„Wo ich lieber Urli machen würd“
: Netflix macht sich über den Stuttgarter Hauptbahnhof lustig

Netflix stellt in einem Instagram-Beitrag zum Film „Fall for Me“ den Stuttgarter Bahnhof als Kontrast zum Paradies dar – so reagiert die Stadt Stuttgart darauf.
Von
Frederik Herrmann
Stuttgart

Netflix teilt bei einem Video zum neuen Erotik-Thriller „Fall for me“ mit einem Augenzwinkern gegen den Stuttgarter Hauptbahnhof aus.

Netflix/Julia Terjung / IMAGO/Arnulf Hettrich

Sonnenstrahlen durchdringen das glasklare Wasser vor der mallorquinischen Küste. Eine junge Frau schwimmt in einem lilafarbenen Kleid auf einen ebenso jungen wie attraktiven Mann zu. Sie küssen sich leidenschaftlich unter Wasser. Unter ihnen ein Korallenriff, dazwischen bunte Fische. Welch ein Paradies, das in dem Netflix-Erotik-Thriller „Fall for Me“ gezeigt wird.

In einem kürzlich auf Instagram veröffentlichten Video nutzt Netflix die Szene, um sich humorvoll über den Stuttgarter Hauptbahnhof lustig zu machen.

„Wie kann das auf dem selben Planeten sein wie Stuttgart HBF?

Auf dem Video ist zu lesen: „Wie kann das auf demselben Planeten sein wie Stuttgart HBF?“ Daneben fragt der Streaminganbieter: „Wennde mich fragst, wo ich lieber Urli machen würd, ich wüssts nicht.“

Netflix spielt damit auf den deutlichen Kontrast zwischen paradiesischen Urlaubsszenen und der Baustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof an. Der Kopfbahnhof wird derzeit zu einem Durchgangsbahnhof umgebaut. Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 begannen bereits 2010 und sollten ursprünglich 2019 abgeschlossen sein. Aktuell geht die Deutsche Bahn jedoch davon aus, dass Teile des Projekts erst 2027 in Betrieb genommen werden können.

Wegen der Baustelle müssen Pendler seit Jahren weite Wege zurücklegen, um zu ihrem Gleis zu gelangen. Dabei ist Netflix nicht der erste Anbieter, der den Weg vom U-Bahn-Ausgang zum Gleis humorvoll kommentiert: Auf der Kartenplattform Komoot wurde die Strecke bereits als „Fernwanderweg“ eingetragen.

Stuttgarter Hauptbahnhof: „Ein Fiebertraum“

Auf Instagram haben zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer das Video kommentiert. Eine Nutzerin findet den Spot über Stuttgart berechtigt und fragt: „Wieso brauche ich drei Werktage, um zum Gleis zu kommen?“ Ein anderer Nutzer beschreibt den Stuttgarter Hauptbahnhof als „Fiebertraum“.

Die Stadt Stuttgart nimmt den Post des Streaminganbieters derweil gelassen und kommentiert: „Sieht aus wie bei uns in Stuttgart, Wir haben das zweitgrößte Vorkommen an Mineralwasser in Europa, gleich nach Budapest.“ Die Stuttgarter Tourismusstelle ergänzt und fragt: „Das ist bestimmt im Max-Eyth-See, oder?“

Mit den Wasserangaben mag die Pressestelle der Stadt zwar recht haben, gedreht wurde der Film jedoch 2024 auf Mallorca von der deutschen Filmproduktionsfirma Wiedemann & Berg Film. Seit dem 21. August ist der Film auf Netflix zu sehen.

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