Heckensterben: „Braunes Sorgenkind“ Thuja

Kahle Thuja-Hecke im Kleingarten.
Patrick Pleul/dpa- Viele Thuja-Hecken erkranken aktuell und sterben ab – teils bis zu 80 Prozent betroffen.
- Ein Gärtnermeister warnt vor dem „braunen Sorgenkind Thuja“ und rät zum Handeln im Winterhalbjahr.
- Hecken stark schneiden oder entfernen ist nur vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt.
- Grund ist § 39 Abs. 5 BNatSchG, der die Brut- und Nistzeit vom 1. März bis 30. September schützt.
- Ursachen laut Experten: Tierurin, zunehmende Trockenheit und durch Schwäche mehr Schädlinge.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
In den Gärten zeigt sich landauf, landab aktuell wieder ein kritisches Phänomen: Viele der beliebten Thuja-Hecken erkranken und sterben ab. Gärtner und Landschaftspfleger berichten, dass in manchen Regionen bis zu 80 Prozent der Pflanzen betroffen sind. Ein betroffener Gärtnermeister, Andreas Nisi aus Remseck am Neckar (Kreis Ludwigsburg), warnt ausdrücklich vor dem „braunen Sorgenkind Thuja“.
Doch wer seine kranke oder abgestorbene Hecke entfernen möchte, muss bestimmte zeitliche Regelungen beachten. Nur vom 1. Oktober bis Ende Februar dürfen Gartenbesitzer Heckenpflanzen wie Thuja radikal zurückschneiden oder komplett entfernen. Besonders geeignet ist also der Herbst, bevor es richtig kalt wird. Ansonsten kann es im Frühjahr in der knapp bemessenen Zeit sehr eng werden.
Thuja-Fällen seit 1. Oktober wieder erlaubt
Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) regelt in § 39 Absatz 5, dass Hecken in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht stark zurückgeschnitten oder vollständig beseitigt werden dürfen. Dieser Zeitraum fällt in die Hauptbrut- und Nistzeit heimischer Vögel. Die Regelung soll verhindern, dass Nistplätze und Lebensräume von Vögeln und anderen Tieren zerstört werden. Ende der Schonzeit ist jedes Jahr am 1. Oktober.

Viele Hecken bekommen seit Jahren braune Stellen. Das weiß Gärtnermeister Andreas Nisi aus Erfahrung.
Simon GranvilleWährend der Sommermonate sind lediglich schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt, die den Zuwachs entfernen oder die Hecke in Form halten. Größere Eingriffe müssen bis zum Herbst oder Winter warten.
Thuja-Sterben und Biodiversität
Fachleute sehen das aktuelle Thuja-Sterben auch als Chance für mehr Biodiversität. Die ursprünglich nicht in Deutschland heimischen Thuja-Hecken könnten durch robustere und ökologisch wertvollere Alternativen ersetzt werden. Experten empfehlen beispielsweise die Thuja-Sorte Thuja occidentalis ‚Columna‘ oder die heimische Eibe.
Gründe für Thuja-Sterben
- Belastung der Pflanzen durch Urin von Tieren
- Zunehmende Trockenheit durch den Klimawandel
- Geschwächte Pflanzen, die weniger Harz produzieren und dadurch schädlingsanfällig sind
Wer also in diesem Winterhalbjahr eine kranke Thuja-Hecke entfernen möchte, kann dies vom 1. Oktober bis zum 28. Februar problemlos tun und zugleich über klimaangepasste, ökologisch wertvollere Alternativen nachdenken.

