: S 21-Baubeginn – Das hat Stuttgart vor 16 Jahren bewegt
Fußball-WM in Südafrika, Eyjafjallajökull, Lena beim ESC und die ersten S 21-Proteste: Ein Blick zurück zeigt, was Stuttgart und Deutschland im Jahr 2010 bewegt hat.
Welche Bilder und Eindrücke prägten die Stadt damals – und was bewegte Deutschland im Jahr 2010 sonst noch?
Collage, dpa
Gute Stimmung zum Baustart im Jahr 2010: OB Wolfgang Schuster, Ministerpräsident Günther Oettinger, Bahnbevollmächtiger Werner W. Klingberg, Bahnchef Rüdiger Grube, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Regionaldirektorin Jeannette Wopperer (v.l.)
dpa/Bernd Weissbrod
Während in der Schalterhalle des Bonatzbaus gefeiert wird, demonstrieren Stuttgarter Bürger auf auf den Bahngleisen.
Michael Steinert
Hany Azer (r), der Projektleiter der Bahn für das umstrittene Bauprojekt Stuttgart 21, drückt beim feierlichen Baubeginn in Stuttgart zusammen mit dem Bundesverkehsminister Peter Ramsauer (l), dem Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (2.v.l), dem Sprecher des Projekts Wolfgang Drexler (2.v.r) auf den Startknopf.
dpa
Ein Abrissbagger beginnt am 25.August 2010 in Stuttgart am Nordflügel des Hauptbahnhofs mit den Abrissarbeiten. Im Vordergrund ist der mit Protestplakaten versehene Bauzaun zu sehen.
dpa
Trauer um Juma: Das zwei Monate alte Gorilla-Baby aus dem Zoo Hannover stirbt am 8. Januar in Stuttgart. Juma überlebt in der Wilhelma eine schwere Lungenentzündung nicht. „Wir haben alles getan“, sagt Zoologin Ulrike Rademacher. Das Gorilla-Baby war in die Aufzucht-Station der Wilhelma gebracht worden, nachdem es in Hannover von seiner Mutter Josy vernachlässigt worden war.
dpa
Der Formel-1-Rennstall Mercedes stellte im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum am 25. Januar sein neues Auto und die beiden Fahrer Michael Schumacher und Nico Rosberg vor. „Wir machen die deutsche Nationalmannschaft der Formel 1 perfekt“, sagte Daimler-Chef DieterZetsche.
dpa
Stefan Mappus, der neu gewählte Ministerpräsident von Baden-Württemberg (li.), besucht 2010 den Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster.
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Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 hatte erhebliche Auswirkungen auf den Flugverkehr in Europa, einschließlich Stuttgart.
dpa
Sieben Michelin-Sterne über Stuttgart: 2010 war die Landeshauptstadt bundesweit eine der Hochburgen für Feinschmecker (hinter Berlin, Hamburg und München auf Platz vier). Der Gast hatte die Wahl zwischen sieben Sternerestaurants: neben dem Delice waren das Zirbelstube (im Bild), Wielandshöhe, Speisemeisterei, Olivo, Top Air und Breitenbach.
Frank Eppler
Am 29. Mai 2010 gewinnt Deutschland völlig überraschend den Eurovision Song Contest. Die damals 19-jährige Lena Meyer-Landrut verzaubert mit ihrem Popsong „Satellite“ und ihrem unbekümmerten Lachen ganz Europa.
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Die frühe 2010er-Jahre-Phase war auch durch den Wandel in der Stuttgarter Clubkultur geprägt, in der einige Orte wie das Rocker33 ihre ursprünglichen Standorte verlassen mussten. Den Anfang nahm damals das Bravo Charlie in der Lautenschlagerstraße.
Uli Kraufmann
Sami Khedira lächelt bei einer Pressekonferenz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Erasmia, Südafrika am 28. Juni 2010. Stuttgarts Sami Khedira hat sich bei der WM auch ins Blickfeld von Real Madrid gespielt, wohin er im Juli dann auch wechselte. Der VfB dementiere damals jedoch ein erstes Angebot. Hier ist ein Interview mit dem ehemaligen VfB-Star.
dpa
Cassandra Steen, die in Ostfildern-Ruit auf die Welt kam, wurde 2010 mit dem Echo in der Kategorie „Beste Künstlerin national Rock/Pop“ für ihr Album Darum leben wir und die erfolgreiche Single „Stadt“ ausgezeichnet.
info@foto-eppler.de
Der erste Schlag des Polizeieinsatzes im Stuttgarter Schlossgarten am 30.September 2010, der als „schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte der Stuttgart 21-Proteste eingehen wird, trifft den unbeteiligten Rechtsanwalt Axel Seubert auf dem Weg zur Arbeit.
Chris Grodotzki
„Wutbürger“ wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2010 gekürt. Der Begriff beschreibt Bürger, die aus Empörung über politische Entscheidungen, die über ihre Köpfe hinweg getroffen wurden, protestieren. Er steht exemplarisch für die Proteste, besonders gegen das Bahnprojekt S21.
dpa
Die Modetrends des Jahres 2010 waren geprägt von der Hipster-Kultur, Skinny Jeans und der Rückkehr der 80er-Jahre-Mode.
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In den 2010er-Jahren wurde oft geraten: Hipster oder Holzfäller? Männer setzten auf karierte Flanellhemden, Wollmützen und Vollbärte – ein Stil, der sowohl in Berliner Szenebars als auch in der kanadischen Wildnis zu finden war.
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Winfried Kretschmann, der damalige Fraktionsvorsitzende der Partei Bündnis 90 / Die Grünen, sprach mit Heiner Geißler (r, CDU), der als Vermittler im Streit über das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 fungierte.
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Die hohen Feinstaubwerte in Stuttgarts Luft sollen gesenkt werden: Nachts verteilen kleine Einsatzfahrzeuge ein Feinstaub-Klebemittel aus Wasser und Calcium-Magnesium-Acetat.
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Wie klang 2010? Ziemlich laut! Die Vuvuzela wurde weltberühmt während der Fußball-WM in Südafrika, wo sie das prägende und oft kontrovers diskutierte Geräusch der Stadien war, obwohl sie auch schon früher bei südafrikanischen Spielen vorkam und später bei der WM 2018 kurzzeitig wieder auftauchte.
AP
Im Jahr 2010 herrschte beim VfB große Unruhe auf der Trainerposition. Zunächst stand bis zum 13. Oktober Christian Gross an der Seitenlinie, anschließend übernahm vom 14. Oktober bis zum 11. Dezember Interimstrainer Jens Keller. Gegen Jahresende wurde schließlich Bruno Labbadia als neuer Cheftrainer verpflichtet. Sportlich befand sich der Verein in einer schwierigen Lage und musste in dieser Spielzeit um den Klassenerhalt bangen.
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2010 war auch das Jahr der Flashmobs und Interventionen im öffentlichen Raum: So fand am Karsamstag eine Kissenschlacht statt. Nach 25 Minuten war die Schlacht vorbei und der Kleine Schlossplatz mit weißem Flaum bedeckt.
Steinert
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Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 wird sich erneut um mehrere Jahre verzögern. Ursprünglich war bei Baubeginn 2010 eine Fertigstellung bis 2019 vorgesehen, die Kosten für das Projekt sollten maximal 4,5 Milliarden Euro betragen. Heute bremsen den Fortschritt vor allem der Personalabbau bei beteiligten Firmen, aufwendigere und längere Test- und Prüfprozesse, fehlendes Fachpersonal für die Abnahmen sowie fehlerhaft verbaute oder technisch mangelhafte Anlagen.
Dass Deutschlands größte Baustelle noch auf Jahre hinaus die Stuttgarter Innenstadt prägen wird, überrascht viele kaum mehr – sie ist für viele Bürger bereits so sehr zum Alltag geworden, dass sie beinahe als Teil des Stadtbilds wahrgenommen wird.
Doch wie sah das Leben in Stuttgart vor Beginn der Bauarbeiten aus? Welche Bilder und Eindrücke prägten die Stadt damals – und was bewegte Deutschland im Jahr 2010 sonst noch? Eine Bildergalerie versucht, die Stimmung jener Zeit einzufangen.