Kinderbetreuung in Stuttgart: Wer bekommt einen Kita-Platz?

In der Kita geht es nicht nur um Betreuung, sondern auch um frühkindliche Bildung.
dpaIn den Koalitionsverhandlungen diskutieren CDU und Grüne in Baden-Württemberg aktuell darüber, ob und wie das letzte Kindergartenjahr verpflichtend und damit beitragsfrei werden kann. Noch vor zwei Jahren hätte die Umsetzung einer solchen Idee die Landeshauptstadt vor große Herausforderungen gestellt – schlicht, weil es nicht genügend Kita-Plätze gab. Inzwischen hat sich aber einiges getan.
Zum einen ist die Zahl der Kinder in Stuttgart gesunken. Zum anderen hat die Stadt kräftig in den Ausbau von Kita-Plätzen sowie die Gewinnung von Fachkräften investiert. Darüber hinaus hat das Jugendamt die Zahl der Ganztagsplätze reduziert und tut dies weiterhin. Es bietet mehr Plätze mit sechs- und siebenstündiger Betreuung an. So konnte das Amt bereits 500 neue Kita-Plätze schaffen – und zwar ohne neues Personal einzustellen, sondern ausschließlich durch den passgenaueren Einsatz von Teilzeitkräften.
Nicht zuletzt hat die Stadt im August 2024 ihr Vergabeverfahren umgestellt. Seitdem werden die Plätze zentral über das Kita-Portal vergeben. Auf dieser Online-Plattform müssen Familien ein Elternkonto anlegen und einige Daten zu ihrem Kind, ihrer Lebenssituation und gegebenenfalls ihrem Beschäftigungsumfang eingeben.
Diese Kriterien gelten bei der Platzvergabe
Die Vergabe der städtischen Kita-Plätze erfolgt zentral über ein Punktesystem.
Bei Punktgleichheit erhält in jedem Fall das ältere Kind das Betreuungsangebot. Dabei zählt nicht nur das Geburtsjahr, sondern der genaue Geburtstag. „Es erfolgt zu keinem Zeitpunkt eine Auslosung“, stellt die Pressestelle auf Anfrage unserer Zeitung klar. Das beschriebene Vorgehen sichere eine objektive Platzvergabe anhand eindeutiger Kriterien. Wenn ein Platz abgelehnt werde, werde dieser der nächsten Familie angeboten.
Das Kita-Portal bietet eine Übersicht über alle Betreuungsmöglichkeiten – auch über die der freien Träger und Tagesmütter. Das Punktesystem gilt aber nur für die Vergabe der städtischen Plätze, andere Kitas haben eigene Verfahren und Kriterien.
