Wahlparty des Forums der Kulturen: Applaus gibt es für die Linke Heidi Reichinnek

Rolf Graser, der Geschäftsführer des Forums der Kulturen, hat im Laboratorium die Live-Übertragung gesteuert.
WernerDie Sympathien und auch die Antipathien waren nach einem vom Thema Migration dominierten Wahlkampf im Club Laboratorium klar verteilt: Bei der Wahlparty des Forums der Kulturen gab es nach 18 Uhr während den ersten Statements der Parteienvertreter in der ARD nur einmal Szenenapplaus – für Heidi Reichinnek von der Linken. Wolfgang Kubicki von der FDP hingegen erntete bei einigen der rund 30 Gästen des Dachverbandes der Stuttgarter Migrantenvereine Gelächter für seine Einschätzung, dass der Abend für seine Partei bei „5 oder 5,5 Prozent“ enden werde. Raunen gab es für die hohe Wahlbeteiligung und Applaus für die Live-Gitarrenmusik des G&E Duos vor dem Bewegtbild eines stummgeschalteten Markus Söder von der CSU.
Am Ende gibt es auch für Christian Lindner Applaus
Die zwölfjährige Beatrice, deren Großeltern aus Kolumbien, Italien und Schweden stammen, schnappte sich ein Mikrofon, erklomm die Bühne und sagte zum AfD-Ergebnis: „Natürlich ist es erschreckend - auch für mich.“ Rolf Graser, der Geschäftsführer des Forums der Kulturen, erklärte, dass er eine Verschiebung von Prioritäten in der Gesellschaft für ebenso besorgniserregend halte wie das Wahlergebnis. Auch immer mehr Sozialdemokraten sprächen sich derzeit für eine restriktive Migrationspolitik aus. „Migration als Mutter aller Probleme zu sehen, ist gefährlich“, sagte Graser.
Nur noch ein Dutzend Gäste verfolgte nach der Tagesschau die Elefantenrunde auf der Leinwand im Laboratorium. Für Lacher sorgte nun Robert Habeck von den Grünen, der auf die Frage nach seiner Reaktion auf Friedich Merz’ letzte Wahlkampfrede antwortete: „Das ist egal.“ Nach der Aussage von Alice Weidel von der AfD „Die Deutschen wollen eine Migrationswende“ rief ein Gast: „Oh, mein Gott!“ und vergrub den Kopf in seinen Händen. Und nun gab es auch für Christian Lindner Applaus – für seine Ankündigung, sich im Fall eines Scheiterns der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde aus der Politik zurückzuziehen.