Caritas-Aktion in Stuttgart
: Über 2000 Lichter leuchten für Menschen in Not

Passanten sorgen dafür, dass die Aktion „Eine Million Sterne“ am Schlossplatz stückweise zu einem „Lichtermeer für arme Menschen“ wird. Es zeigt sich ein beeindruckendes Bild.
Von
Georg Linsenmann
Stuttgart

Lichtermeer am Samstag auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Lichtgut/Julian Rettig

Bereits seit 2007 läuft die deutschlandweite Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne“ der Caritas. Auf dem Schlossplatz lief sie am Samstagabend sogar ziemlich gut. Mit einsetzender Dämmerung begannen Akteure des Caritasverbandes Stuttgart am Schlossplatz-Rondell damit, Kerzen auf der Grundform eines Kreuzes aufzustellen, was schon einen meditativen Einschlag hatte.

Um dieses „flammende Kreuz“ wurde dann sukzessive ein Halbkreis markiert, den es mit Hilfe zufällig vorbeikommender Passanten weiter aufzufüllen galt. Eine Einladung, die gerne angenommen wurde, sodass sich in der Dunkelheit schon bald eine eindrucksvolle Lichter-Installation aus über 2000 hellorange leuchtenden Grablichtern ergab. Und weil die Aktion in 80 weiteren Städten quer durch die Republik lief, im Kleinen zudem in vielen Einrichtungen der Caritas, ergab auch der hoffnungsfrohe Titel „Eine Million Sterne“ schnell einen Sinn, wobei jedes Licht an Menschen in Not gemahnen sollte.

Passanten füllen den leuchtenden Halbkreis.

Foto: Lichtgut//Julian Rettig

Angesprochen fühlte sich etwa Johanna, die mit ihrer Großmutter durch die gut gefüllte abendliche City bummelte: „Man wird ruhig und nachdenklich, ein bisschen wie in der Kirche“, befand die junge Frau, deren Oma von einer „kleinen Übung in Empathie“ sprach. Als sie ihre Kerzen in die Hände nahmen, gaben sie auch gerne was in die Spendenbox, in der sich nicht nur Münzen, sondern auch etliche Scheine sammelten.

Zugute kommt die Spendensumme dieses Jahr dem Caritas-Projekt Zifa, was für „Zielgerichtete Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung“ steht und sich vor allem auf Frauen bezieht. „Wir sind auf Spenden angewiesen, manches Projekt geht nur so“, erklärte Beraterin Anja Sawatzky, die vor Ort auch mehrfach angesprochen wurde. Zufrieden zeigte sich auch Thomas Lamparter, Leiter der Flüchtlingshilfe der Caritas Stuttgart: „Eine schöne Aktion mitten in der Stadt, bei der wir auch zeigen konnten, dass wir ein offenes Ohr für die Menschen haben.“

Digital ist der Erfolg überschaubar

Erstmals lief die Sterne-Aktion zudem übers Internet, wobei für jede Kerze ein Betrag von 2,50 Euro aufgerufen war. Im Vergleich zur analogen Aktion auf dem Schlossplatz war das Ergebnis allerdings mau: Als die Akteure die Kerzen am Fahnenrondell längst wieder ausgeblasen hatten, waren digital gerade einmal 28 Lichtlein am Flackern.

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