Artenschutz in der Wilhelma
: Erfolgreich gerettet: die Glänzende Seerose

Sie ist in ihrer Art bedroht und wäre fast ausgestorben. Wie die nach Aprikose duftende Wasserpflanze wieder in ihr ursprüngliches Zuhause kommt.
Von
Iris Frey
Stuttgart/Fichtenau
Die Glänzende Seerose kehrt zurück. In der Wilhelma zwei Jahre lang gepflegt, wurde sie nun wieder an ihrem Ursprung ausgesetzt im Mühlenweiher in Fichtenau im Kreis Schwäbisch Hall.

Die Glänzende Seerose kehrt zurück. In der Wilhelma zwei Jahre lang gepflegt, wurde sie nun wieder an ihrem Ursprung ausgesetzt im Mühlenweiher in Fichtenau im Kreis Schwäbisch Hall.

Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
  • Die Glänzende Seerose wurde in Fichtenau wieder an ihrem ursprünglichen Standort ausgesetzt.
  • Die Wilhelma pflegte die bedrohte Wasserpflanze zwei Jahre lang – die Blüten duften nach Aprikose.
  • Sanierungen von Hammerweiher und Mühlweiher verbesserten die Wasserqualität und Uferbereiche.
  • Die Aktion trugen Regierungspräsidium Stuttgart, Fachleute und die Wilhelma gemeinsam.
  • Ein Teil der Pflanzen bleibt in der Wilhelma, bis die Sanierung des Hammerweihers abgeschlossen ist.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Glänzende Seerose ist zurück. Die vom Aussterben bedrohte Wasserpflanze wurde vor wenigen Tagen in ihre Heimat, einen Mühlweiher in Fichtenau im Kreis Schwäbisch Hall wieder ausgepflanzt. 1990 kam die nach Aprikose duftende Pflanze an nur noch vier Orten in Baden-Württemberg vor. Mit einem Artenschutzprogramm des Landes ist es gelungen, diese seltene Wasserpflanze in ihrer Art zu retten. Bei der aufwändigen Aktion haben das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) mit Fachleuten aus Naturschutz, Forschung und die Stuttgarter Wilhelma zusammengearbeitet.

Die in den Mühlweiher wieder eingesetzten Pflanzen stammen aus dem nahen Hammerweiher. Dort hatten sich die Lebensraumbedingungen aufgrund einer zunehmenden Verschlammung verschlechtert. Im Jahr 2024 entschloss sich deshalb das Regierungspräsidium, diesen Weiher zu sanieren. Vor Beginn der Maßnahmen wurden die Glänzende Seerose geborgen und in den Botanischen Garten der Wilhelma in Stuttgart gebracht und dort gepflegt.

Die Blüte der Glänzenden Seerose duftet nach Aprikose. Zwei Jahre lang wurde sie in der Wilhelma gepflegt, bevor sie nun wieder in die freie Natur gesetzt wurde.

Die Blüte der Glänzenden Seerose duftet nach Aprikose. Zwei Jahre lang wurde sie in der Wilhelma gepflegt, bevor sie nun wieder in die freie Natur gesetzt wurde.

Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Auch Projektmittel der Stiftung Naturschutzfonds halfen

Ungefähr zeitgleich sanierte das Regierungspräsidium den etwas südlich des Ursprungsgewässers liegenden landeseigenen Mühlweiher auch mit Projektmitteln der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. Nun weist er wieder eine gute Wasserqualität auf. Die Ufer wurden zudem stellenweise flacher ausgestaltet. So konnte der Lebensraum für die Tier- und Pflanzenarten in dem Weier und im amphibischen Bereich entlang des Ufers deutlich verbessert und ausgeweitet werden.

Die Auspflanzung der Glänzenden Seerose in Fichtenau.

Die Auspflanzung der Glänzenden Seerose in Fichtenau.

Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Etwa ein Jahr später konnte jetzt auch die Glänzende Seerose wieder an ihren ursprünglichen Standort einziehen. Ein Teil der Seerosen bleibt noch in der Wilhelma, bis auch die Sanierung des Hammerweihers abgeschlossen ist.

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Fichtenaus Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann, der stellvertretende Wilhelma-Direktor Volker Hess und Regierungspräsidentin Susanne Bay (v.li.) am Mühlweiher bei Fichtenau.

Fichtenaus Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann, der stellvertretende Wilhelma-Direktor Volker Hess und Regierungspräsidentin Susanne Bay (v.li.) am Mühlweiher bei Fichtenau.

Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Freude über die Rückkehr in Fichtenau

Die Freude über die erfolgreiche Wiederansiedelung war groß: „Es ist großartig, diese seltene Pflanzenart heute wieder in ihr ursprüngliches Zuhause zurückbringen zu können“, betonte Regierungspräsidentin Susanne Bay. Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann sagte: „Die Rückkehr der Glänzenden Seerose ist für Fichtenau etwas ganz Besonderes. Dass diese seltene Pflanze wieder an einem ihrer historischen Standorte angesiedelt werden kann, ist ein schönes Zeichen für erfolgreichen Artenschutz.“

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin, der vor Ort von Volker Heß vertreten wurde, betonte anlässlich der Aktion, dass die Wilhelma rund 40 Artenschutzprojekte auf der ganzen Welt mit rund einer Million Euro pro Jahr unterstützt.