7. Internationale Opernwerkstatt: Opernstars coachen in Waiblingen Nachwuchs aus aller Welt

Stimme, Ausdruck, Körperspannung: Bei der Internationalen Opernwerkstatt in Waiblingen lernen junge Talente – hier Ekaterina Odaikina mit Lehrer Thomas Hampson –, worauf es beim Operngesang ankommt.
Peter Oppenländer- Waiblingen richtet die Internationale Opernwerkstatt aus – Kurs vom 12. bis 19. September.
- 173 Bewerbungen aus 35 Ländern, 12 Finalistinnen und Finalisten wurden ausgewählt.
- Coaches sind Melanie Diener und Thomas Hampson, es gibt offene Proben und Konzerte.
- Nachwuchstalente wohnen in Gastfamilien und treten bei „Waiblingen erfrischt“ auf.
- Öffentliche Proben am 15. und 16. September, Abschlusskonzert am 19. September im Bürgerzentrum.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Jahr für Jahr wollen mehr Menschen dabei sein. Was im Jahr 2019 klein angefangen hat, ist dank Mund-zu-Mund-Propaganda zu einem Selbstläufer geworden: Die Internationale Opernwerkstatt Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) mit den beiden Opernstars Melanie Diener und Thomas Hampson als Coaches lockt inzwischen junge Gesangstalente und Besucher aus der ganzen Welt an die Rems. In diesem Herbst läuft der Kurs für angehende Opernprofis vom 12. bis 19. September und bietet Gelegenheit zu Begegnungen mit der Musikwelt, zum Besuch von Werkstatttagen und Konzerten.
Die zwölf Plätze im Meisterkurs waren heiß begehrt. 173 junge Sängerinnen und Sänger aus 35 Ländern wollten dieses Mal bei der Internationalen Opernwerkstatt Waiblingen dabei sein, erzählt die Projektleiterin Brigitta Diel. Daraus wurden 29 Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Vorsingen eingeladen, bei dem die Kursleiter Melanie Diener und Thomas Hampson schließlich die zwölf Finalisten kürten: Die Sopranistinnen Tamara Ivaniš (Kroatien), Luz García Mora (Spanien), Esther Aline Schneider (USA) und Mngenela Sisikelelwe (Südafrika) haben es ebenso in die Endrunde geschafft wie die Mezzosopranistinnen Clara Schneider (Taiwan, USA) und Ilariandrea Tomasoni (Italien). Außerdem reisen die Tenöre Anton Radchenko (Ukraine) und Sewon Oh (Südkorea), der Countertenor Liu Yi (China), die Bariton-Sänger David Kennedy aus Irland und Zhengyu Li aus China sowie Kyongyun Park, ein Bass-Bariton aus Südkorea, an.
„Da sind wieder ganz unglaublich tolle Stimmen dabei, und auf meine Arbeit mit diesen feinen Talenten, auf das Herauskitzeln der so wichtigen paar Prozent mehr, freue ich mich enorm“, sagt der US-Bariton Thomas Hampson. „Die Opernwerkstatt Waiblingen nutzt Kreativität und Exzellenz als Katalysator für positive Veränderung“, findet Melanie Diener. In einer Zeit, in der der Dialog zwischen den Kulturen fragiler denn je erscheine, offenbare Musik ihre besondere Kraft, Brücken zu bauen, Empathie zu fördern und Hoffnung zu schenken. China, Südkorea, Taiwan, die Ukraine – die Konstellation der Herkunftsländer einiger Stipendiaten ist mit Blick auf die weltpolitische Lage in der Tat spannend.
Nachwuchstalente wohnen in Gastfamilien
Der Familienanschluss ist bei der Internationalen Opernwerkstatt inklusive: Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2019 wohnen die Nachwuchstalente stets in Gastfamilien im Raum Waiblingen und lernen so neben neuen Gesangs-, Ausdrucks- und Atemtechniken auch das Alltagsleben in Deutschland kennen. Dabei sei schon so manche Freundschaft entstanden, berichtet Brigitta Diel, die ein Händchen dafür hat, die passenden Tandems zusammenzubringen.
Vor der Anreise gilt es, da so manches zu erfragen und zu beachten: von Nahrungsmittelallergien und Essgewohnheiten bis hin zur Frage, ob der Gast zum Beispiel ein Problem mit Hunden hat. „Die Teilnehmer sollen sich in Waiblingen wie zu Hause fühlen“, sagt Thomas Vuk, der Geschäftsbereichsleiter Kultur und Sport bei der Stadt Waiblingen. Letztere kann das Event nur dank der finanziellen Förderung der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung und der Kreissparkasse Waiblingen stemmen.
Gesungen und geübt wird nicht nur hinter verschlossenen Türen: An zwei Werkstatttagen darf jeder bei den Proben dabei sein und hautnah erleben, wie Melanie Diener und Thomas Hampson die jungen Talente so coachen, dass sie am Ende noch besser singen als zuvor. Das ist harte Arbeit, bei der der Humor aber nie zu kurz kommt. Für dieses Erlebnis nehmen manche Fans weite Wege auf sich. Doch auch für Besucher, die sonst wenig Berührungspunkte mit der Opernwelt haben, ist der Blick hinter die Kulissen interessant.
„Die ganze Stadt ist bei der Opernwerkstatt die Bühne“, sagt Thomas Vuk. Die Waiblinger Stadtbücherei und die Buchhandlungen stellen die Stipendiaten und Bücher aus deren Heimatländern in ihren Schaufenstern vor. Die Nachwuchstalente treten auch beim Weinevent „Waiblingen erfrischt“ auf, das am Donnerstag, 17. September, wie gewohnt auf dem Marktplatz stattfindet – an diesem Tag als „Opern-Edition“. Das Weingut Beurer aus Kernen sorgt dann für die guten Tropfen, die Bewirtung übernimmt der Waiblinger Sternekoch Bernd Bachofer mit seinem Team.
Termine in Waiblingen
Am 15. und 16. September finden im Bürgerzentrum Waiblingen, An der Talaue 4, jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr öffentliche Proben statt. Tickets für zehn Euro sind unter www.internationale-opernwerkstatt-waiblingen.de erhältlich. Es gibt einen Livestream auf Youtube.
Bei einem Open-Air-Event auf dem Waiblinger Marktplatz am 17. September singen die Stipendiatinnen und Stipendiaten Lieder ihrer Heimatländer bei der Veranstaltungsreihe „Waiblingen erfrischt“. Sie beginnt um 17 Uhr.
Am 19. September, 20 Uhr, gibt es im Bürgerzentrum Waiblingen ein „Abschlusskonzert“ mit Werken von Mozart und anderen. Die Nachwuchstalente treten mit Melanie Diener, Thomas Hampson und der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter Leitung von Ariane Matiakh auf.














