Stuttgart 1942
: Wie Stuttgart vor 80 Jahren aussah – Straße für Straße

Mit den Bildern aus unserem Projekt „Stuttgart 1942“ können Sie die Stadt erkunden, wie sie vor 80 Jahren aussah. Die Straßenspaziergänge gibt es als Bildergalerien – oder gedruckt.
Von
Jan Georg Plavec
Stuttgart
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  • Passanten an der Ecke Silberburg-/Reinsburgstraße. Erstaunliche Ansichten vom Stuttgart des Jahres 1942 zeigt die Bildergalerie.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Die Theodor-Heuss-Straße (1942 Rote Straße) sah vor 80 Jahren noch ganz anders aus. Das Gewerkschaftshaus stand aber schon damals.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Diese Ecke an der Olgastraße dürften heute noch einige erkennen, sie ist der Form nach bis heute erhalten.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Die Kreuzung Tübinger / Silberburgstraße war 1942 anders gestaltet als heute.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Viele glauben, dieses Gebäude am Erwin-Schoettle-Platz sei kriegsbedingt nicht so hoch aufgebaut wie einst. Dieses Bild zeigt, dass es schon 1942 so niedrig war.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Wo ist der Österreichische Platz? Da, wo 1942 noch der „Lindenhof“ stand.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Der Blick in die Schwabstraße vom Schwabtunnel sieht heute noch so ähnlich aus wie vor 80 Jahren.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Der Pragsattel war 1942 noch weit weniger bebaut als heute. An der Ecke Siemensstraße stand nur dieses eine Haus.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Auch die Konrad-Adenauer-Straße hat seither ihr Gesicht total verändert. Die Straßenbahn fährt längst unterirdisch.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Am Ende der Rotebühlstraße befand sich 1942 „Radio Barth“.

    Stadtarchiv/101 FN 250
  • Unweit davon geht hier der Blick in die Eberhardstraße mit dem Tagblattturm rechts und dem Kaufhaus Schocken links.

    Stadtarchiv/101 FN 250
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1942 ist die Welt auch in Stuttgart längst nicht mehr in Ordnung. Die Welt ist damals eine andere. Einige der 12 000 Bilder im Stadtarchiv, die wir für unser Projekt „Stuttgart 1942“ durchsuchbar gemacht haben, zeigen das – Menschen mit leerem Blick, erste Kriegsschäden, Reste der zerstörten Synagoge. Diese Fotos sind der Kern und die Grundlage von „Stuttgart 1942“: Anlass zum Staunen, Anstoß für mehr als 100 weitere Recherchen, Erinnerung für Zeitzeugen, Gruß aus einer fremd wirkenden Vergangenheit für die Nachgeborenen.

Man versteht diese Bilder am besten, wenn man den durch das Projekt „Stuttgart 1942“ dokumentierten Kontext kennenlernt. Für individuelle Entdeckungstouren reicht dagegen ein Klick. Die Bilder sind auf der Stuttgart 1942-Website nach Straßennamen durchsuchbar, sortiert und teilweise auch schon in der richtigen Reihenfolge. So wird dieser Bilderschatz zum Ausgangspunkt für virtuelle Spaziergänge in einer Stadt, die es vor 80 Jahren einmal gegeben hat.

Diese Spaziergänge sind bisher erschienen

Einige dieser Spaziergänge haben wir im dritten „Stuttgart 1942“-Magazin abgedruckt, Sie können es hier bestellen. Viele weitere finden Sie online, sie sind ebenso wie die Bildersuche nur eingeloggten Nutzern zugänglich. Die Karte zeigt alle bisher veröffentlichten Spaziergänge. Wir stellen regelmäßig weitere Beiträge zusammen, der erneute Besuch lohnt sich also. Die Texte finden Sie auch allesamt auf der Stuttgart-1942-Website.

Alle diese Spaziergänge laden zum Nachgehen ein, sei es im Internet oder mit Heft und Smartphone in der Hand. Fast überall zeigen sich Gemeinsamkeiten, aber auch eine radikal andere Bebauung. Manche Straßennamen sind verschwunden, etwa jener der Roten Straße (heute Theodor-Heuss-Straße) – oder ganz woanders zu finden wie die einstige Tübinger Straße in Degerloch (heute Epplestraße). Dazu kommen Schilder, Autos, Bepflanzung und natürlich die Menschen. Fast alles sieht so anders aus als heute, und doch sind die Strukturen der Stadt weitgehend dieselben. Was fällt Ihnen auf? Schreiben Sie es uns an stuttgart1942@stzn.de!

Der schon unter den Nazis geplante Umbau Stuttgarts zur „autogerechten Stadt“ ist dann nach dem Krieg von demokratischen Kräften vollzogen worden. Deshalb verbietet sich eine eingebildete Nostalgie beim Betrachten der Bilder aus 1942. Als Inspiration sollen sie natürlich trotzdem dienen, etwa für eine Stadt ohne Autos, mit Kindern auf der Straße und weniger Kommerz im öffentlichen Raum – unter anderem.

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