Tickets für DFB-Pokalfinale
: Keine Ermittlungen wegen Noppers Berlin-Plänen

Sechs Stadträte wollte OB Nopper im Mai 2025 mit zum DFB-Pokalfinale nach Berlin nehmen. Das Regierungspräsidium Stuttgart pfiff ihn zurück. Nun liegt die Einschätzung der Staatsanwaltschaft zu Noppers Plänen vor.
Von
Christine Bilger
Stuttgart
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Frank Nopper (CDU) hatte geplant, mit sechs Stadträten zum DFB-Pokalfinale nach Berlin zu reisen.

Frank Nopper (CDU) hatte geplant, mit sechs Stadträten zum DFB-Pokalfinale nach Berlin zu reisen.

Christoph Schmidt/dpa / IMAGO / Eibner
  • Staatsanwaltschaft ermittelt nicht: kein strafbarer Ansatz bei Noppers Ticketkauf.
  • OB Nopper fuhr im Mai 2025 allein nach Berlin, die DFB-Einladung lag vor.
  • Regierungspräsidium kritisierte den geplanten Kartenkauf als unzulässigen Vorteil.
  • Neues Verfahren zu EM-2024-Tickets läuft – Durchsuchungen auch in Stuttgart.
  • Verdacht: exklusive Vorkaufsrechte und Annahme von Karten, Ermittlungen dauern an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach Berlin ist Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) im Mai 2025 alleine gefahren, um dem VfB im Pokalfinale als Repräsentant der Landeshauptstadt die Daumen zu drücken. Er hatte zunächst vorgehabt, sechs Stadträte mitzunehmen. Das Regierungspräsidium Stuttgart pfiff ihn damals zurück. Die Mitglieder des Gemeinderats hätten „keine ausreichend gewichtige repräsentative Funktion“. Den OB hatte der Deutsche Fußballbund (DFB) eingeladen.

In der Folge wurde die Staatsanwaltschaft Stuttgart tätig. Sie prüfte, ob es um den Vorwurf der Vorteilnahme gehen könnte, weil Nopper die Karten vom VfB bekommen hätte können, die dem freien Markt dafür nicht zugänglich gewesen wären. Das Regierungspräsidium hatte den Kauf als unzulässig bewertet.

Schon „allein die Möglichkeit, (mehrere) Eintrittskarten für ein derartig nachgefragtes Spiel zu erwerben, die auf dem freien Markt nicht mehr erhältlich sind, stellt für den Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart einen dienstrechtlich unzulässigen Vorteil dar“, teilte die Aufsichtsbehörde damals auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Es bleibt bei der Kritik des Regierungspräsidiums. Die Staatsanwaltschaft hat geprüft, aber ermittelt nicht. „Der Prüfvorgang ist abgeschlossen. Ein Ermittlungsverfahren wurde nicht eingeleitet, nachdem sich keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für strafbares Verhalten ergaben“, beantwortet Stefanie Ruben, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart, die Anfrage unserer Zeitung.

Untersuchungen wegen Fußballtickets-Affäre in Stuttgart

Aktuell läuft ein neues Verfahren in Sachen Fußballtickets. Es geht um Eintrittskarten für begehrte Spiele bei der Europameisterschaft der Männer im Sommer 2024, als Deutschland Gastgeberland war. Vergangene Woche waren deutschlandweit Objekte durchsucht worden, mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen. Auch in Stuttgart wurden die Ermittelnden tätig.

Bei der neuen Ticket-Affäre wird untersucht, ob an den Austragungsorten Karten an Mitarbeitende vergeben wurden und ob Vorkaufsrechte eingeräumt wurden, beides unter den Aspekten der Vorteilsnahme und der Bestechlichkeit. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten Räume der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein konkreter Fall in Gelsenkirchen, bei dem ein Mitarbeiter eine Karte für das begehrte Halbfinale in München nebst Hoteleinladung angenommen haben soll. Durchsuchungen fanden in allen zehn Austragungsorten der Euro 2024 statt.

Die Host Cities waren neben Stuttgart die Städte Berlin, München, Köln, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Gelsenkirchen, Hamburg und Leipzig. Es bestehe der Verdacht, dass in den Gastgeberstädten Verantwortliche der die EM ausrichtenden Gesellschaft ein exklusives Vorkaufsrecht auf Eintrittskarten zu den Spielen angeboten bekommen haben und dieses auch in Anspruch genommen haben. Die Ermittlungen dauern an. Ein Sprecher der in.Stuttgart sagte, man habe mit den Behörden kooperiert.

Wie hat die Stadt die Vergabe der Karten 2024 geprüft?

Die Stadt Stuttgart teilte mit, sie habe damals ein Konzept zur Vergabe der Karten „in Absprache mit allen Referaten und Bürgermeistern erarbeitet und von einem Fachanwalt für Compliance-Fragen prüfen lassen“. Stuttgart habe „im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen mit der UEFA zur Wahrnehmung ihrer Rolle als Host City einige Freikarten sowie ein größeres Kontingent an Tickets mit Vorkaufsrecht angeboten bekommen“. So habe man Repräsentanten der Städte und ihre offiziellen Gäste zu den Spielen bringen könne.

„Innerhalb der Stadtverwaltung und der Beteiligungsgesellschaften wurde der Prozess integrativ gestaltet sowie offensiv und transparent kommuniziert. Von der ersten Einschätzung bis zur Umsetzung waren wiederholt alle Bürgermeister, Referate und Beteiligungsgesellschaften involviert“, betont Susanne Kaufmann, die Sprecherin der Stadt. Die Ermittlungen, geführt von der Staatsanwaltschaft Bochum und dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, dauern in dieser Angelegenheit an.

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