Stuttgarter Kinder-Maskottchen: Wer steckt im Wuschel-Kostüm?

Stumm, aber lustig und knuffig: Wuschel kam bei den jungen Besuchern gut an.
Lichtgut/Julian Rettig- Neues Maskottchen in Stuttgart: Wuschel begeisterte bei der Eröffnung des Platzes der Kinderrechte.
- Im Kostüm steckte Christian Kindler, Referent der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Ehemann der Kinderbeauftragten.
- Wuschel soll künftig präsenter sein – unter anderem virtuell auf einer neuen Webseite zu Kinderrechten.
- Die Einweihung erfolgte am Weltkindertag, der auf die UN-Kinderrechtskonvention aufmerksam macht.
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„Ui! Wer bist du denn?“, ruft ein blonder Grundschüler. „Dürfen wir ein Foto mit dir machen?“, fragen zwei Teenie-Mädchen. Beim Fest zur Eröffnung des neuen Platzes der Kinderrechte in der Kronprinzstraße in Stuttgart-Mitte wurde die lebensgroße pinke Monsterfigur viel geknuddelt und abgelichtet. Wuschel heißt das neue Maskottchen des Büros der Kinderbeauftragten in Stuttgart.
Wer allerdings glaubte, in dem heißen Kostüm stecke an diesem sonnigen Spätsommertag eine arme studentische Hilfskraft mit Geldsorgen, lag falsch. Tatsächlich hatte die Kinderbeauftragte Maria Haller-Kindler ihren Mann für die schweißtreibende Aufgabe engagiert. Christian Kindler, Jahrgang 1962, im Hauptjob Referent für Katholischen Männerarbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart, schlüpfte in die rosafarbenen Leggins, Handschuhe und die zottelige Körperkonstruktion. Denn er findet, „dass sich Männer praktisch für die Belange von Kindern einsetzen“ sollten. So könnten „Kinder in angemessener und spielerischer Weise Männer auch in verschiedenen Rollen erleben“.
Erfahrungen für den Job als „Walking Akt“, wie das offiziell heißt, bringe er nicht nur als Vater zweier Töchter und Großvater mit, sondern auch als geübter Bischof-Nikolaus-Darsteller in Kindergärten. Auch Hilfskoch in der Mensa der Schule seiner Tochter ist er bisweilen.

Christian Kindler mit Wuschel-Kostüm.
privatTatsächlich hat sich der Wuschel-Darsteller zum Charakter seiner Figur etwas überlegt: „Heiter, offen für Kinder aller Geschlechter und Kulturen, wie das Kinderbüro der Stadt. So habe ich versucht, die Figur zu spielen.“ Weil der stumme Wuschel gut ankam bei kleinen und großen Besuchern, könnte sich Christian Kindler vorstellen, wieder mal in diese Rolle zu schlüpfen. Er hofft aber schon auch, dass sich andere Ehemänner oder Partner aus dem Umfeld des Kinderbüros miteinbringen.
Wuschel soll in Zukunft ohnehin präsenter in der Stadt werden. Unter anderem virtuell auf der neuen Webseite der Stadt zum Thema Kinderrechte. Sie soll Anfang 2027 online gehen und sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren richten.
Platz der Kinderrechte
Den Platz der Kinderrechte gibt es erst seit Kurzem in der Stuttgarter Innenstadt. Zuvor hieß er Kronprinzplatz. Für die offizielle Einweihung wählte die Stadt den Weltkindertag, der jedes Jahr am 20. September stattfindet und an dem auf die 54 in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte hingewiesen wird. Zu ihnen gehören unter anderem das Recht auf Bildung, Gesundheit, Nahrung, elterliche Fürsorge sowie auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch, Krieg.


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