Erfolg für Dillmann-Gymnasium
: Stuttgarter Schüler programmieren Roboter für NASA

Für zwei Jugendliche ist ein Traum Realität geworden. Sie haben einen Roboter programmiert, der den nachhaltige Gemüseanbau an Bord der ISS verwaltet. Wie es dazu gekommen ist.
Von
Yelin Türk
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Stolze Leistung: Zwei Schüler vom Dillmann-Gymnasium erreichten den vierten Platz beim Zero Robotics Wettbewerb. Im Bild (von links): Stellvertretender Schulleiter Phillip Muth mit Jan Henze und Pascal Bienert.

Dillmann-Gynasium

Im Weltall arbeiten, davon träumen viele. Für zwei Schüler aus Stuttgart ist dieser Traum teilweise in Erfüllung gegangen. Jan Henze und Pascal Bienert haben an dem renommierten Zero Robotics Wettbewerb, der unter anderem von dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der NASA veranstaltet wird, teilgenommen und knapp das Siegerpodest verpasst.

Während des Wettbewerbs kommen verschiedene Teams aus aller Welt in Allianzen zusammen und erstellen Programmiercodes, die kleine Roboter in einem vorgegebenen Szenario steuern sollen. In diesem Jahr sollte der Roboter in der Lage sein, ein nachhaltiges Gemüseanbausystem an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) zu verwalten. Während der Auswertung werden dann Punkte verteilt, zum Beispiel für geschickte Lenkmanöver oder ausgeklügelte Taktiken. Das Team vom Dillmann-Gymnasium war in diesem Jahr das einzige aus Deutschland.

Stressige Nächte und neue Denkweisen

Ganz so einfach war das für die beiden Schüler nicht. Von den Organisatoren wurden sie in eine Allianz mit drei Schul-Teams aus den Vereinigten Staaten eingeordnet. „Das war etwas stressig, da es einen signifikanten Zeitunterschied gab und man teils bis nach Mitternacht aufblieb, um zu koordinieren“, sagt Pascal Bienert, einer der beiden Schüler des Dillmann-Teams. Die Zusammenarbeit hatte aber auch ihre Vorzüge, sagt er: „Toll war, dass die Allianzmitglieder aus den USA eine ganz andere Denkweise und Strategie mitgebracht haben.“

Die Teilnahme am Wettbewerb war kein Zufall. Johannes Ehrenmann, Abteilungsleiter der Naturwissenschaften am Dillmann-Gymnasium, kannte den renommierten Wettbewerb schon seit ein paar Jahren. „Allerdings fand seit 2020 kein internationales High School Tournament mehr statt. So bot sich in diesem Jahr erstmals wieder seit langem die Möglichkeit zur Teilnahme“, erklärt er.

Sparzwang verhinderte Reise

Die Finalisten konnten zum Finale im MIT anreisen. Das deutsche Team blieb aber in Stuttgart. „Leider hat auch bei diesem Wettbewerb der Sparzwang zugeschlagen“, so Ehrenmann. In der Vergangenheit wurden Finalisten für den Live-Stream zur ISS, wo ihre Codes an echten Robotern erprobt wurden, an NASA oder ESA-Stätten eingeladen. „Da dies in diesem Jahr leider nicht so war und ein Flug in die USA mit sehr hohen Kosten verbunden gewesen wäre, nahmen wir lediglich am Live-Stream zum Finale teil“, erklärt Ehrenmann weiter.

Im Livestream konnte das Dillmann-Team zuschauen, wie ihr Code sich gegen die anderen Teams bewährte. Schließlich landeten die Schüler mit ihrer Allianz auf dem vierten Platz. Diese erhielt zudem einen Orden für den am besten lesbaren Code. „Das war großartig“, freut sich Bienert. „Und es hat unglaublich viel Spaß gemacht mit und gegen Leute aus der ganzen Welt anzutreten. Vor allem in einem Feld, das uns interessiert. Wenn wir noch einmal die Chance erlangen, würden wir dieses Projekt erneut angehen.“

StZ Kompakt - Der Morgen
Montag - Sonntag um 6.00 Uhr
Starten Sie mit den wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht in den Tag und erhalten Sie sonntags die besten Geschichten der Woche.