Ab Juli 2026: Mehr Geld oder höhere Kosten? Diese Finanz-Änderungen gelten ab jetzt

Mit höheren Renten, neuen Gebühren beim Online-Shopping und steigenden Spritpreisen bringt der Juli 2026 mehrere finanzielle Änderungen für Verbraucher.
Monika Skolimowska/dpaDer Juli bringt für Millionen Menschen in Deutschland finanzielle Neuerungen. Rentnerinnen und Rentner erhalten höhere Bezüge, Beschäftigte in der Altenpflege profitieren von einem steigenden Mindestlohn und die Steuererklärung soll für viele deutlich einfacher werden. Gleichzeitig kommen auf Verbraucher neue Ausgaben zu, etwa beim Online-Einkauf außerhalb der Europäischen Union oder beim Tanken nach dem Auslaufen des Tankrabatts.
Rentenerhöhung 2026
Die mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner bekommen höhere Bezüge. Diese steigen um 4,24 Prozent. Eine Beispielrechnung: Wer eine monatliche Rente von rund 1.000 bezieht, bekommt etwa 42,40 Euro mehr. Die Rente wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst.
Pflege-Mindestlöhne steigen im ersten Schritt
Die Mindestlöhne für Beschäftigte in der Altenpflege sollen weiter steigen. Für Pflegehilfskräfte kommt eine erste Anhebung zum 1. Juli von derzeit 16,10 Euro auf 16,52 Euro pro Stunde, wie die Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt hat.
Steuererklärung: Ab Juli mit einem Klick möglich
Statt langem Brüten über der Steuererklärung könnte es für bestimmte Gruppen schneller gehen: Ab 1. Juli soll die Steuererklärung per App auf dem Smartphone oder Tablet mit nur einem Klick für die ersten Anwendergruppen bundesweit verfügbar sein. In der ersten Runde dabei sein können rund 11,5 Millionen Menschen. Zu dieser Gruppe gehören ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Rentner und Pensionäre. Wer sich in der „MeinElster+“-App angemeldet hat, bekommt vom Finanzamt eine fertige Steuererklärung und eine Vorschau auf den Steuerbescheid mit den bei den Finanzbehörden bereits vorhandenen Steuerdaten für das Steuerjahr 2025. Diese Erklärung kann bei Einverständnis mit nur einem Klick abgesendet werden oder noch angepasst werden.
Apropos Steuererklärung: Die für das Kalenderjahr 2025 muss bis zum 31. Juli 2026 abgegeben werden. Für Menschen, die sich steuerlich beraten lassen, verlängert sich die Frist auf den 30. April 2027.
Aus Bürgergeld wird Grundsicherung
Für die Menschen, die Bürgergeld beziehen, gelten schärfere Regeln bis hin zu möglichen Total-Sanktionen. Neu ist auch der Name Grundsicherungsgeld, die Höhe der Sozialleistung ändert sich aber nicht. Außerdem wird die sogenannte Karenzzeit abgeschafft, in der Leistungsbezieher mehr Vermögen behalten durften. Wer Vermögen oberhalb festgelegter Freibeträge hat, muss dieses für seinen Lebensunterhalt einsetzen, bevor es Grundsicherungsgeld gibt.
Ticketsteuer sinkt: Werden Flugtickets jetzt günstiger?
Bei Flügen aus Deutschland wird ab Juli weniger Ticketsteuer fällig. Mit der Gesetzesänderung, die der Bundestag im Mai verabschiedet hat, sinkt die Abgabe je nach Strecke um einen Betrag zwischen 2,50 Euro und 11,40 Euro pro Flug. Ob Flugtickets dadurch günstiger werden, hängt allerdings davon ab, ob die Airlines die Ersparnis an die Kunden weiterreichen. Angesichts stark gestiegener Kerosinpreise gilt das zumindest als zweifelhaft. Wie stark die Ticketsteuer sinkt, hängt vom Zielort des jeweiligen Flugs ab: Bei Kurzstrecken geht sie von derzeit 15,53 Euro auf 13,03 Euro zurück, bei Mittelstrecken von 39,34 Euro auf 33,01 Euro und bei Langstreckenflügen von 70,83 Euro auf 59,43 Euro.
Onlineshopping in Nicht-EU-Ländern wird teurer
Vom Kopfhörer bis zur Handyhülle, vom T-Shirt bis zu Modeschmuck: Wer im Netz Waren aus Ländern außerhalb der EU bestellt, muss ab dem 1. Juli mit höheren Kosten rechnen. Denn von diesem Zeitpunkt an wird für Sendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie erhoben - zusätzlich zur bereits bestehenden Einfuhrumsatzsteuer, wie die Verbraucherzentrale Berlin erklärt. Darüber hinaus verlangen einige Versanddienstleister eine Servicepauschale für die Zollanmeldung, wenn der Absender dies nicht schon erledigt hat. So kommt man gerade bei niedrigpreisigen Artikeln schnell in einen Bereich, wo sich die Bestellung bei einem Händler aus einem Nicht-EU-Land eigentlich nicht mehr lohnt: Eine Handyhülle im Wert von 7 Euro könne so am Ende knapp 20 Euro kosten, nennen die Verbraucherschützer ein Beispiel. Innerhalb der EU fallen Steuern und Zölle grundsätzlich weg - Ausnahmen gelten lediglich für Kaffee, Alkohol sowie Tabakwaren und deren Ersatzprodukte.
Tankrabatt endet
Autofahrer müssen sich ab Juli auf höhere Ausgaben einstellen. Mit dem Auslaufen des Tankrabatts gilt für Benzin und Diesel wieder die reguläre Energiesteuer. Die Bundesregierung hatte die Energiesteuer auf Benzin und Diesel als Reaktion auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise seit Anfang Mai vorübergehend gesenkt. Dadurch verringerte sich die Steuerbelastung um 14,04 Cent je Liter. Einschließlich der darauf entfallenden Mehrwertsteuer ergab sich eine Entlastung von insgesamt rund 16,7 Cent pro Liter. Sollten die Preise sich wie in den vergangenen Monaten verhalten, würden sie bis zum späten Mittwochvormittag erneut stark fallen. Für Mittwochmittag wird dann ein Rekordsprung nach oben erwartet.
Mit Material der dpa
