Teilzeit im Kreis Ludwigsburg
: „Keine Lust-und-Laune-Entscheidung“ – Gewerkschaft appelliert an CDU

Im Kreis Ludwigsburg arbeiten aktuell 58.500 Menschen in Teilzeit, überwiegend Frauen. Das passiere nicht aus Bequemlichkeit. Was fordert die NGG von der CDU?
Von
Julia Amrhein
Ludwigsburg
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Ob volles Arbeitspensum oder nur wenige Wochenstunden – entscheidend sei, was Beschäftigte leisten können und wollen,fordert die NGG (Symbolbild).

NGG/Florian Göricke

Im Landkreis Ludwigsburg haben rund 58.500 Menschen einen Teilzeitjob. Die Teilzeitarbeit ist weiblich: 80 Prozent davon sind Frauen. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf die Zahlen der Arbeitsagentur hin. So liege bei den Vollzeitjobs der Anteil der Frauen im Landkreis Ludwigsburg bei lediglich 31 Prozent.

Wie lässt sich Beruf und Familie vereinbaren?

„Einen Teilzeitjob zu machen, ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung“, so Magdalena Krüger von der NGG Stuttgart mit Blick auf die aktuelle Debatte um das Recht auf Teilzeit. „Denn wer nicht Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger Rente.“ Teilzeitarbeit sei also keine Bequemlichkeit, sondern für viele Beschäftigte im Kreis Ludwigsburg die Voraussetzung, um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können.

„Wenn der Wirtschaftsflügel der CDU künftig Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen will, dann lässt das jedes soziale Gespür vermissen“, so die Kritik von Magdalena Krüger. Sie appelliert an die CDU im Landkreis Ludwigsburg und an die Delegierten aus der Region, den Antrag des Wirtschaftsflügels der Union zur Reform der Teilzeit auf dem CDU-Parteitag am 20. und 21. Februar abzulehnen.

Infrastruktur muss sich erst ändern

Es bringe nichts, den Menschen „die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum Vollzeitpensum im Job zu zwingen“. Solange es nicht mehr Kitaplätze gebe, werde es nicht funktionieren, mehr Menschen in Vollzeit zu bringen. „Immerhin hat der Wirtschaftsflügel der Union diesen Punkt bei seinem Teilzeit-Vorstoß nach langem Hin und Her jetzt aufgegriffen und sich damit wenigstens ein Stück weit näher an die Probleme der Beschäftigten herangerobbt“, so Krüger.

Die NGG Stuttgart warnt Arbeitgeber im Kreis Ludwigsburg allerdings zugleich davor, ihre Beschäftigten – und vor allem Frauen – „in Teilzeit zu drängen“, so Krüger weiter: „Gerade die Rückkehr von Teilzeit auf Vollzeit ist für Beschäftigte oft schwierig. Hierbei kann die Möglichkeit einer Brückenteilzeit weiterhelfen. Es darf nämlich nicht darum gehen, dem Betrieb mit einem ‚Teilzeit-Kompromiss‘ entgegenzukommen, wenn man lieber Vollzeit arbeiten möchte.“

StZ Kreis Ludwigsburg
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