Bahnprojekt Stuttgart 21
: Bahn verzichtet auf Klimaanlage im Bahnhof – Das Netz reagiert mit Spott

Der neue Tiefbahnhof von Stuttgart 21 bleibe auch ohne Klimaanlage im Sommer kühl, erklärt die Bahn und erntet dafür im Netz Hohn und Spott. So soll die Klimatisierung des Bahnhofs funktionieren.
Von
red/dpa
Stuttgart

In der Halle des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart soll es auch ohne Klimaanlage kühl bleiben, sagt die Bahn in einem Video. Die Zuschauer sind eher skeptisch. (Archivbild)

Christoph Schmidt/dpa
  • DB erklärt: Der neue Stuttgarter Tiefbahnhof kommt ohne Klimaanlage aus.
  • Begründung der Bahn: Lage im Erdreich hält Temperaturen innen relativ konstant.
  • Luft strömt aus höher liegenden Tunneln nach unten – Zugbewegungen unterstützen den Austausch.
  • Im Netz gibt es Spott und Skepsis, auch wegen Abwärme von Zügen und heißer S-Bahn-Station.
  • Unterschied laut Bahnsprecher: lange, tiefe Tunnel beim S21-Bahnhof, kurze beim S-Bahn-Bahnsteig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Deutsche Bahn (DB) hat in einem Video im Internet erklärt, warum im neuen Stuttgarter Tiefbahnhof keine Klimaanlage geplant ist, und dafür viel Spott geerntet. „Weil der Bahnhof erst zur nächsten Eiszeit fertiggestellt sein wird. Clever“, schreibt ein User unter dem auf Youtube veröffentlichten Clip der Bahn. „Da werden sich meine Ur-ur-ur-Enkel freuen über angenehme Temperaturen bei der Eröffnung“, schreibt ein anderer – und bezieht sich damit darauf, dass die Bahn die Eröffnung des Bahnhofs erst jüngst um weitere fünf Jahre auf Ende 2031 verschoben hatte.

In dem Video erklärt die Bahn, dass der neue Tiefbahnhof wegen seiner Lage in der Erde ohne eine zusätzliche Klimaanlage auskomme. „Dadurch nehmen die Bauteile die Temperatur des Untergrunds an und das massige Bauwerk im Zusammenspiel mit der Einbettung in das Erdreich bewirkt, dass die Temperaturen hier im Inneren relativ konstant bleiben“, erklärt René Krull vom technischen Projektmanagement von Stuttgart 21 in dem Video. 

Zudem liege der Bahnhof am tiefsten Punkt des Stuttgarter Talkessels. Alle Tunnel, die daran anschließen, führen nach oben, heißt es in dem Video. „Das heißt, einströmende Luft kühlt sich ab und drückt nach unten in den Bahnhof rein. Das sorgt dafür, dass die Temperatur im Bahnhof relativ konstant über das gesamte Jahr bleibt“, erklärt Krull. Hinzu komme die Bewegung der Züge. Diese sorge ebenfalls für einen Wechsel der Luft zwischen Tunnel und Bahnhof.

Zuschauer sind skeptisch: Warum ist die S-Bahn-Station heiß?

Zuschauer des Videos sehen die Erklärungen und die nicht geplante zusätzliche Klimatisierung kritisch. „Ich bin gespannt, wie das dann ist, wenn die Abwärme der ganzen Elektroloks, ICEs und Co. noch dazu kommt“, schreibt ein Kommentator. Eine andere Nutzerin fragt sich, warum der Bahnsteig der benachbarten und ebenfalls unterirdisch liegenden S-Bahn-Station im Sommer immer heiß und stickig sei. Andere Zuschauer berichten von ähnlichen Erfahrungen, etwa in der Londoner U-Bahn.

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Den Unterschied zur nahegelegenen unterirdischen S-Bahn-Station erklärt ein Bahnsprecher mit der Länge der anschließenden Tunnel. Beim Stuttgart-21-Bahnhof seien diese zwischen drei und neun Kilometer lang und lägen bis zu 220 Meter in der Tiefe. „Die S-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof ist hingegen nur wenige Dutzend Meter vom Tunnelportal, das im Gleisvorfeld des alten Kopfbahnhofs liegt, entfernt, und profitiert daher nicht von in beidseitigen Tunneln abgekühlter Luft“, so der Sprecher.