Brausestäbchen aus Winnenden: Eine freundliche Übernahme

Süßware mit Kultstatus – das Brausestäbchen
Gottfried StoppelWinnenden - Als Bub ist Holger Loch morgens in die Produktionshalle geschlüpft und hat sich seine tägliche Ration Brausestäbchen stibitzt. Damals war die Firma Sadex noch in der Innenstadt beheimatet, und die Familie Loch wohnte über dem Unternehmen in Winnenden. Heute ist Loch 51 Jahre alt, „und es schmeckt mir immer noch“. Seine Biografie ist fest mit den Zuckerwaren verklebt: Das Gründerpaar Beth waren Lochs Großonkel und -tante. Die Eheleute führten den Betrieb bis Anfang der 50er-Jahre, dann verkauften sie ihn an Fritz Sattler, der die Brausestäbchen erfand. Der enorme Zuckerpreis hatte die Firma jüngst in die Knie gezwungen.
„Wir sind Zuckerleute“
Als Retter trat die Firma Top Sweets aus dem nordrhein-westfälischen Nordkirchen auf den Plan und kaufte Sadex. „Es wäre sehr schade gewesen, wenn die Brausestäbchen verschwunden wären“, sagt der Geschäftsführer Dennis Schreinemacher. Der 31-Jährige gibt sich traditionsbewusst: „Wir sind Zuckerleute“, sagt der Betriebswirt und Marketingexperte. Sein Vater besitze eine Vertriebsagentur für Süßwaren, so sei er ins Geschäft hineingewachsen. Im vergangenen Herbst hat Josef Schreinemacher die Top Sweets mitgegründet. Der Geschäftsführer wurde sein Sohn Dennis.
Mitarbeiterzahl soll aufgestockt werden
„Das ist nun unser erster Produktionsstandort“, erklärt Schreinemacher. Weder am Namen noch am Produktionsstandort Winnenden soll sich viel ändern: Die Eheleute Silvia und Holger Loch werden weiter die Produktionsstätte leiten. Man wolle sogar die Palette erweitern. „Die Marke wird besser wahrgenommen, wenn man mehr Produkte im Supermarktregal liegen hat“, sagt der neue Chef. Auch am Verpackungsdesign werde nur wenig geändert.
Holger Loch geht davon aus, dass die Mitarbeiterzahl von 17 bald auf mehr als 20 steigt. Die Befürchtung, dass die Produktion irgendwann in ein Billigland verlegt werden könnte, zerstreut Schreinemacher: „Die Produktion ist stark automatisiert und nicht sehr lohnintensiv.“ kay