Stuttgarter Weihnachtsmarkt
: Wie sicher ist der Stuttgarter Weihnachtsmarkt?

Ohne Sorge auf den Weihnachtsmarkt? Innenminister Thomas Strobl und Oberbürgermeister Frank Nopper zeigen bei einem Rundgang, welche Maßnahmen einen sicheren Besuch ermöglichen sollen.
Von
Lena Fux
Stuttgart
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Der Innenminister Thomas Strobl begrüßt beim Rundgang über den Weihnachtsmarkt auch die Reiterstaffel der Polizei.

Lichtgut/Max Kovalenko

„Es wird alles dafür getan, dass Weihnachtsmärkte sicher sind“, verspricht Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit Blick auf die Advents- und Weihnachtsmarktzeit. Am Mittwoch eröffnete der Weihnachtsmarkt in Stuttgart, Besuchende sollen sich sicher fühlen und die besinnliche Zeit unbeschwert genießen können.

Bei einem Rundgang über den Weihnachtsmarkt erklären Innenminister Thomas Strobl, Oberbürgermeister Frank Nopper und der Stuttgarter Polizeipräsident Markus Eisenbraun, wie Stuttgart und die Polizei den Weihnachtsmarkt schützen.

Wie Stuttgart Sicherheit schafft

Rund 300 000 Euro investiert die Stadt für mobile und versetzbare Absperrungen, die den Weihnachtsmarkt vor Angriffen mit Fahrzeugen schützen sollen. Muss ein Einsatzfahrzeug wegen eines Zwischenfalls in den Markt fahren, können Sicherheitskräfte die mobilen Absperrungen versetzen. Zusätzlich schützen fest verbaute Sperren, die in der Stadt das ganze Jahr über genutzt werden können.

Zudem gilt auf dem Weihnachtsmarkt ein Messerverbot. „Niemand braucht eine Waffe auf einem Weihnachtsmarkt“, sagt Innenminister Thomas Strobl. Die Polizei kontrolliert das Verbot, bei Verstößen drohen Bußgelder.

Die Polizei ist vor Ort 

Grundsätzlich ist die Polizei auf dem Weihnachtsmarkt immer unterwegs. Wie viele Beamtinnen und Beamte pro Tag eingesetzt sind, hänge von der Tageszeit und dem Wochentag ab, erklärt der Pressesprecher der Polizei, Tobias Kutter. Abends, an Wochenenden und Feiertagen seien mehr Polizistinnen und Polizisten im Einsatz – zu Fuß und auf Pferden. Neben uniformierten Einsatzkräften sind auch zivile unterwegs. Generell sollten Besucherinnen und Besucher keine Scheu haben, die Polizei direkt anzusprechen, wenn sie Hilfe brauchen, unterstreicht der Stuttgarter Polizeipräsident Markus Eisenbraun.

Hoffen auf einen friedlichen Weihnachtsmarkt: Der Innenminister Thomas Strobl und der Polizeipräsident Markus Eisenbraun.

Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Sollte doch mal etwas Schlimmes passieren, hat die Polizei ein Team für lebensbedrohliche Einsatzlagen parat. Mit voller Schutzausrüstung und Maschinenpistolen stehen Beamte des Teams bereit. Wird es gefährlich, sind sie direkt ausgerüstet, um in einer bedrohlichen Lage einzugreifen, so Kutter.

Sicherheitskonzept mit jahrelanger Entwicklung

Das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt hat die Stadt über Jahre entwickelt. 2014 entstand ein erstes Konzept zu Brandschutz und Verkehrssicherheit, erläutert der OB Frank Nopper. Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin im Jahr 2016 wurde das Konzept um Betonleitwände und mobile und fest verbaute Sperranlagen erweitert. Inzwischen bestehe „ein vollständiger Lückenschutz und Zufahrtsschutz“: Alle Straßen, durch die ein Fahrzeug auf das Weihnachtsmarktgelände rasen könnte, sind abgesichert.

Den Schutz gewährleisten 147 Poller und 21 sogenannte H-Stop-Sperren. Letztere kippen um und bohren sich in die Unterseite eines Fahrzeugs – dadurch soll es sofort gestoppt werden.

Deutlicher Rückgang der Straftaten auf Stuttgarter Weihnachtsmarkt

Insgesamt sind die registrierten Straftaten auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt zurückgegangen: von 73 Fällen im Jahr 2023 auf 33 Fälle im Jahr 2024 – das ist ein Rückgang von mehr als 50 Prozent. Besonders deutlich ist der Rückgang bei Taschendiebstählen. 2023 wurden 27 Fälle gemeldet, 2024 waren es nur noch vier. Um sich und die eigene Tasche zu schützen, empfiehlt die Polizei, nur das Notwendigste mitzunehmen, das Wichtigste getrennt voneinander aufzubewahren und die Taschen geschlossen mit dem Verschluss Richtung Körper zu tragen.

Auch gab es letztes Jahr weniger Körperverletzungen. Während es 2023 noch zwölf Vorfälle waren, blieb es 2024 bei einem einzigen Fall.

Sorgloses Flanieren

Oberbürgermeister Frank Nopper bezeichnet den Stuttgarter Weihnachtsmarkt als „die am besten gesicherte Veranstaltung in Stuttgart.“ Auf die Frage, ob man noch guten Gewissens über den Weihnachtsmarkt gehen könne, hat Innenminister eine klare Antwort: „Ja.“

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