Fellbach
: Fahrradclub kritisiert Entscheidung des Gemeinderats zur Bahnhofsunterführung

Nach der Ablehnung der Vorschläge für den Radverkehr in der Fellbacher Bahnhofsunterführung hofft der Fahrradclub ADFC nun auf ein Umdenken in den Fraktionen.
Von
Dirk Herrmann
Rems Murr Kreis
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Wie geht’s künftig weiter an der Bahnunterführung Fellbach?

Dirk Herrmann

Kommt demnächst womöglich doch noch Bewegung in die festgefahrene Diskussion über den Radverkehr rund um den Fellbacher Bahnhof und speziell die Bahnhofsunterführung in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) ? Der Kreisverband Rems-Murr des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) richtet jetzt einen Appell an einige Lokalpolitiker, ihre Haltung zu überdenken.

Aktuell freilich sieht es eher nach Stillstand, nach Stagnation aus – denn eigentlich wird sich vorerst nichts bewegen am Straßenrand oder auf dem Asphalt.

Piktogramm und neue Beschilderung

Die Fellbacher Baubürgermeisterin Beatrice Soltys hatte im Gemeinderat, nach vorherigen Sondierungen mit dem Polizeipräsidium Aalen und dem ADFC in Fellbach, ihre Vorschläge zu Verbesserungen in der Eisenbahnstraße oder der Bahnhofstraße mit gewisser Zuversicht im Gemeinderat vorgestellt.

So sollte durch Piktogramme auf der Straße und eine neue Beschilderung der Radverkehr von dem engen, bisher gemeinsamen Bereich mit dem Gehweg getrennt werden. Der Radverkehr solle im allgemeinen Verkehr „mitschwimmen“. Dies sei eine fachlich gut begründete „Übergangslösung“ bis zu dem erst in ein paar Jahren anstehenden großen Umbau in der Bahnhofstraße.

Warnung vor „Verschlimmbesserung“

Überraschend stemmten sich die bürgerlichen Fraktionen vehement gegen dieses Modell. Ralf Holzwarth (Freie Wähler/Freie Demokraten) kritisierte, „das Risiko für die Radler wird erhöht“, ja es sei gar „eine Verschlimmbesserung“. Bei Stimmengleichheit fand der Antrag der Verwaltung schließlich keine Mehrheit.

Als Folge dieser faktischen Ablehnung wirbt der ADFC Fellbach nun für konstruktive Lösungen und ruft zu „ sachlicher Debatte und mutigen Schritten auf“. Bei den Vorschlägen im Gemeinderat sei es unter anderem „um die Entschärfung konkreter Gefahrenstellen, wie etwa im Bereich der Bahnhofsunterführung“ gegangen – einem Abschnitt, an dem sich vor zwei Jahren bereits ein tödlicher Unfall ereignet hatte.

Die vorgeschlagenen Veränderungen seien Teil eines umfassenderen Sicherheitskonzepts gewesen. Ziel sei etwa eine klarere Wegführung gewesen, so der Sprecher des ADFC Fellbach, Johann Krämer. Diese Maßnahmen basierten zudem n icht nur auf verwaltungsinterner Planung, sondern seien auch „durch sicherheitsfachliche Stellen“ – etwa das Polizeipräsidium Aalen – mitgetragen worden.

Aus Sicht des ADFC ist es „bedauerlich“, dass diese Vorschläge keine Mehrheit fanden, da CDU und FW/FD geschlossen dagegen stimmten und die Maßnahmen als „Verschlimmbesserung“ bezeichneten.

Verkehrssicherheit sei ein gemeinsames Anliegen, das viele Menschen in Fellbach bewege – unabhängig von Parteizugehörigkeit oder bevorzugtem Verkehrsmittel. Der ADFC setze sich für eine Infrastruktur ein, die allen Verkehrsteilnehmenden zugute komme, insbesondere aber den besonders Schutzbedürftigen: Kindern, älteren Menschen und allen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind.

Es fehlt an Schutz und Übersicht

Krämer: „Wer morgens mit dem Kind zur Schule fährt, merkt schnell: Es fehlt vielerorts an Übersicht, Raum und Schutz.“ Und, so der Fellbacher Fahrradexperte: „Die vorgeschlagenen Anpassungen hätten für viele Verkehrsteilnehmende einen spürbaren Unterschied gemacht.“

Hoffnung auf sachliche Diskussion

In der Ablehnung der Maßnahmen durch CDU und FW/FD sieht der ADFC „einen Rückschritt für die Verkehrssicherheit, zugleich aber auch die Chance für eine erneute, sachlich orientierte Diskussion“. Im Sinne des gemeinsam verabschiedeten Verkehrsentwicklungsplans möchte Krämer „alle Fraktionen dazu ermutigen, zukünftig konstruktiv und über Parteigrenzen hinweg an tragfähigen Lösungen zu arbeiten. Die Fragen der Mobilität und Sicherheit betreffen uns alle.“

Der ADFC stehe dem Gemeinderat und der Verwaltung jederzeit für fachlichen Austausch zur Verfügung und unterstütze gerne „bei der Entwicklung nachhaltiger und umsetzbarer Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Fellbach“.

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