„Das erste Jahr ist fragil“
: Haakon spricht offen über Mette-Marits Genesung

Bei einem Abendessen im Schloss musste Haakon auf seine Mette-Marit verzichten. In einer Rede gab der Monarch nun einen Einblick in ihren Gesundheitszustand.
Von
Katrin Jokic
Oslo
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Norwegische Kronprinzenpaar Mette-Marit und Haakon

In einer Rede hat König Haakon nun über die Gesundheit seiner Frau Mette-Marit gesprochen. (Symbolbild)

Ole Berg-Rusten/NTB/dpa

Es war ein besonderer Abend für König Haakon VIII. (53). Am Donnerstag (22. Oktober) empfing der norwegische Monarch die Mitglieder des Parlaments zum traditionellen Stortingsdinner im Königsschloss in Oslo. Zum ersten Mal führte er als König durch die Veranstaltung, die seinem verstorbenen Vater Harald V. stets besonders am Herzen gelegen hatte. Doch eine wichtige Person fehlte an seiner Seite: Ehefrau Königin Mette-Marit (53).

Die 53-Jährige erholt sich weiterhin von ihrer Lungentransplantation im Juni. In seiner Rede sprach Haakon nun ungewöhnlich offen darüber, wie es seiner Frau geht.

König Haakon: „Das erste Jahr nach einem so umfangreichen Eingriff ist ziemlich fragil“

Zunächst betonte der Monarch, wie wichtig ihm die Unterstützung seiner Ehefrau sei. „Ich habe das Glück, die Königin an meiner Seite zu haben. Das gibt mir Sicherheit und Rückhalt“, erklärte Haakon. Anschließend ging er auf ihre Abwesenheit ein.

„Sie wäre heute Abend sehr gerne hier bei uns gewesen, muss sich aber nach der erfolgreichen Lungenoperation im Sommer weiterhin erholen“, sagte der König. Besonders seine nächsten Worte ließen aufhorchen: „Das erste Jahr nach einem so umfangreichen Eingriff ist ziemlich fragil – das hat sie in den vergangenen Wochen selbst zu spüren bekommen.“

Was genau Mette-Marit in dieser Zeit durchmachen musste, erläuterte Haakon nicht. Allerdings stellte er auch klar, dass ihre Genesung Fortschritte mache. „Wir sind alle sehr dankbar, dass es vorwärtsgeht. Denn das tut es glücklicherweise“, versicherte er.

Die Königin ließ zudem persönliche Grüße übermitteln und bedankte sich für die vielen aufmunternden Nachrichten und die Anteilnahme, die sie während ihrer Erkrankung erhalten hat.

Mette-Marit muss weiterhin auf öffentliche Auftritte verzichten

Hinter Mette-Marit liegen gesundheitlich schwierige Monate. Seit 2018 ist bekannt, dass sie an Lungenfibrose leidet, einer chronischen Erkrankung, bei der das Lungengewebe zunehmend vernarbt. Nachdem sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert hatte, erhielt sie am 17. Juni 2026 am Rikshospitalet in Oslo eine Spenderlunge.

Die Operation verlief erfolgreich. Am 14. Juli konnte Mette-Marit das Krankenhaus verlassen. Schon damals wiesen ihre Ärzte jedoch darauf hin, dass die Rehabilitation langwierig sein würde und mögliche Komplikationen engmaschig überwacht werden müssten.

Tatsächlich musste die Königin seit dem Eingriff bereits mehrfach auf wichtige Termine verzichten. Anfang Oktober konnte sie wegen einer Atemwegsinfektion nicht an der Parlamentseröffnung teilnehmen. Das Königshaus teilte außerdem mit, dass bis zum Sommer 2027 keine offiziellen Verpflichtungen für sie vorgesehen seien. Im Mittelpunkt steht weiterhin ihre Genesung.

Haakon muss seine neue Rolle vorerst ohne Mette-Marit ausfüllen

Für Haakon ist die Situation auch persönlich eine Herausforderung. Nach dem Tod seines Vaters Harald Ende August übernahm er die norwegische Krone. Während er sich in seine neue Rolle als König einfindet, kann seine Frau ihn bei offiziellen Anlässen derzeit nur eingeschränkt unterstützen.

Beim traditionellen Parlamentsdinner standen ihm stattdessen seine Mutter Königin Sonja und seine Tochter, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, zur Seite.

Dass Haakon seine Frau trotz ihrer Abwesenheit ausdrücklich in seine Rede einbezog, zeigte, wie bedeutend ihr Rückhalt für ihn ist. Und auch wenn seine Worte über die vergangenen Wochen deutlich machten, dass Mette-Marits Genesung nicht ohne Schwierigkeiten verläuft, wollte der König vor allem eine hoffnungsvolle Botschaft vermitteln: Es geht weiter voran.