OB Frank Nopper zu Opernsanierung: „Verzicht auf eine Oper wäre ein zivilisatorischer Rückschritt“

Ein Jahrhundertprojekt wie die Oper müsse „haushalterisch aus der Langzeitperspektive betrachtet werden“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper im Interview.
Lichtgut/Max Kovalenko- OB Frank Nopper will trotz knapper Kassen an der Opernsanierung festhalten.
- Ein Opernhaus sei für eine Kulturstadt wie Stuttgart zwingend – Verzicht wäre Rückschritt.
- Kosten sind offen, zuletzt kursierten 2,2 Milliarden Euro – bestätigt wurde das nicht.
- Stadt ist Co-Financier mit dem Land – ein Ausstieg gefährde weitere Kultureinrichtungen.
- Einsparungen ohne Tabus geplant, auch bei der Kreuzbühne – Stadt sucht private Geldgeber.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) will trotz der sehr angespannten Haushaltslage der Stadt nicht auf eine Oper verzichten. „Ein Opernhaus gehört aus meiner Sicht zum zwingend notwendigen Standard einer Kulturstadt wie Stuttgart“, sagte er im Interview mit unserer Zeitung. „Aus meiner Sicht wäre der Verzicht auf eine Oper in einer Landeshauptstadt wie Stuttgart ein zivilisatorischer Rückschritt.“ Ein solches Jahrhundertprojekt müsse haushalterisch „aus der Langfristperspektive betrachtet werden“, befand Nopper.
Es dürfe „keine Tabus“ geben bei möglichen Kosteneinsparungen
Klar ist, dass die Oper in ihrem derzeitigen Zustand nicht mehr lange weitergenutzt werden kann. „Wie teuer Sanierung und Modernisierung werden, können wir noch nicht abschließend sagen“, sagte der Oberbürgermeister. Zuletzt war die Summe von 2,2 Milliarden Euro aufgetaucht. Diese Zahl bestätigte Nopper im Interview nicht.
Auf die Frage, ob es leichter wäre, wenn das Land oder die Stadt alleiniger Träger der Oper wären, erläuterte Nopper, dass die Stadt lediglich Co-Financier sei. „Natürlich wäre es für die Stadt leichter, wenn das Land alleine die Finanzierung übernehmen würde.“ Die finanzielle Verflechtung zwischen Land und Stadt sei aber „sehr ausgeprägt, gerade im Kulturbereich“, betonte er. „Wenn wir jetzt die Notbremse ziehen würden bei diesem Finanzierungsvertrag, dann stünde die Förderung von vielen kulturellen Einrichtungen in Stuttgart, die Stadt und Land gemeinsam finanzieren, auf dem Spiel.“
Bezüglich möglicher Kosteneinsparungen bei der Oper sagte er, dass es „keine Tabus“ geben dürfe. Man müsse alles hinterfragen und über alles nachdenken – auch über die Kreuzbühne. Die Stadt halte zudem Ausschau nach „großzügigen privaten Geldgebern Ausschau, die für die Oper und für unsere Stadt brennen“. Konkrete Namen von möglichen Mäzenen wollte er im Interview nicht nennen.
