Marga-von-Etzdorf-Platz
: Vergessener Hitzeschutz - Stuttgarter Platz im TV

Erst 2020 eröffnet und an Hitzetagen unbenutzbar: Im ZDF-Beitrag „Hammer der Woche“ spielt der Marga-von-Etzdorf-Platz in Stuttgart-Bad Cannstatt die Hauptrolle.
Von
Judith Sägesser
Stuttgart
Quartiersplatz im NeckarPark: Marga-von-Etzdorf-Platz

Hat immer noch schwierigkeiten mit den Besucher.

Auf der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs in Bad Cannstatt entsteht das 22 Hektar große Wohn- und Gewerbegebiet NeckarPark. Ein zentraler Teil des NeckarParks ist der Marga-von-Etzdorf-Platz. Der Platz bildet als "steinerne Mitte" das Komplementär zum Veielbrunnenpark als „grüne Mitte“ des NeckarParks. Beide öffentlichen Freiräume sind gestalterisch aufeinander abgestimmt. Die Fläche des künftigen Quartiersplatzes umfasst in der Summe rund 10.000 Quadratmeter. Das Projekt wird mit Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst.

 

Gestaltung des Marga-von-Etzdorf-Platzes

Der neue, dreieckige Quartiersplatz zwischen Stadtarchiv, altem Zollamt und dem noch zu bauenden angrenzenden Bildungshaus im Neubaugebiet NeckarPark markiert den Übergang vom bestehenden Veielbrunnenquartier zum neuen Wohngebiet. Der Entwurf des Platzes orientiert sich an den Bedürfnissen der Nutzer. Das sind insbesondere die Anwohner des NeckarParks, ebenso wie die Besucher.

Der Marga-von-Etzdorf-Platz neben dem neuen Neckarpark-Quartier in Stuttgart-Bad Cannstatt: In einem TV-Beitrag äußern Passanten heftige Kritik.

Lichtgut/Max Kovalenko
  • ZDF zeigt den Marga-von-Etzdorf-Platz in Bad Cannstatt – Hitze macht ihn unbenutzbar.
  • Ein Reporter misst vormittags 50 Grad Celsius, Passanten äußern starke Kritik.
  • Der Platz wurde 2020 eröffnet, kostete 4,1 Millionen Euro und bleibt im Sommer leer.
  • Baubürgermeister verneint Fehlplanung, kündigt Schattenspender bei Veranstaltungsplätzen an.
  • Studie empfiehlt einen Uni-Pavillon für 400 Quadratmeter Schatten, Kosten: 1,3 Millionen Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schon vormittags hat der Journalist im Auftrag des ZDF 50 Grad Celsius auf dem Marga-von-Etzdorf-Platz in Stuttgart-Bad Cannstatt gemessen. Das war am vergangenen Freitag. Dass sich das Fernsehen für den vergleichsweise kleinen Quartiersplatz interessiert, hat mit der Tatsache zu tun, dass die Stadt hier den Hitzeschutz vergessen hat.

Im Jahr 2020 war der neue Platz eröffnet worden. Sanierungskosten: 4,1 Millionen Euro. Es stellte sich schnell heraus, dass er - obschon für Veranstaltungen gedacht - im Sommer weitgehend menschenleer bleibt. Im Länderspiegel-Beitrag „Hammer der Woche“ (abrufbar in der ZDF-Mediathek) äußern sich Passanten zu der Situation.

Bereits vorab: Unkritische Stimmen hat das ZDF offenbar nicht gefunden. Die Kommentare reichen von „sehr schade“ über „eine Katastrophe“ bis hin zu: „Ich denk' mal, diejenigen, die hier geplant haben, standen selber noch nicht fünf Minuten hier in der Sonne rum.“

Das sagt der Stuttgarter Bürgermeister dazu

Diejenigen, die hier geplant haben, kommen in dem Beitrag auch zu Wort. Nämlich in Person des Stuttgart Baubürgermeisters Peter Pätzold. Von einer Fehlplanung könne seiner Einschätzung nach nicht die Rede sein. „Aber wir erkennen jetzt, dass wir bei allen befestigten Plätzen, die für Veranstaltungen da sind, im Sommer Maßnahmen ergreifen müssen, um für mehr Schatten zu sorgen.“

Die Stadt Stuttgart hatte im vergangenen Jahr eine Studie in Auftrag gegeben, wie man beim Marga-von-Etzdorf-Platz in Bad Cannstatt nachsteuern könnte. Das Ergebnis: Ein von der Uni Stuttgart entworfener Pavillon, der knapp 400 Quadratmeter der Fläche beschatten würde, würde 1,3 Millionen Euro kosten. Geld, das die Stadt Stuttgart derzeit nicht hat.

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