Tauziehen um Dubai-Flüge: Berlin sticht Stuttgart aus – Wie reagieren Stadt und Land?

Ein Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates startet. In Stuttgart wird das vorerst ein Traum bleiben.
Federico Gambarini/dpa- Emirates fliegt ab sofort siebenmal wöchentlich von Berlin nach Dubai.
- Stuttgart erhält keine neuen Flugrechte – die Stadt zeigt sich enttäuscht.
- Entscheidung fiel beim Staatsbesuch des VAE-Präsidenten in Berlin.
- Verkehrsminister Steffen Bilger: fünfter Landepunkt neben Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, München.
- Wirtschaft und Flughafen Stuttgart fordern weiter mehr Direktverbindungen, auch Richtung Golfregion.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beim Poker um neue Landerechte für die Fluggesellschaft Emirates hat Stuttgart gegenüber Berlin den Kürzeren gezogen. Demnach darf die Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) von sofort an siebenmal in der Woche vom Flughafen der Bundeshauptstadt aus nach Dubai starten. Stuttgart, wo man sich zuletzt ebenfalls Hoffnungen gemacht hatte, ging leer aus.
Die Entscheidung war im Kontext des Staatsbesuches von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), am Donnerstag in Berlin bekannt gegeben worden. Nach langen Verhandlungen sei man zu einem zukunftsfähigen Ergebnis gekommen, sagte der Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). „Indem wir ab sofort einer Airline der VAE zu ihren bislang vier Landepunkten einen weiteren und damit fünften Landepunkt in Deutschland gewähren, binden wir Deutschland noch besser an die VAE an.“ Bisher fliegen die Emirates Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und München an.
Das Land will weiter kämpfen
Der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hatte sich zuletzt noch persönlich bei Kanzleramtsschefin Nina Warken (CDU) für den Flughafen vor den Toren seiner Stadt eingesetzt. Zudem dürfte er auf den neuen, immerhin aus Baden-Württemberg stammenden Verkehrsminister gehofft haben. Auch ihm schrieb er einen Brief. Doch offenbar waren die Gespräche schon so weit gediehen, dass Bilger nichts mehr ausrichten konnte oder wollte. Die abschlägige Nachricht – immerhin verbunden mit einem Bedauern – soll der OB aufs Handy erhalten haben.
Eine Sprecherin der Stadt erklärte, Nopper sei enttäuscht. Die Stuttgarter Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) verwies darauf, dass einem wirtschaftsstarken Bundesland wie Baden-Württemberg eine verstärkte Flugverbindung in die Golfregion gut getan hätte. „Wir haben im Vorfeld dieser Entscheidung als Landesregierung erneut unsere Argumente vorgetragen.“ Dies werde man auf künftig tun. Zusätzliche Fluglinien in Stuttgart hätten Vorteile für ganz Deutschland. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es eines Tages so weit sein wird.“
Wirtschaft fordert mehr Direktverbindungen
Ein Sprecher der Stuttgarter Flughafengesellschaft sagte, die Entscheidung der Bundesregierung sei nicht nachvollziehbar. „Der Bedarf an zusätzlichen internationalen Verbindungen besteht hier seit Jahren und wurde von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden wiederholt deutlich gemacht.“ Die Fluggesellschaft habe mehrfach ihr Interesse an einer Aufnahme Stuttgarts in das Streckennetz deutlich gemacht. „Deshalb setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass der Standort Stuttgart bei künftigen Entscheidungen berücksichtigt wird.“
Gegenwärtig sind am Flughafen Stuttgart 39 Airlines mit Flugrechten vertreten, die zusammen über 120 Ziele in rund 40 Ländern anfliegen. Ab Oktober gibt es auch wieder Verbindungen nach Dubai mit den Gesellschaften Eurowings und Condor. Die Ansiedlung von Emirates hätte allerdings einen Anschluss an deren internationales Netz bedeutet, das den gesamten asiatischen Raum bis nach Fernost und Australien erschließt. Bisher verfügt Stuttgart vor allem über innereuropäische Anschlüsse. Der letzte direkte Transatlantikflug wurde vor zwei Jahren eingestellt. Bis dahin war Delta viermal in der Woche mit einer Boeing 767 nach Atlanta geflogen.
