Thuja-Sterben: „80 Prozent der Hecken sind kaputt“

Viele Hecken bekommen seit Jahren braune Stellen. Gärtnermeister Andreas Nisi erklärt, dass ein Käfer und der Klimawandel daran Schuld sind.
Simon Granville- Thuja-Hecken leiden stark – 80 Prozent der Pflanzen erkrankten in den letzten zwei Jahren.
- Gründe laut Gärtnermeister: Borkenkäfer und Trockenheit schwächen die Pflanzen.
- Flache Wurzeln versorgen bei Dürre schlecht mit Wasser, weniger Harz begünstigt Schäden.
- Empfehlung: weniger Thuja Smaragd, besser Thuja occidentalis Columna oder Eibe.
- Schneiden und Fällen ist vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
„Kein Wunder, dass die Thuja-Hecke so beliebt ist“, sagte Andreas Nisi letzten Herbst im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Gärtnermeister kennt viele Gründe, warum sich so viele Menschen über Jahre hinweg für dieses Gewächs in ihrem Garten entschieden haben: „Sie wächst schnell und schlank nach oben, ist günstig und immergrün.“ Doch zuletzt ist die Thuja zunehmend unbeliebter geworden. Denn sie ist häufig krank. Viele würden sie am liebsten radikal abholzen, was aber nicht uneingeschränkt möglich ist. Auch große Teile der Bestände in der Baumschule Nisi in Remseck am Neckar sind stark beschädigt.
Auf den Freiflächen der Baumschule stehen die Pflanzen in langen Reihen und in unterschiedlichen Größen. Hier zieht der Gärtner seine Setzlinge heran. Doch viele der Thuja Smaragd, eine Sorte, die lange besonders gefragt war, wird er entsorgen müssen. An ihnen bilden vertrocknete Nadeln große braune Stellen. „80 Prozent der Pflanzen sind in den letzten zwei Jahren erkrankt“, so Nisi. „Der Ausfall tut im Herzen richtig weh.“
Thuja radikal schneiden
Da hilft nur eines: großzügig zurückschneiden. An einer Pflanze zeigt Nisi auf ein kleines Loch, nur wenige Millimeter groß. „Hier hat sich der Borkenkäfer hineingebohrt“, erklärt er. Besonders zwei Schädlinge seien hier am Werk: der etwas größere Thujaborkenkäfer und der nur 1,5 bis 2 Millimeter kleine Wacholderborkenkäfer. Sie fressen sich in die Pflanze, legen Eier und vermehren sich dort. Dadurch kann die Pflanze an den betroffenen Stellen kein Wasser mehr aufnehmen und stirbt ab.

Beschädigte Thuja-Pflanze mit braunen Zweigen, die die Auswirkungen von Tierurin auf ihre Gesundheit zeigen.
www.imago-images.deGerade in den vergangenen Jahren sei das sehr häufig vorgekommen, da die Pflanzen zunehmend geschwächt seien. Die flachen Wurzeln der Hecken konnten sie während der trockenen Sommer immer schlechter mit Wasser versorgen. Das beeinträchtige die Harzproduktion. Harz schützt die Pflanze bei Verletzungen.
Besser mit Thuja Columna oder Eibe
Auch in Zukunft wird es für die Hecke nicht einfacher. Trockene Sommer und Dürren werden durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher – und die Bedingungen für Thuja-Hecken, die es besonders feucht mögen, dadurch schwieriger. Deshalb zieht Nisi immer weniger der anfälligen Thuja Smaragd auf. „Es gibt robustere Sorten, die besser mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen.“ Er würde daher von der Sorte Smaragd abraten und empfiehlt andere Sorten wie die Thuja occidentalis ‚Columna‘ oder die Eibe. Diese ist eine heimische Pflanze, wächst aber langsamer und kostet daher mehr.
Baumschule Nisi
Die Baumschule Nisi besteht seit über 70 Jahren und wird inzwischen in dritter Generation geführt. Der Großvater von Andreas Nisi gründete die Gärtnerei in den 1950er-Jahren in Remseck am Neckar. Der Betrieb hat vier Mitarbeiter und zieht Stauden, Hecken und kleine Bäume auf. Nisi bezeichnet ihn deshalb als „kleinen Allrounder“.
Laut Naturschutzgesetz ist das Schneiden und Abholzen von Thuja-Hecken immer vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt, im Sommerhalbjahr aber verboten.
Dieser Artikel erschien erstmals im Herbst 2025 und wurde am 21. Oktober 2026 aktualisiert.

