Neues Beteiligungsportal: So können Stuttgarter die Stadtverwaltung per Handy kritisieren

Mit dem neuen Bürgerbeteiligungsportal „Stuttgart-meine-Stadt“, sollen sich Bürger und Bürgerinnen bequem mit dem Handy beteiligen können.
Frederik HerrmannDemokratie lebt von den Bürgerinnen und Bürgern und ihrem Engagement – auch auf lokaler Ebene. Um die Stuttgarter Bevölkerung stärker in aktuelle Projekte einzubeziehen, stellt die Stadt Stuttgart eine Beteiligungsplattform bereit. Die Stadt verspricht ein Portal, mit dem sich Bürger und Bürgerinnen aktiv in die Entwicklung der Stadt einbringen können.
Bereits seit 2015 betreibt die Stadt eine entsprechende Website. Das bisherige Portal habe jedoch nicht mehr den heutigen technischen Standards entsprochen, so die Stadt Stuttgart. Ein Relaunch sei daher notwendig gewesen. Seit dem 22. April ist die neue Plattform online, über die Bürgerinnen und Bürger einfach und unkompliziert per Mobiltelefon ihre Meinung zu geplanten Projekten mitteilen können.
Den Oberbürgermeister treffen und Radwege mitgestalten
Auf der neuen Plattform werden aktuelle Projekte der Stadt vorgestellt. An einigen können sich Bürgerinnen und Bürger direkt online beteiligen – etwa bei der Planung des Radverkehrskonzepts 2026. Vom 30. April bis zum 5. Juni können Fahrradbegeisterte parallel zur Aktion „Stadtradeln“ Ideen und Hinweise zur Förderung des Radverkehrs in Stuttgart einbringen.
Andere Projekte verweisen dagegen auf klassische Beteiligungsverfahren. Wer sich beispielsweise an einer geplanten Sanierung im Stuttgarter Osten beteiligen möchte – etwa im „Sanierungsgebiet Stuttgart 29 – Teilbereich Stöckach“ –, wird auf ein wöchentliches Treffen im Stadtteil- und Familienzentrum Stöckach hingewiesen.
Die Plattform informiert zudem über aktuelle Termine der Stadt und lädt Bürgerinnen und Bürger etwa zu Gesprächen mit Oberbürgermeister Frank Nopper ein. An drei Samstagen im Jahr 2026 können Bürger und Bürgerinnen den OB persönlich treffen und sich mit ihm Austauschen.
Gelbe Karte für die Stadt – das Beschwerdeportal
Für Beschwerden bietet die Stadtverwaltung die Möglichkeit, online die „Gelbe Karte“ zu zeigen, wie das entsprechende Portal heißt. Über das Smartphone können Kritik oder Störungen direkt gemeldet werden. Auf einer digitalen Karte lässt sich beispielsweise markieren, wo auf Radwegen Scherben liegen, eine Ampel defekt ist oder Müll auf Grünflächen liegt.
Neben Beschwerden können Bürgerinnen und Bürger aber auch Lob und Anregungen einreichen.
Stadt verspricht Bürgerbeteiligung für alle
Neu sei auf der Seite, dass bei vielen Beteiligungsformaten keine Registrierung notwendig sei. So soll es einfacher werden, sich zu beteiligen.
Mit der neuen Plattform möchte die Stadtverwaltung möglichst vielen Menschen mit unterschiedlichen Bildungshintergründen die Beteiligung ermöglichen. Planungsvorhaben sind jedoch oft komplex. Daher bietet die Seite die Möglichkeit, Inhalte per Knopfdruck in vereinfachte Sprache zu übertragen. Eine KI soll die Inhalte dann entsprechend übersetzen.
Auch bei der Übersetzung in andere Sprachen komme Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Die Informationen sind nicht nur auf Deutsch und Englisch verfügbar, sondern lassen sich per Knopfdruck auch in Spanisch, Französisch, Ukrainisch und Türkisch anzeigen. Insgesamt stehen zwölf Sprachen zur Auswahl.
Künftig soll das Portal weiter ausgebaut werden. Geplant ist eine eigene Seite zur Beteiligung von Jugendlichen. Mit ihr will die Stadt dann gezielt junge Menschen ansprechen und sie zum Mitmachen animieren.