Guter Wein aus Württemberg
: Der schwäbische Pionier für die Piwis will die Nase vorne haben

Nur wenige Winzer haben so viele Sorten an Pilz widerstandsfähigen Sorten im Anbau wie Werner Kuhnle. Sein Sauvignac ist ein gutes Ergebnis dieser Art von  Feldforschung.
Von
Kathrin Haasis
Stuttgart
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Werner Kuhnle und ander Winzer mit Piwi-Weinen

Werner Kuhnle (Zweiter von links) freut sich mit Andreas Rapp vom Esslinger Teamwerk,  Timo Saier (Mitte) und Birthe Meseke vom Weingut der Stadt Stuttgart sowie Heinrich Leutenberger vom Verein Slow Food über die Auswahl an Piwi-Weinen.

Kathrin Haasis
  • Werner Kuhnle gilt als Piwi-Pionier in Württemberg und baut 13 dieser Sorten an.
  • Er setzt auf Vielfalt, bleibt „alte Kellerschule“ – und vinifiziert Piwis sortenrein.
  • Sein Sauvignac: kräftig, rund, Aromen von Aprikose, Apfel, Limette, würzige Kräuternote, wenig Säure.
  • Verkostung: viel Kraft und Aroma, jedoch wenig Frische laut einem Urteil.
  • Erhältlich als Sauvignac 2025 trocken für 8,90 Euro beim Weingut Kuhnle in Weinstadt-Strümpfelbach.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer den Prototypen des schwäbischen Winzers sucht, wird bei Werner Kuhnle fündig. Mehr als 50 Weine stehen nach wie vor auf seiner Liste, während viele Kollegen diese Württemberger Eigenart zur Vielfalt eingedämmt oder abgeschafft haben. Das berühmte Weingut Château Cheval Blanc produziert schließlich nur drei Weine: einen großen und einen kleinen Roten sowie einen Weißen. Aber Werner Kuhnle ist eben kein Franzose aus Bordeaux, sondern ein Schwabe aus Strümpfelbach – und als solcher ein klassischer Tüftler und Denker. „Wir möchten die Nase mit vorne dabei haben“, denkt er zum Beispiel.

Eine Neigung mit Folgen

Vor ein paar Jahrzehnten bedeutete dieser Gedanke, dass er als einer der ersten Württemberger im größeren Stil Chardonnay anpflanzte, sich Merlot-Reben, Cabernet, Sauvignon Blanc und Garanoir holte. Er neige dazu, alle Sorten haben zu wollen, sagt er über sich selbst und klingt dabei ein bisschen schuldbewusst. Genau aus diesem Grund hat er jedoch einen der Prototypen für einen Wein der Zukunft geliefert. Werner Kuhnle steht zwar für Tradition, aber das muss kein Gegensatz zur Innovation sein. Er sei „alte Kellerschule“, sagt er zum Beispiel auch, was er bei der Ausbildung zum Techniker in Weinsberg vor einigen Jahrzehnten gelernt habe, praktiziere er noch heute. Vermutlich deshalb ist er offen für die neuen pilzwiderstandsfähigen Sorten, die an Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalten wie Weinsberg entwickelt wurden. In seinem Portfolio finden sich längst Muscaris, Souvignier Gris und Sauvignac, die er nicht in Cuvées versteckt, sondern sortenrein ausbaut und anbietet.

Der Trend zum Piwi hat nicht unbedingt etwas mit bio zu tun, sondern mit Pragmatismus. Jeder Winzer freut sich, wenn er kaum spritzen muss und die robusten Trauben den Frost besser überstehen. Werner Kuhnle hat mittlerweile 13 verschiedene Sorten davon im Anbau. Sein Sauvignac kann gut für sich stehen, ist kräftig, rund, duftet nach Aprikose, Apfel und Limette, hat eine würzige Kräuternote und wenig Säure. Damit lässt sich auch der Prototyp des schwäbischen Weintrinkers von dieser sinnvollen Entwicklung überzeugen.

Das Urteil der Weinrunde

Holger Gayer Der Sauvignac gehört definitiv zu den Sorten mit Zukunft: Opulent und schmelzig präsentiert sich der Wein, mit kräftigem Aprikosen-Aroma und würzigen Kräutern im Gepäck. Allerdings hat er kaum Säure, daher nur wenig Frische.

Michael Weier Bei den neuen Rebsorten bin ich ja wie die meisten Weintrinker zunächst einmal skeptisch, dieser Wein überzeugt aber: Da schmeckt man viel Kraft, viel Aroma, ein sehr gelungener Tropfen für gehaltvolle Momente.

Sauvignac 2025 trocken, 8,90 Euro, Weingut Kuhnle in Weinstadt-Strümpfelbach, Telefon 071 51 / 612 93. www.weingut-kuhnle.de

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