Marga-von-Etzdorf-Platz: Stadt interviewt sich selbst zu Hitzeproblem auf Platz in Stuttgart

Es gibt 16 neue Bäumchen auf dem Marga-von-Etzdorf-Platz in Stuttgart-Bad Cannstatt: Gesponsert wurden sie vom Verschönerungsverein. Bis sie Schatten spenden, wird es noch dauern.
Lichtgut/Max Kovalenko- Stuttgart kritisiert Berichte: Hitzeschutz am Marga-von-Etzdorf-Platz sei nicht vergessen.
- Platz wurde für 4,1 Mio. Euro umgebaut, wirkt laut Stadt keine „Steinwüste“.
- Untergrund mit Rigolen und haufwerksporigem Pflaster – Versickerung wie bei Wiese.
- Stadt räumt fehlenden Sonnenschutz im Sommer ein; Planung begann vor über zehn Jahren.
- Studie empfiehlt Pavillon für 400 m² Schatten: Kosten 1,3 Mio. Euro, Mittel fehlen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In den Medien ist der Marga-von-Etzdorf-Platz zuletzt nicht gut weggekommen. Mehrere Berichte unserer Redaktion hatten das Interesse des ZDF geweckt, der Sender drehte vor wenigen Tagen einen „Hammer der Woche“ in Bad Cannstatt. Der Grund für das Interesse: Auf dem noch recht neuen, für 4,1 Millionen Euro umgebauten Quartiersplatz fehlt der Hitzeschutz.
„In der öffentlichen Diskussion über den Platz wird derzeit der Eindruck vermittelt, bei der Planung seien Aspekte des Hitzeschutzes nicht berücksichtigt worden“, schreibt die Pressestelle der Stadt nun in einer unangefragten Mitteilung. „Weder sind hier wichtige Aspekte vergessen worden, noch findet man dort eine Steinwüste vor“, wird der Bau- und Umweltbürgermeister Peter Pätzold zitiert.
Der Platz funktioniere wie eine Wiese
Was man dem Marga-von-Etzdorf-Platz tatsächlich nicht auf den ersten Blick ansieht: Er funktioniert laut Angaben der Stadt eigentlich wie eine Wiese. Im Untergrund befinde sich ein 40 Meter langes Rigolensystem, mit Platz für 120 Kubikmeter Wasser. Zudem bestehe die Fläche aus einem „haufwerksporigen Betonpflaster“. „Dies erreicht Versickerungswerte, die mit denen einer begrünten Fläche vergleichbar sind“, so die Stadt.

So könnte der Sonnenschutz am Marga-von-Etzdorf-Platz in Stuttgart aussehen. Das Problem: Die nötigen 1,3 Millionen Euro hat die Stadt nicht.
Universität StuttgartTrotzdem, dass der Marga-von-Etzdorf-Platz ohne Schutz vor Sonne im Sommer nicht nutzbar ist, räumt die Stadt ein. Also wurde der Hitzeschutz doch vergessen?
„Nein, aber Hitzeschutz ist ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Geplant wurde der Platz vor über zehn Jahren“, sagt Peter Pätzold. Er sagt es in einem Interview mit der Pressestelle, also in einem Gespräch, das die Stadt mit sich selbst führt. „Von Herbst bis Frühjahr funktioniert der Platz.“ Mit anderen Worten: im Winter.
Im vergangenen Jahr hatte die Stadt eine Studie in Auftrag gegeben, wie sich der Platz in Bad Cannstatt verschatten ließe. Das Ergebnis war ein Pavillon, entwickelt von der Uni Stuttgart, der 400 Quadratmeter der Fläche verschatten würde. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Euro. Geld, das die Stadt aktuell aber nicht hat.
Die Stadt Stuttgart verweist übrigens auch auf die 16 neuen Bäume, die seit 2021 auf dem Platz „noch wachsen und dann für den gewünschten Schatten sorgen“. Die Bäume hatte „damals“ der Verschönerungsverein Stuttgart gespendet.
