Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum: Knapp zwei Millionen Euro für Projekte im Rems-Murr-Kreis

Rudersberg war vom Hochwasser stark betroffen. Vier Projekte der Gemeinde erhalten ELR-Landesmittel.
IMAGO/Alexander WolfDas Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) setzt auch in diesem Jahr Impulse für die Entwicklung der Gemeinden in Baden-Württemberg. Im Rems-Murr-Kreis werden in zehn Städten und Gemeinden insgesamt 18 Projekte mit 1 926 645 Euro gefördert. Damit werde ein Investitionsvolumen von 12 731 595 Euro in der Region angestoßen, teilte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU), dieser Tage mit, als die Bewilligung der Förderung bekannt gegeben wurde.
Förderung für mehr als 1000 Projekte
„Mit der ELR-Förderung für über 1000 Projekte lösen wir ein Investitionsvolumen von insgesamt 753 Millionen Euro aus“, sagte Hauk anlässlich der Bekanntgabe der Förderentscheidung in Stuttgart. Er machte deutlich, dass attraktive Wohn- und Lebensbedingungen entscheidend dafür sind, junge Familien, Ärzte oder Fachkräfte im ländlichen Raum zu halten.
Ohne eine ausreichende Grundversorgung, kulturelle Angebote, passenden Wohnraum und ein reges Vereinsleben würden diese nicht aufs Land ziehen, so Hauk. „Das ELR hat damit eine besondere Bedeutung für die Strukturförderung im Ländlichen Raum“, betonte der Minister. Auch dieses Jahr entfielen über die Hälfte der eingegangenen Förderanträge auf den Bereich Innenentwicklung und Wohnen. Mit der aktuellen ELR-Förderrunde sollen landesweit rund 1300 neue Wohnungen im ländlichen Raum entstehen.

Die Gemeinde Winterbach (hier ein Blick aufs Rathaus) erhält den höchsten Zuschuss.
Foto: Gottfried StoppelKonkret profitieren im Rems-Murr-Kreis mehrere Gemeinden von der Förderung. Nach Rudersberg beispielsweise fließen 424 970 Euro, um dort vier private Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 5 114 700 Euro umzusetzen. Alle dienen dazu, die Schäden des Unwetters vom vergangenen Juni bei privaten Firmen oder Unternehmen zu beheben beziehungsweise Anlagen zum Schutz vor Hochwasser zu installieren. Details zu den einzelnen privaten Vorhaben gibt das Ministerium mit Verweis auf den Datenschutz nicht heraus.
„Winterbachs Bürgerhaus: Höchster Zuschuss für nachhaltige Projekte"
Den höchsten Einzelzuschuss in diesem Jahr erhält Winterbach mit 580 410 Euro für ein kommunales Vorhaben, das Investitionen von 1 610 304 Euro auslöst – sofern es realisiert wird: Konkret geht es um den geplanten Abriss des Alten Schulhauses in Manolzweiler, das auch von der Feuerwehr genutzt wird, zum Neubau eines Bürgerhauses in Holzbauweise, in dem ebenfalls Raum für die Feuerwehr vorgesehen ist.
In Sulzbach an der Murr ist die Förderung für ein weiteres kommunales Projekt vorgesehen: Im dortigen Weiler Berwinkel soll das Spritzenhaus in ein „Dorfgemeinschaftshaus“ umgewandelt werden. Hierfür wurden 9400 Euro bewilligt. Das Investitionsvolumen liegt bei 28 000 Euro.
Im Schorndorfer Teilort Haubersbronn soll die 57 200 Euro hohe Förderung unter anderem einer Dachsanierung sowie neuen Toiletten in einer Kindertagesstätte zugutekommen, Gesamtvolumen der Maßnahmen: 170 170 Euro.
Nachhaltige Entwicklung im Rems-Murr-Kreis
Aber auch Orte wie Althütte (96 895 Euro Zuschuss), Backnang (125 000 Euro) oder Murrhardt (339 820 Euro) werden bedacht. Die Bandbreite der Projekte reicht dabei von der Umnutzung leerstehender Gebäude zu modernen Wohnungen bis hin zur Erweiterung von Produktionsflächen. Dabei legt das ELR verstärkt Wert auf klimafreundliches Bauen: Neubauten werden vorrangig gefördert, wenn sie mit Holz oder vergleichbaren nachhaltigen Baustoffen errichtet werden.
Hier die komplette Liste aller zehn Städte und Gemeinden, die vom Geldsegen profitieren:
