Neues Restaurant in Ludwigsburg: Die Pizza im VfB-Spieler-Lokal Quindici ist ein Volltreffer
Wie so manchem Fußballer ist auch Arthur Boka nach dem Karriereende langweilig geworden. „Immer nur am Strand, das ist nichts für mich“, sagte er einer Boulevard-Zeitung nach zehn Jahren in Málaga. Nun ist der Mann, der von 2006 bis 2014 für den VfB auflief, zurück in der Region – und wie viele seiner Kollegen in die Gastronomie eingestiegen. „Richtig gutes Essen“ will der 41-Jährige im Quindici, das nach seiner Rückennummer 15 und einem Dorf bei Neapel benannt ist, bieten. Das Lokal hat wenig Bundesliga-Glamour, sondern ist die mit gerahmten Trikots ausgestattete Vereinsgaststätte des Ludwigsburger Tanzclubs. Nett eingerichtet ist der Innenraum mit gepolsterten Stühlen und karierten Tischdecken. Auf der Terrasse sitzen die Gäste schön im Grünen, jedoch auf harten Holzbänken.
Viele VfB-Stars bei der Eröffnungsfeier von Quindici
Zur Eröffnung im Januar liefen viele VfB-Stars auf, wer nun zum Promi-Spotting ins Quindici kommt, wird wohl enttäuscht: Arthur Boka steht nicht hinterm Tresen, sondern ein Kellner, der das Wort „prego“ liebt und mit Aufmerksamkeit sparsam umgeht. Der neapolitanischen Pizza haben sich Arthur Boka und seine Geschäftspartner Bülent Düzgün und Carlo Caliendo verschrieben – in exakt 15 Varianten. Dafür gärt der Teig lange, ein fluffiger Schlauchboot-Rand und eine dünne Unterlage, der dem Belag eine perfekte Bühne gibt, sind das Ergebnis.

Ist zumindest als Bild präsent: Arthur Boka im Quindici auf der Leinwand.
Foto: Simon GranvilleErst einmal machen die unter der Überschrift Sfizi (Köstlichkeiten) aufgeführten Frittatina die Pasta Napoletana (3,90 Euro das Stück) neugierig. Die mit Carbonara oder der Tomatensoße Norma vermengten Nudeln werden zu einem Ball geformt, paniert und frittiert. Aus kulinarischer Sicht hätte dieser in Neapel wohl beliebte Snack jedoch nicht importiert werden müssen. Auch der Sinn, den gelungenen Pizzateig zu frittieren, erschließt sich nicht: Montanara heißt diese Spezialität, die im Quindici mit Pistaziencreme und Mortadella (8 Euro) belegt ist.
Bei der Pizza halten sich die Extravaganzen im Rahmen. Varianten wie Ofenkartoffel und Speck oder Thunfischfilets mit Zitruspesto klingen nach gelungener Modernisierung. Mit hochwertigem Prosciutto Crudo, einer peppigen Rucolacreme, fruchtiger Tomatensoße und Fior di Latte belegt, ist die Version Capodimonte (17 Euro) sehr zu empfehlen. Die nach US-Manier mit saftigen Hackfleischbällchen ausgestattete „Signature Pizza“ Quindice hat auch ihren Reiz.
Während beim Wein nur die Farben auf der Karte stehen (7,50 Euro für 0,2 Liter), ist das italische Craftbeer K-Birr (0,33 Liter für 4,90 Euro) eine willkommene Erfrischung. Sechs Sorten von Spritz deuten auf ein langes Strandleben hin, der mit dem Passionsfruchtlikör Passao aufgegossene Prosecco sprengt allein mit seinem Zuckergehalt allerdings jede Bikinifigur. Das Tiramisu sollte man sich dennoch nicht sparen – mit der aufgepuderten Nummer 15 weckt es süße Erinnerungen an den Meistertitel von 2007.
Quindici, Erlenweg 1, Ludwigsburg, 07141/7979656. Geöffnet dienstags bis sonntags von 17 bis 22.30 Uhr. quindici-pizza.de
Bewertung
Essen: 3 Sterne
Service: 3 Sterne
Atmosphäre: 3 Sterne
Legende ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern














