden und weitere 21 Prozent eine magere Nettoumsatzrendite von lediglich bis zu 2 Prozent, „dann liegt doch auf der Hand, dass ein zu hoher Abschluss sehenden Auges in die Katastrophe führt.“
Baden-Württemberg ist von der Krise in der Metall- und Elektroindustrie und von strukturellen Standortdefiziten besonders stark betroffen, wie eine Umfrage der Metallarbeitgeberverbände ergeben hat. Demnach schätzen die M+E-Firmen im Land nicht nur ihre aktuelle Lage schlechter ein als der Bundesdurchschnitt. Sie rechnen auch in größerer Zahl mit einem weiteren Stellenabbau. „Wir haben ein veritables Kostenproblem hier am Standort“, so Höhn. Im Juni waren noch einmal 5400 Jobs in der M+E-Industrie in Baden-Württemberg verloren gegangen.
Tragfähige Lösungen für die Zukunft
„Diese Entwicklung ist auch an unserer Region nicht spurlos vorübergegangen“, sagte Höhn. Sowohl die Personalpläne der Unternehmen als auch immer mehr Rückmeldungen der Verbandsmitglieder deuteten darauf hin, dass sich der Beschäftigungsschwund sogar noch beschleunigen könnte. In der anstehenden Tarifrunde gelte es, die schwierige Situation im Blick zu haben und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Standorts und der Arbeitsplätze zu entwickeln. Die erste Verhandlungsrunde mit der IG Metall ist für den 7. Oktober anberaumt.
