Feuer in Waiblingen: Neue Hinweise zum Werkstatt-Großbrand: War eine Autobatterie der Auslöser?

Die Bekämpfung des Feuers in einem rückwärtigen Gebäude im Waiblinger Industriegebiet war schwierig.
Andreas Rosar Fotoagentur-StuttgartDie Polizei ermittelt nach wie vor im Fall des Großbrands, der am Nachmittag des 8. September im Gewerbegebiet Eisental in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) in einer Autowerkstatt gewütet hat. Der Kfz-Betrieb in der Eisentalstraße wurde bei dem Feuer komplett zerstört. Der Brand, der gegen 16 Uhr bemerkt worden war, hatte eine gewaltige schwarze Rauchsäule verursacht, die weithin sichtbar war.
Mehr als 100 Feuerwehrleute waren an dem Montagnachmittag im Einsatz, um das Feuer zu löschen und ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude zu verhindern. Eine Drohne kam ebenso zum Einsatz wie die Nina-App, mit deren Hilfe die Nachbarschaft gewarnt und dazu aufgerufen wurde, die Fenster geschlossen zu halten und Lüftungen auszuschalten. Später gab es Entwarnung: Messungen hatten ergeben, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffe in der Luft waren.
„Die polizeilichen Ermittlungen laufen derzeit noch“, sagt Robert Silbe, der Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Aalen im Hinblick auf die Brandkatastrophe, die laut Polizeischätzungen einen Schaden von mindestens 600.000 Euro verursacht hat. Momentan würden weitere Geschädigte vernommen. Durch den Brand seien auch etliche Fahrzeuge, die Kunden bei dem Betrieb abgestellt hatten, beschädigt worden. Nach dem Kenntnisstand der Polizei erlitt ein Mensch, offenbar der Betreiber der Werkstatt, Verletzungen an der Hand, als er versuchte, das Feuer zu löschen.
Schwierige Ermittlungen nach Brand in Waiblingen

Rund 100 Feuerwehrleute waren in Waiblingen am Brandort im Einsatz.
Foto: Andreas RosarEs gebe klare Hinweise darauf, dass ein technischer Defekt die Ursache des Feuers gewesen sei, erklärt Robert Silbe. Möglicherweise habe eine Autobatterie den Brand ausgelöst. Die Ermittlungen vor Ort gestalten sich laut Silbe aber sehr schwierig: Die Überreste des Gebäudes sind instabil und einsturzgefährdet, weshalb die Brandstelle nach wie vor nicht richtig zugänglich ist. Dass die Staatsanwaltschaft eine Räumung der Trümmer am Brandort mit schwerem Gerät veranlasst, um mehr Details über die Stelle, an der das Feuer ausgebrochen war, zu erfahren, hält der Polizeisprecher derzeit jedoch für eher unwahrscheinlich.
Keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung
Denn aufgrund der Zeugenaussagen gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass eine Straftat, wie beispielsweise vorsätzliche Brandstiftung, der Grund für das Feuer gewesen sein könnte. Nach dem Ende der polizeilichen Ermittlungen werden die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft vorgelegt, die dann entscheidet, ob der Fall abgeschlossen werden kann.
Für den Besitzer des Betriebs laufen derzeit gleich zwei Spendenaktionen im Internet. Die erste hat eine langjährige Kundin der Autowerkstatt noch am Tag des Feuers gestartet, dabei sind bislang gut 500 Euro zusammengekommen. Vier Tage später wurde eine zweite Spendenkampagne begonnen, die inzwischen gut die Hälfte des anvisierten Betrags von 18.000 Euro eingebracht hat.
„Diese Jungs waren immer für andere da – hilfsbereit, zuverlässig, mit offenen Ohren und Händen, wenn jemand Unterstützung brauchte. Jetzt sind sie es, die Hilfe brauchen“, heißt es in dem Aufruf. Die Geschädigten selbst wollen offenbar nicht öffentlich in Erscheinung treten – sämtliche Versuche einer Kontaktaufnahme liefen bisher ins Leere.